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MV aktuell Grüne fordern Kamera-Verbot im Wald
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02:25 06.05.2014
Achtung Kamera: In Wäldern werden Überwachungskameras an Baumstämmen installiert (r.). Polizisten tragen sie auf ihren Schultern.
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Schwerin

Versteckte Kameras im Wald: Immer mehr Jäger stellen Fotofallen auf, um Tiere zu jagen. Inzwischen sollen bundesweit schon 100 000 Wildkameras im Einsatz sein.

Tendenz steigend, auch in Mecklenburg-Vorpommern. Da die aber nicht nur Bilder von Wildschweinen und Rehen schießen, fordert die Fraktion der Bündnisgrünen im Landtag ein Kamera- Verbot im Wald. „Wer sich dort aufhält, darf keine Angst haben, ungewollt abgefilmt und beobachtet zu werden“, sagt Innenexperte Johannes Saalfeld. Um die Überwachung zu stoppen, sollten die Kameras nur noch für Forschungszwecke eingesetzt werden — mit Hinweisschildern. Zudem sollte ihr Einsatz klarer geregelt sein. Unter anderem müssten im Saarland Wildkameras den Behörden gemeldet werden.

Wie viele Fotofallen es in Mecklenburg-Vorpommern gibt, ist unklar. Doch ihr Einsatz sei sinnvoll, sagt Ulf-Peter Schwarz, Pressesprecher des Jagdverbandes MV. Sie helfen Jägern, effektiver zu jagen. „Das Wild wird so wenig wie möglich gestört“, betont er. Dass auch mal Menschen gefilmt werden, komme vor. Aber diese Aufnahmen würden sofort gelöscht und nicht veröffentlicht. Unterstützung bekommt er vom Vorsitzenden der CDU-Fraktion, Vincent Kokert: „Wildkameras sind ein sehr nützliches Mittel, um Wildpopulationen einschätzen zu können.“ Vor allem wegen der anhaltenden Diskussionen um den Wolf in heimischen Wäldern wäre es unverantwortlich, auf Kameras zu verzichten. Auch Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) hält eine Neuregelung für unnötig. Denn: „Innerhalb der Forst- und Naturschutzverwaltung findet ein sensibler Umgang mit personenbezogen Daten statt“, betont er. Natürlich dürfe es nicht dazu kommen, dass an jedem Baum eine Kamera hängt. Das sei derzeit aber auch nicht der Fall.

Wie Rolf Hellwig von der Landesdatenschutzbehörde MV berichtet, hat es bereits einige Beschwerden über versteckte Wildkameras gegeben hat. Aber auf ihren Einsatz mit Schildern hinzuweisen, sei in Wäldern schwierig umzusetzen.

Während Wildkameras unauffällig an Baumstämmen platziert werden, tragen seit kurzem Streifenpolizisten in Frankfurt am Main (Hessen) sogenannte Body-Cams (Körperkameras) gut sichtbar auf ihren Schultern. Dazu steht „Videoüberwachung“ auf ihren Westen. Damit wollen sie Angreifer abschrecken. Und tatsächlich hat sich die Zahl der Übergriffe durch die Videotechnik reduziert, teil das hessische Innenministerium mit. Das weitet den Einsatz deshalb auf andere Städte aus. Auch in Mecklenburg-Vorpommern sind Polizisten bereits mit kleinen Schulterkameras unterwegs, zuletzt bei den 1. Mai-Demonstrationen in Rostock. Doch ihr Einsatz ist beschränkt. „Sie werden nur bei größeren Veranstaltungen eingesetzt und zwar zur Beweissicherung und Dokumentation“, erklärt Ministeriumssprecher Michael Teich. Neben der Bereitschaftspolizei würden auch die beiden Polizeipräsidien im Land über solche Technik verfügen — insgesamt seien es 26 Geräte. Dass die künftig wie in Hessen auch auf Streife, bei Personenkontrollen oder Streitschlichtungen getragen werden können, sei aufgrund der datenschutzrechtlichen Bestimmungen nicht möglich, erklärt Teich. Grundsätzlich sei aber jede Maßnahme zu begrüßen, die dem Schutz der Beamten dienen.

Behörden dokumentieren Tierbestände
20 Fotofallen werden maximal für das Wolfsmonitoring benutzt. Einsatzgebiete sind die Lübtheener und Ueckermünder Heide, südlich der Müritz-Region sowie Orte von dokumentierten Wolfsübergriffen. Bilder mit Personen, militärischem Gerät oder Fahrzeugen werden sofort gelöscht. Auch in Schutzgebieten haben Behörden Kameras aufgestellt, um Größe und Aktivität der Wildtierpopulationen einschätzen zu können. Dabei werden auch Geräte für Fotos mit Infrarot für Nachtaufnahmen eingesetzt. Wie viele Kameras Jäger aufstellen, ist unklar.



Kerstin Schröder

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