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MV aktuell Mangel in Gesundheitsjobs: Azubis in MV sollen nicht mehr zahlen
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Die Ergotherapeutinnen Kathrin Grewe (l.) und Anke Carmein protestierten im Sommer 2018 in Rostock gegen die schlechte Situation für Therapie-Berufe. Quelle: Thomas Niebuhr
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Rostock

Wer einen Termin bei einem Ergotherapeuten oder Logopäden braucht, muss in Mecklenburg-Vorpommern mitunter wochenlang warten. Erst diesen Sommer machten Therapeuten aus MV, zu denen auch Physiotherapeuten, Hebammen und Diätassistenten gehören, mit einer Demonstration in Rostock auf den wachsenden Fachkräftemangel in ihrer Branche aufmerksam. Die Auswirkungen bekommen vor allem die Patienten zu spüren. In Schleswig-Holstein hat die schwarz-grün-gelbe Landesregierung jetzt eine Entscheidung getroffen, die von der Branche schon lange gefordert wird: Die Streichung des Schulgelds für mehrere Gesundheitsberufe.

Ab 2019 übernimmt im Nachbarbundesland der Landeshaushalt für angehende Physiotherapeuten, Logopäden und Ergotherapeuten das bisher fällige Schulgeld von maximal 400 Euro im Monat. „Eine Logopädin startet meist mit 15 000 Euro Schulden in den Beruf“, sagt eine Sprecherin des Logopäden-Bundesverbandes. Die geringen Einkommen deckten oft kaum die Kosten für Praxis, Lebenshaltung und Tilgung der Ausbildungsschulden. Die Übernahme durch den Staat sei überfällig.

Kommentar zur Ausbildung für Gesundheitsberufe:
Entscheidung erleichtern

Ulrike Berger, Landesvorsitzende der Grünen in MV, fordert die Schweriner Landesregierung auf, es ihren Kieler Berufskollegen gleichzutun. Das Land stehe in der Verantwortung, weil es sich vor Jahren aus der Ausbildung dieser Berufe zurückzog und diese Aufgabe den freien Schulen überließ. „Dafür zahlen im wahrsten Sinne des Wortes die Schülerinnen und Schüler“, kritisiert Ulrike Berger.

Bei den Alten- und Krankenpflegern übernimmt demnächst der Staat das Schulgeld – für alle, die ab 2020 mit der Ausbildung beginnen. Das ist eine Folge der Pflegereform von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Ausgerechnet diese Verbesserung stellt aber die nicht-staatlichen Berufsfachschulen, die einen Großteil des Nachwuchses ausbilden, vor Probleme. Ihre Befürchtung: Niemand beginnt 2019 noch eine teure, kostenpflichtige Ausbildung, wenn er sie umsonst bekäme, wenn er ein Jahr wartet.

Fachschulen fehlen 57 Euro im Monat je Ausbildungsplatz

Um zu verhindern, dass ein kompletter Jahrgang in diesen Mangelberufen wegfällt, streicht die Schweriner Landesregierung das Schulgeld für die Pflegeschüler bereits ab 2019. Als Ausgleich zahlt sie den Schulträgern in dem Übergangsjahr 100 Prozent der Personalkosten, statt bisher 80 Prozent. Das reicht nicht aus, sagt Barb Neumann, Geschäftsführerin der Berufsfachschule Greifswald und Sprecherin der AG der Freien Schulen in MV. Ausgaben für Verwaltung, Weiterbildung und oft nötige Fahrten zu Außenstandorten würden nicht abgedeckt. Hochgerechnet auf jeden Ausbildungsplatz drohe eine Unterfinanzierung von 57 Euro im Monat. „Das ist existenzbedrohend, unser Betrieb ist in Frage gestellt“, sagt Barb Neumann. Sie fordert das Land zu Nachbesserungen auf. Die Grünen verlangen zudem, auch Krankenpflegehelfern eine kostenlose Ausbildung zu ermöglichen.

„Wir kennen die Thematik“, sagt Gunnar Bauer, Sprecher im Schweriner Gesundheitsministerium zur Schulgeldfreiheit für Logopäden und Co.. Es liefen bereits Gespräche auf Bundesebene und mit dem zuständigen Fachverband für die Gesundheitsberufe in MV. Weil die Fachkraftsituation in ganz Deutschland vergleichbar sei, erwartet die Landesregierung das der Bund das Problem löst. Die Länder haben eine Arbeitsgruppe eingerichtet, mit Beteiligung aus dem Nordosten. Bauer: „Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, würden wir die Schulgeldfreiheit auch im Interesse der Gewinnung von Fachkräftenachwuchs positiv begleiten.“

Gerald Kleine Wördemann

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