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MV aktuell Modedroge Spice: Häftling stirbt in seiner Zelle in Bützow
Nachrichten MV aktuell Modedroge Spice: Häftling stirbt in seiner Zelle in Bützow
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18:30 03.01.2019
Die Justizvollzugsanstalt Bützow im Landkreis Rostock ist mit mehr als 500 Haftplätzen die größte in MV. Wiederholt wurden Klagen über akuten Personalmangel laut. Quelle: Bernd Wüstneck/dpa
Bützow

Erneut soll ein Strafgefangener in der JVA Bützow an der Modedroge Spice gestorben sein. Das berichteten mehrere Gefangene unabhängig voneinander der OZ. Das Schweriner Justizministerium bestätigte lediglich einen Todesfall in dem Gefängnis, die genaue Todesursache stehe noch nicht fest.

Der 36-jährige Häftling wurde am Mittwoch nach dem Mittagessen tot in seiner Zelle gefunden. Wiederbelebungsversuche durch einen Notarzt blieben erfolglos. Der Mann saß seit 2009 wegen Raub und Körperverletzung in Haft. Anhaltspunkte für einen Suizid oder ein Fremdverschulden liegen nicht vor, teilt eine Justizsprecherin mit. Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft wurden eingeschaltet. Das ist bei Todesfälle in Justizvollzuganstalten üblich. Die Leiche wird in der Gerichtsmedizin untersucht, das Ergebnis steht noch aus.

„Er hatte sich am Vormittag Spice besorgt und damit weggeschossen“, sagt ein anderer Gefangener. Spice ist ein Szene-Name für synthetische Rauschgifte, die unter „Kräutermischung“ oder „Badesalz“ kursieren. Die chemischen Inhaltsstoffe sind unbekannt, deshalb gilt der Stoff als besonders gefährlich und wird mit vielen Todesfällen in Verbindung gebracht. Bereits 2016 starb ein 29-jähriger Häftling in der JVA Bützow nach Konsum von Spice, außerhalb der Gefängnismauern gab es in jenem Jahr zwei weitere Todesfälle in MV.

Spice und Tabletten verdrängten in Bützow andere Drogen wie Haschisch oder Amphetamine, weil sie von den eingesetzten Drogentests nicht erkannt werden, behauptet ein Häftling. „Die Leute liegen in ihren Zellen und dämmern dahin“, sagt er. Die JVA Bützow geriet im Herbst wegen Personalmangel und hohem Krankenstand bei den Bediensteten in die Kritik. Unter anderem fehlten Drogenberater.

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Gerald Kleine Wördemann

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