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MV aktuell Heimatliebe auf der Haut: Greifswalder Dom und Kühlungsborner Villa als Tattoo-Motive
Nachrichten MV aktuell Heimatliebe auf der Haut: Greifswalder Dom und Kühlungsborner Villa als Tattoo-Motive
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06:33 13.07.2019
Alex Dufke (33) aus Greifswald hat sich im Tattoostudio Dirty Deeds den Greifswalder Dom auf den Rücken tätowieren lassen. Gaby Weimer (45) aus Stuttgart hat die Villa Baltic in Kühlungsborn auf ihrem Oberarm tättowiert. Quelle: privat
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Rostock

 Leuchttürme, Stadtsilhouetten, Inselumrisse oder Heimatkoordinaten zieren die Haut vieler Menschen in MV. Gerade bei regionalen Tattoomotiven kennt die Körperkunst keine Grenzen. Ich selbst habe mir entlang der Taille den Warnemünder Leuchtturm tätowieren lassen. Für mich ist er das Symbol einer der drei Orte, an denen ich mich heimisch fühle.

Tattoos mit regionalem Bezug waren schon immer sehr beliebt, in den letzten zehn Jahren hat der Trend aber noch mal stark zugenommen“, erklärt Linda Dannenbaum (47), Inhaberin des Tattoostudios „Bodytuning“ in Rostock. Dass ihre Heimatliebe im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut geht, zeigen auch etliche OZ-Leser, die ihre Heimattattoos nach einem Aufruf der OSTSEE-ZEITUNG an die Redaktion gesendet haben.

Galerie: Das sind die Heimat-Tattoos der OZ-Leser

Dass Heimatliebe unter die Haut geht, das haben die OZ-Leser auf Facebook bewiesen. Dutzende Fotos haben sie an die Redaktion geschickt. Hier eine Auswahl.

Ein tätowierter Rücken kann Greifswalder entzücken

Bei Alex Dufke (33) geht die Liebe zu seinem Wohnort Greifswald sogar so weit, dass er sich den gesamten Rücken mit einem Motiv tätowieren ließ: Seit knapp vier Jahren ziert eine Straße mit Blick auf den Greifswalder Dom seinen Rücken. „Ich wollte ein aussagekräftiges Tattoo und der Blick auf den Dom bedeutet mir sehr viel. Ich habe lang’ in dieser Straße gewohnt“, erzählt der 33-Jährige. Der Nachtwächter, der in dem Bild auf den Dom zugeht, erinnere ihn an die Zeiten, als er selbst noch nachts um die Häuser zog. Entstanden ist das Gesamtkunstwerk in fünf Sitzungen à drei Stunden im Tattoostudio „Dirty Deeds“ von Desiree Stejuhn in Greifswald.

Alex Dufke (33) aus Greifswald hat auf seinem Rücken den Greifswalder Dom tätowiert. Quelle: privat

Jahrtausende alte Tradition

Bereits seit Jahrtausenden gibt es tätowierte Menschen. Früher als Bestandteil von Bräuchen und Riten verstanden, gerieten sie im Laufe der Zeit stark in Verruf. Hierzulande waren sie vor allem Körperschmuck von Seeleuten oder Mitgliedern der Unterwelt. Heute sind sie nicht nur gesellschaftsfähig, sondern allgegenwärtig. Seit der ersten Studie zur Verbreitung von Tätowierungen in Deutschland der Universität Leipzig im Jahr 2003 nahm der Trend zum Tattoo stetig zu. Jeder fünfte Deutsche ist nach der aktuellen Analyse tätowiert.

Ein Stück Norden weit im Süden

Eine ganz besondere Geschichte erreichte die Redaktion aus Baden-Württemberg, wo ein Herz für Kühlungsborn schlägt. Gaby Weimer (45) lebt in der Nähe von Stuttgart, ist dort geboren und auch aufgewachsen. Nichts verband sie mit der Ostseeküste. Das änderte sich schlagartig, als sie vor circa neun Jahren das erste Mal Urlaub in Stralsund machte. „Bei einem Ausflug habe ich Kühlungsborn eher zufällig entdeckt – es war Liebe auf den ersten Blick“, schwärmt die Erzieherin. Kein Ort an der Ostseeküste sei für sie so magisch wie dieses Ostseebad. Mittlerweile hat sich Gaby dort ihre zweite Ferienwohnung gekauft und besucht den Ort bis zu acht mal im Jahr.

Gaby Weimer (45) hat auf ihrer Schulter die Villa Baltic in Kühlungsborn tätowiert - obwohl sie aus Stuttgart kommt. Quelle: privat

Die Verbundenheit zu Kühlungsborn wollte die Schwäbin für immer auf ihrer Haut festhalten. „Ein Tattoo sollte etwas sein, das man sein Leben lang vertreten kann“, betont Gaby Weimer. Als VfB-Stuttgart-Fan hatte sie bereits ein Tattoo des Vereins, nun ziert zusätzlich die Villa „Baltic“ mit den drei Möwen des Kühlungsborner Wappens ihren rechten Oberarm. Lange habe sie überlegt, welches Motiv es werden könnte, dann kam ihr das alte, seit Jahren verlassene Gebäude am Westende der Kühlungsborner Promenade in den Sinn: „Die Villa hat mich schon beim ersten Anblick fasziniert. Seitdem halte ich mich ständig auf dem Laufenden, was mit ihr passiert und engagiere mich soweit es geht für ihren Erhalt.“

Tattoo-Trend ohne Altersgrenze nach oben

Zu ihrer Rostocker Tätowiererin Linda Dannenbaum kam die 45-jährige tatsächlich durch den VfB. „Ich habe ihren Bruder, der in Stuttgart lebt, rein zufällig im Stuttgarter Stadion kennengelernt. Ihre filigrane Arbeit begeisterte mich sofort“, erzählt Gaby Weimer. Anfang diesen Jahres war es dann so weit: Nach drei langen Stunden war das Kunstwerk auf der Haut der Schwäbin verewigt. Am Ende sei es schon sehr schmerzhaft gewesen, doch für die Villa „Baltic“ habe sie es gern in Kauf genommen. „Ich fühle mich einfach zur Hälfte als Kühlungsbornerin“, begeistert sich die Schwäbin.

Linda Dannenbaum (47) betreibt in Rostock das Tattoostudio „Bodytuning“. Quelle: privat

Eine große Besonderheit sei Gaby Weimers Wunsch nicht für die Tätowiererin gewesen: „Ich tätowiere sehr häufig regionale Motive, besonders oft den Warnemünder Leuchtturm, den Teepott oder die Silhouette von Rostock.

Autorin Maria Baumgärtel (28) hat unter anderem den Warnemünder Leuchtturm auf die Rippen tätowiert. Quelle: Maria Baumgärtel

Aber auch Tattoos von Fußballvereinen sind sehr gefragt.“ Neulich habe sie vier Freundinnen jenseits der 60 das Wort „Warnemünde“ in altdeutscher Schrift gestochen. „Ich habe Kunden in jeder Altersklasse – von 18 bis open end ist alles dabei“, berichtet Linda Dannenbaum. Ihr ältester Kunde sei 92 gewesen. Für die Tätowiererin gibt es nur ein No-Go: „Links- und rechtsextreme Tattoos. Das mache ich auf keinen Fall.“

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