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MV aktuell Der „Macher“ wird 70
Nachrichten MV aktuell Der „Macher“ wird 70
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06:00 25.02.2019
Hans-Ulrich Gienke mit seiner Frau Eveline am Rande der 1. Box-Bundesliga in Schwerin Quelle: Dietmar Albrecht
Rosenow/Marlow

Runde Geburtstage mit großen Reden? „Nicht mein Ding“, sagt Hans-Ulrich Gienke. Zu solchen Anlässen gebe es immer viele „Bekundungen“ und „Nachrufe“, die er aber nicht brauche. Deshalb ist der langjährige Radio- und Veranstaltungsmanager am Montag „abgetaucht“ und feiert seinen 70.Geburstag in kleinem Kreis außerhalb von Mecklenburg. Neben seiner Frau Eveline sowie der jüngsten Tochter Friederike und deren Mann sind nur noch „ein guter Freund und dessen Frau, die am gleichen Tag Geburtstag hat“, dabei.

Mit 70 könnte sich der in Ludwigslust geborene Hans-Ulrich Gienke zurücklehnen und das Leben genießen. Will er aber nicht. „Ich habe noch keinen Plan. So lange ich gesund und fit bin ...“, hält er sich alle Möglichkeiten offen. „Ich hatte das Glück im Leben, immer Jobs zu haben, die mich mit Leib und Seele ausgefüllt haben.“ Nur als Autowäscher – der gelernte Kfz-Schlosser hatte 1978 den privaten Kfz-Wasch- und Pflegedienst seines Vaters in Schwerin übernommen – ging es ums „Kasse machen“. „Die Motivation, morgens aufzustehen, war damals, Geld zu verdienen.“ Und das nicht schlecht. Eine Trabant-Reinigung kostete 14,80 Mark, eine Hohlraumkonservierung mit Elaskon mehr als 60 Mark.

Die Versorgung der Firma mit den benötigten Produkten funktionierte, die Mangelwirtschaft hatte Hans-Ulrich Gienke zuvor eher auf großen Baustellen zu spüren bekommen. Der Mecklenburger war nach seinem Studium zum Diplomingenieur für Landtechnik ab 1972 zunächst beim Landtechnischen Anlagenbau, später bei der Materiell-technischen Versorgung Schwerin tätig, plante Ställe, baute und modernisierte Molkereien und Schlachthöfe. „Es war oft ein enormer Aufwand, Material zu beschaffen.“

Herbst 1989. Das Land ist im Umbruch. Mit der Theologin und späteren Politikerin Regina Marquardt gründet Gienke die erste unabhängige Wochenzeitung der DDR. Der „Mecklenburger Aufbruch“ erscheint am 31. Dezember 1989 zum ersten Mal. Auflage: 80 000. „Das hat uns die Tür geöffnet für die neue Zeit“, sagt Hans-Ulrich Gienke, der damals auch Gesellschafter ist. Im Juli 1993 wird das Blatt eingestellt. „Es wurde nicht gebraucht, weil es eine politische Zeitung war.“

Zu dieser Zeit ist Gienke bereits mit dem nächsten Großprojekt am Start. Mit Antenne Mecklenburg-Vorpommern geht am 31. Mai 1993 der erste private Radiosender im Nordosten auf Sendung. Gienke ist Mitbegründer, Gesellschafter und Geschäftsführer. Er schreibt mit seiner Crew eine Erfolgsstory, holt Top-Stars wie Udo Lindenberg, Peter Maffay, Elton John oder Tina Turner ins Land. Aber Antenne wird auch ein wichtiger Sponsor und Förder im Nordosten. „Als Chef von Antenne hat er für eine tolle Positionierung unseres Bundeslandes in einer wichtigen Zeit gesorgt“, betont Hansjörg Kunze, Kommunikationschef der Rostocker Reederei Aida Cruises. Er war über viele Jahre Chefreporter beim privaten Radiosender. „Seine Vernetzung war und ist legendär – ich freue mich auf seine neuen Ideen!“

Diplom-Ingenieur, Autowäscher, Zeitungs- und Radiomacher

Hans-Ulrich Gienkewurde am 25. Februar 1949 in Ludwigslust geboren. Die ersten Jahre verbrachte er auf dem Hof seiner Eltern im elf Kilometer entfernten Göhlen, ab 1955 wuchs er in Schwerin auf. 1967 legte Gienke sein Abitur mit Berufsausbildung zum KfZ-Schlosser ab und nahm anschließend ein Studium an der Sektion Landtechnik der Universität Rostock auf.

Nach dem Abschluss 1972 wechselte der Diplomingenieur zunächst zum Landtechnischen Anlagenbau (LTA) Schwerin, später zur Materiell-technischen Versorgung (MTV). Ab Anfang 1978 arbeitete Hans-Ulrich Gienke in Schwerin zehn Jahre lang als Autowäscher: Er hatte den Kfz-Wasch- und Pflegedienst seines Vaters übernommen.

Im Herbst 1998 gründete Gienke mit der Theologin und späteren Politikerin Regina Marquardt die erste unabhängigen Wochenzeitung der DDR. Der „Mecklenburger Aufbruch“ erschien am 31. Dezember 1989 zum ersten Mal. Das Blatt wurde im Juli 1993 eingestellt.

Der Vater von zwei Töchtern war Mitbegründer, Gesellschafter und Geschäftsführer von Antenne MV. Der erste private Radiosender im Nordosten war am 31. Mai 1993 auf Sendung gegangen.

Seit 22. Januar 2010 ist der passionierte Motorradfahrer Geschäftsführer beim Fertighaus-Hersteller Scanhaus in Marlow.

Am 31. Dezember 2009 ist das Kapitel Antenne für den Vater von zwei Töchtern fast beendet. Er scheidet „geplant“ aus, ist aber noch drei Jahre lang als Berater für das Privatradio tätig. Für Robert Weber, der im Januar 2010 bei Antenne die Geschäftsführung übernahm, ist Gienke einer der „energievollsten Menschen, die ich kenne“.

Doch der Macher, der von März 2009 bis April 2012 Aufsichtsratsvorsitzender bei Hansa Rostock war, ist nicht lange ohne Aufgabe. Friedemann Kunz, Chef des Fertighaus-Herstellers Scanhaus (Marlow), holt Gienke im Januar 2010 als Geschäftsführer an Bord. „Er ist ehrlich, gradlinig, er sagt, was er denkt“, betont Kunz, der den passionierten Motorradfahrer 1996 kennengelernt hatte. Damals zogen Scanhaus, Antenne, OSTSEE-ZEITUNG, Schweriner Volkszeitung und Nordkurier ein Riesen-Gewinnspiel auf. Hauptpreis: ein Haus von Scanhaus. Kunz: „Das war der Beginn einer tiefen persönlichen Freundschaft.“

Kraft tankt Hans-Ulrich Gienke bei seiner Familie, bei langen Spaziergängen in der Natur mit Frau Eveline – mit ihr ist er seit 40 Jahren zusammen – und dem achtjährigen Bullterrier Jack. Jeden Morgen startet er mit einem Kraft- und Ausdauertraining, einmal in der Woche powert er sich in Gadebusch im Gym des 88er Box-Olympiasiegers Andreas Zülow aus. Doch Gienke will nicht nur körperlich fit bleiben, sondern auch geistig. „Ich liebe Literatur, Theater, bildende Kunst.“ Sein Wunsch zum 70. Geburtstag: „Das die Familie gesund bleibt.“

Michael Zumpe

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