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MV aktuell Mehrere Schafe gerissen: Griff Problemwolf Herde auf Usedom an?
Nachrichten MV aktuell Mehrere Schafe gerissen: Griff Problemwolf Herde auf Usedom an?
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13:04 24.11.2019
Ein aus Schleswig-Holstein eingewanderter Problemwolf (Symbolfoto), der auf Usedom eine Schafherde angegriffen haben soll, macht derzeit unter anderem den Schafzüchtern in MV zu schaffen. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
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Rostock

Ein aus Schleswig-Holstein eingewanderter Problemwolf sorgt jetzt auch im Nordosten für Wirbel. Das Tier, das bereits im Nachbarland mehrfach Nutztiere gerissen hatte, soll nun auf Usedom eine Schafherde angegriffen haben.

Konkret waren in einer Schäferei in Görke im Hinterland der Insel am Dienstag ein Schaf getötet sowie vier weitere verletzt worden. Nach dem Abgleich von Bildmaterial durch mehrere Sachverständige mit Bildern zurückliegender Vorfälle liege nun der Verdacht nahe, dass der Wolf „GW924m“ auch auf Usedom zugeschlagen habe, wie das Schweriner Agrarministerium nun mitteilte. Das Tier weist nach Angaben der Experten ein charakteristisches Rissbild auf, dem die auf Usedom vorgefunden Biss- und Fraßspuren sehr ähneln.

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Ministerium wartet auf Analyse der DNA-Spuren

Konkreten Aufschluss, ob es sich um das besagte Raubtier handele, soll jedoch erst die Analyse der sichergestellten DNA-Spuren geben, die derzeit im Senckenberg Forschungsinstitut in Gelnhausen bei Frankfurt/Main untersucht werden. Mit den Ergebnissen rechnet das Ministerium im Laufe dieser Woche. Erst dann werde in Abstimmung mit allen beteiligten Behörden über das weitere Vorgehen entschieden, sagte Agrarminister Till Backhaus (SPD).

Abschussgenehmigung in Schleswig-Holstein

Der Politiker erklärte, dass ihm der Ernst der Lage sehr wohl bewusst sei. Dennoch stelle die von vielen Seiten nach dem Riss eines Schafes in Grambow bei Schwerin geforderte Ausnahmegenehmigung zum Abschuss des Wolfes nicht die Lösung aller Probleme. Schafzüchter und die agrarpolitische Sprecherin der Schweriner CDU-Landtagsfraktion Beate Schlupp hatten eine schnelle Tötung des Rüden gefordert. Eine entsprechende Abschussgenehmigung existiert in Schleswig-Holstein schon länger.

Backhaus: „Völlig neue Sachlage“

„Eine artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung kann nur zeitlich befristet und für ein konkret abgestecktes Gebiet erteilt werden.“ Bis vor kurzem habe es keine Hinweise darauf gegeben, dass sich „GW924m“ überhaupt noch in Mecklenburg-Vorpommern aufhalte. „Nun müssen wir annehmen, dass er einmal quer durchs Land gewandert ist und möglicherweise weiter nach Polen zieht. Das ist eine völlig neue Sachlage“, sagte Backhaus.

Wolf überspringt selbst hohe Zäune

In Schleswig-Holstein hatte das Raubtier wiederholt Nutztiere gerissen, obwohl die Herden wie vorgeschrieben gesichert waren. Der Wolf hatte selbst hohe Zäune übersprungen. Daraufhin sollten Jäger in drei Kreisen den Vierbeiner erlegen. Bevor das klappte, war er aber schon nach Mecklenburg weitergezogen.

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Von OZ/dpa

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