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MV aktuell Caffier will Gefängnis für Fußball-Chaoten
Nachrichten MV aktuell Caffier will Gefängnis für Fußball-Chaoten
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08:18 20.12.2018
Ein als Clown verkleideter Anhänger des FC Hansa Rostock hat eine bengalische Fackel gezündet. Quelle: Lutz Bongarts
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Rostock

Gefängnis für das Abbrennen von Pyrotechnik im Stadion – Innenminister Lorenz Caffier (CDU) macht sich für härtere Strafen von Fußball-Chaoten stark. Zur Not müssten Gewalttäter, die eine Gefahr für andere darstellen, an die elektronische Fußfessel gelegt werden. Bislang ist dies nur bei terroristischen Gefährdern möglich. Um Gewalt aus Stadien zu verbannen, hält der Minister auch eine Beschränkung von Zuschauerzahlen oder personalisierte Eintrittskarten für denkbar.

„Das ist kein Spaß mehr“ – Interview zum Thema Fangewalt bei Fußballspielen

„Ich glaube, dass eine Verschärfung der Strafen zu mehr Abschreckung führt“, so Caffier. Er unterstützt einen Antrag in der Innenministerkonferenz, wonach Hooligans im Stadion für das Abbrennen von Pyrotechnik – wie zuletzt beim Drittligisten FC Hansa Rostock wiederholt geschehen - mit Geldstrafen von bis zu 10000 Euro oder gar Haft bestraft werden sollen. „Denn das ist verboten“, so Caffier. Man müsse die „99 Prozent der Fans“ schützen, die friedlich Fußball sehen wollen. „Wenn jemand aus einem Stadionblock heraus Raketen auf andere schießt, dann hat das nichts mehr mit Spaß zu tun.“ Ändere sich nichts, könne er sich sogar vorstellen, elektronische Fußfesseln, über die die Polizei den Standort von Gewalttätern jederzeit ermitteln kann, auf Fußball-Hools auszuweiten. „Es muss eine umfassende Diskussion geben.“

„Vereine tun zu wenig bei der Prävention“

Um das Problem zu lösen, sehe er vor allem auch Vereine in der Pflicht. „Ich glaube, Vereine tun zu wenig bei der Prävention“, so der Innenminister. Eine härtere Gangart fordert Christian Schumacher, Landeschef der Gewerkschaft der Polizei (GdP): „Man muss Chaoten neutralisieren und isolieren.“ Polizisten seien „im Stadion teilweise schon Freiwild“. Das Wichtigste für ihn: Vereine müssten sich klar gegen Gewalt positionieren. Das vermisse er zum Beispiel beim FC Hansa Rostock.

FC-Hansa-Vorstandschef Robert Marien warnt vor „Polemik“ und verweist auf ein umfangreiches Sicherheitskonzept. Vor Heimspielen unternehme der Klub „alles Leistbare, um die Stadionsicherheit zu gewährleisten“. Marien räumt ein: Nicht alles lasse sich verhindern, „es bleibt immer ein gewisses Restrisiko“.

Hassbotschaften gegen Polizei „nicht weiter hinnehmbar“

Joachim Masuch, Präsident des Landesfußballverbandes, ist besorgt über „die leider zuletzt wieder zunehmende Tendenz des Abbrennens von Pyrotechnik und Gewalterscheinungen“ im Fußball. Auch das Anbringen von Hassbotschaften gegen Polizisten sei „nicht weiter hinnehmbar“. Daher könne er Rufe nach härteren Strafen verstehen. Masuch: „Fußballstadien sind kein rechtsfreier Raum.“ In der Landespolitik findet Caffiers Vorstoß Lob und Kritik. Nikolaus Kramer, AfD-Fraktionschef im Landtag, zeigt sich offen zum Thema Fußfessel; die Verhältnismäßigkeit müsse geprüft werden. „Ziel muss es sein, Gewalttäter aus Stadien herauszuhalten“, so Kramer. „Die Exzesse schaden dem Ansehen der Fans, des Fußballs und des Fußballklubs.“ Peter Ritter (Linke) sieht den Weg in mehr Prävention – etwa für Fan-Projekte gegen Gewalt. „Statt mit Fußfesseln zu drohen, sollte der Innenminister nachdenken, was aus den Festlegungen der Runden Tische gegen Gewalt geworden ist.“ Aus seiner Sicht „wenig bis nix“.

Christian Lüsch und Frank Pubantz

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