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MV aktuell Mediziner: „Sport ist das beste Heilmittel“
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Chefarzt Dr. Rolf Kaiser, KMG Klinikum Güstrow Quelle: Volker Penne
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Güstrow

Ausreichend Bewegung ist gut für das Allgemeinbefinden und kann vor Herzerkrankungen schützen. Aber wie viel Bewegung und welche? „Sport ist das beste Heilmittel“, sagt Dr. Rolf Kaiser, Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Sportmedizin am KMG Klinikum Güstrow. Aber kann ein Zuviel an Sport auch Schaden? Der Mediziner verneint dies in Bezug auf Gesundheitssport wohingegen Leistungssport sehr wohl schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit haben kann.

Ein erhöhtes Risiko für Vorhofflimmern riskiert in der Regeln nur, wer Leistungssport betreibt und der Belastung nicht gewachsen ist. Wenn jüngere Menschen durch sportliche Belastung erkranken oder sogar sterben, dann sei dies in den meisten Fällen auf angeborene und unentdeckte Herzfehler zurückzuführen. Breiten- oder Freizeitsport wirke sich grundsätzlich positiv auf Herz und Kreislauf aus, konstatiert Kaiser.

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„In der Freizeit etwa 3 bis 5 Mal die Woche für zwei bis drei Stunden trainieren, ist kein Problem“

Selbst ein Marathon-Lauf kann auch von Laien ohne Bedenken absolviert werden, angemessenes Training und sportmedizinische Vorsorgeuntersuchungen vorausgesetzt. „In der Freizeit etwa 3 bis 5 Mal die Woche für zwei bis drei Stunden trainieren, ist kein Problem“, so Dr. Kaiser. Der Mediziner empfiehlt einen Mix aus Ausdauerübungen und Krafttraining. Beides sei gleichermaßen wichtig.

„Ein moderat intensives Bewegungstraining erhöht nicht das Risiko einer Herzrhythmusstörung.“ Im Gegenteil: „Sport ist günstig bei Herzrhythmusstörungen!“ Zuvor empfiehlt der Güstrower Arzt ein Belastungs-EKG und gegebenenfalls eine Herzultraschalluntersuchung. Auf diese Weise kann die maximale Leistungsfähigkeit getestet werden. Die Hälfte des dieses Maximalwertes empfiehlt Dr Kaiser als Einstieg für den Freizeitsport.

Blutdruckregulation wird günstig beeinflusst

Bloß nicht gleich das Maximum anstreben! Belastungsgrad und Dauer der Betätigung können so nach und nach gesteigert werden. Teil der Betätigung sollten auch Beweglichkeitsübungen und Dehnungen sein, um der Verkürzung der Muskulatur und des Bandapparates vorbeugen.

Der Effekt sei rundweg positiv: Die Blutdruckregulation wird günstig beeinflusst, die Belastbarkeit wird besser, die Energiebereitstellung und die Atmung wird ökonomisiert. Dadurch sind wir leistungsfähiger und empfinden Anstrengungen als leichter. Sport beugt der Alterung der Blutgefäße vor und wirkt sogar antientzündlich, sodass regelmäßige Betätigung auch als Prophylaxe für andere Erkrankungen wirken kann.

Welche Sportart ist aber nun die richtige? Dr. Kaiser rät ab, Sport mit kurzen, dafür aber sehr intensiven Belastungen zu betreiben, also Tennis oder Squash. „Dabei kann es zu Überlastungen kommen, die sich schädlich auswirken“, warnt er. Empfehlenswert seien dagegen Bewegungsformen wie Joggen, Walken, Radfahren, Schwimmen.

Matthias Schümann

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