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MV aktuell Gründungsgeschichte der Hansestadt muss neu geschrieben werden
Nachrichten MV aktuell Gründungsgeschichte der Hansestadt muss neu geschrieben werden
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06:39 03.06.2014
Ausgrabungen am Quartier 17 in Stralsund haben spektakuläre Erkenntnisse ans Licht gebracht. Quelle: Bernd Hinkeldey
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Stralsund

Spektakuläre Entdeckung bei der Erforschung der Stralsunder Stadtgeschichte: Offenbar lief die Gründung der Stadt anders ab, als von Forschern bisher angenommen. Nach bisherigen Vorstellungen galt der Bereich um den Alten Markt herum als Keimzelle des ersten Siedlungsgeschehens. Diese Annahme hat sich nun jedoch als falsch erwiesen.

Die Auswertung von Fundstücken, die in den vergangenen Jahren bei Ausgrabungen im Quartier 17 ans Tageslicht befördert wurden, legen einen Baubeginn um 1270/80 nahe. Auf die erste Holzbebauung erfolgte dann erst nach 1300 die kontinuierliche „Versteinerung“ des Quartiers. Eigentlich wären am Rathausplatz Bauzeugnisse aus dem frühen 13. Jahrhundert zu erwarten gewesen. Im Vergleich dazu ließen sich Holzproben bei den Grabungen an der Tiefgarage in der Mühlenstraße auf 1230 datieren. Für die Archäologen liegen demnach die Anfänge der Stadt an der Kliffkante über dem heutigen Knieperteich, weil hier eine eiszeitliche Rinne eine direkte Verbindung zum Strelasund offenhielt.

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Diese Erkenntnisse wurden von dem Archäologen Dr. Jörg Ansorge bei einem Vortrag in St. Nikolai über die Ausgrabungen im Quartier 17 bekannt gegeben. Rund vier Jahre lang waren Mitarbeiter des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege mit der archäologischen Bestandsaufnahme in der Nähe von Rathaus und Nikolaikirche beschäftigt.



Bernd Hinkeldey