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MV aktuell Besser grillen: Mit diesen Tricks vom Profi werden Sie zum Brutzelmeister
Nachrichten MV aktuell Besser grillen: Mit diesen Tricks vom Profi werden Sie zum Brutzelmeister
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05:00 07.05.2019
Run auf Grillkurse: Fleischergeselle Marc Schlünz (34) von Pistol Prime in Rövershagen bei Rostock verarbeitet regionales Fleisch. Quelle: Dietmar Lilienthal
Rostock

Das Verhältnis zwischen Schwiegervätern und Schwiegersöhnen gilt ja allgemein oft als angespannt. Doch beim Rösten von Fleisch über offenem Feuer finden selbst diese Paarungen zueinander: „Zu unseren Grillkursen melden sich besonders häufig Schwiegerväter und -söhne gemeinsam an“, verrät Stefan Pistol, Gründer der Edelfleischerei „Pistol Prime BBQ“ in Rövershagen bei Rostock. Den aktuellen Grill-Boom erkennt Pistol auch an der Auslastung seiner Kurse: „Bis Oktober sind wir ausgebucht.“ Für die OZ-Leser, die jetzt in die Grillsaison 2019 starten und nicht so lange warten wollen, hat der Fleischer einige wichtige Tipps.

Die Faszination des Grillens erklärt sich Pistol so: „Es ist die Kombination von Genuss und Gemeinsamkeit. Man kommt unter freiem Himmel zusammen, steht um den Grill und bekommt leckeres Essen.“ Angeheizt werde der Willen zum Grillen auch durch die sozialen Medien, in denen unzählige Videos über die richtige Zubereitung jedweder Fleischsorte kursieren. „Das sehen meine Kunden und wollen es nachkochen“, so Pistol.

Häufiger Fehler: Teurer Grill, aber billiges Fleisch

Zwei Mal pro Woche gibt er die Kurse, an denen je 20 Personen teilnehmen können. Seine wichtigste Grundregel: „90 Prozent eines guten Ergebnisses sind die richtigen Zutaten. Oft kaufen die Leute einen teuren Grill und dann reicht es nur für das billige Fleisch aus dem Discounter.“ Viele kauften auch deswegen kein hochwertiges Fleisch, weil sie Angst hätten, es durch falsche Zubereitung zu verderben, aber: „Ein gutes Stück Fleisch wird auf einem billigen Grill immer noch gut. Aber ein teurer Grill kann aus schlechtem Fleisch kein gutes Steak machen.“

Man dürfe auch nicht zu wissenschaftlich an die Sache rangehen, rät Pistol. Viele hielten sich penibel an bestimmte Kerntemperaturen, die das Fleisch beim Grillen erreichen soll, damit es die optimale Garstufe hat. „Dass die Temperatur aufs Grad genau stimmt, ist nicht so entscheidend.“ Bei fünf Grad mehr sei das Fleisch zwar etwas stärker durch als empfohlen. „Aber auch so ein Steak schmeckt noch hervorragend, wenn die Qualität stimmt.“

Finger weg von der Alufolie!

Alle Tipps aus seinen Kursen, bei denen er den Teilnehmern die verschiedenen Grillmethoden erklärt und sie am Ende mehrere Fleischsorten probieren lässt, will Pistol nicht verraten, nur so viel: „Der Grill sollte einen Deckel haben, damit man das Fleisch auch indirekt grillen und ruhen lassen kann. Erst am Ende kommt dann das Fleisch zum Rösten direkt auf die Hitze.“ Einer der schlimmsten Fehler sei es, ein Steak in Alufolie einzuwickeln: „Das ist eine Vergewaltigung des Fleisches.“

Ein weiterer Tipp: „Man kann auch mal andere Fleischstücke probieren, wie den Nierenzapfen.“ Der Muskel, der beim Rind die Nieren bedeckt, werde kaum genutzt und sei daher zarter als das Filet – und dabei billiger. Auch das Zwerchfell eigne sich sehr gut zum Grillen. Solche Stücke verkauft Pistol, „man kann sie aber auch bei seinem Fleischer bestellen.“

Qualität der Kohle spielt eine Rolle

Marinieren sollte man Steaks grundsätzlich nicht. „Die Marinade verbrennt auf dem Grill. Man kann das Steak nach dem Grillen würzen und etwas Öl darauf träufeln.“ Nur Fleisch, das im so genannten Smoker indirekt gegrillt wird, gehöre vorher mit einer Trockenmarinade eingerieben.

Nicht nur das Fleisch sollte man sich etwas kosten lassen, auch bei der Kohle spiele die Qualität eine Rolle, erklärt der Experte: „Hochwertige Kohle brennt teilweise doppelt so lange wie billige.“ Für den Geschmack spiele das jedoch keine Rolle. „Ich behaupte sogar, dass es keinen Unterschied macht, ob man mit Kohle oder mit Gas grillt.“ Wer Probleme mit empfindlichen Nachbarn oder der Hausordnung hat, könne sogar zum Elektrogrill greifen.

Axel Büssem

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