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MV aktuell Heizen mit Holz: Tipps vom Selbstschlagen bis zum Verbrennen in MV
Nachrichten MV aktuell Heizen mit Holz: Tipps vom Selbstschlagen bis zum Verbrennen in MV
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16:18 09.11.2019
Immer mehr Private in MV schlagen sich ihr Feuerholz selbst. Buchen, wie auf diesem Bild, eignen sich dafür besonders gut. Eine Schutzausrüstung ist dabei unerlässlich. Quelle: Ove Arscholl
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Rostock

An einem knisternden, wärmenden Kamin zu sitzen, ist für viele der Inbegriff von Gemütlichkeit während der kalten Jahreszeit. Immer mehr Menschen in MV heizen mit Holz. Neben der kuscheligen Atmosphäre zählen auch ökologische und preisliche Aspekte zu den Gründen.

>>> Lesen Sie mehr: Trotz Klimawandel: Warum in MV so viele Bäume wie nie gefällt werden

Am günstigsten ist es meist, sich sein Holz selbst zu schlagen. Möglich ist das in nahezu jedem Landes- und Kommunalforst sowie in vielen privaten Wäldern – natürlich in Absprache mit dem jeweiligen Forstamtsleiter oder Revierförster. Doch es gibt einiges zu beachten.

Motorsägenschein ist Pflicht

„Ohne einen Motorsägenschein geht nichts“, betont Carsten Küsel, der für den Holzverkauf der Landesforstanstalt zuständig ist. Selbstwerber, also Leute, die ihr Brennholz selbst aus dem Wald holen, müssen seit 2008 nachweisen, dass sie mit einer Motorsäge umgehen können. Dafür bietet unter anderem die Landesforstanstalt in einigen ihrer Forstämter Motorsägenkurse an. Daneben bieten auch kommunale Forstämter wie das Stadtforstamt Rostock Lehrgänge an.

In den meist eintägigen Schulungen werden nicht nur theoretische Kenntnisse zur Arbeitssicherheit und dem Arbeiten mit der Motorsäge vermittelt, sondern auch praktische Übungen durchgeführt. Im Anschluss bekommen die Teilnehmer einen Modul-A-Schein und sind damit qualifiziert, Bäume bis 19 Zentimeter Brusthöhendurchmesser selbst zu fällen und liegendes Holz aufzuarbeiten. Die Anmeldung ist telefonisch beim jeweiligen Forstamt möglich. Weitere Infos unter www.wald-mv.de.

Holz aus dem Waldbestand oder vom Wegesrand

Wer Holz für den Heimbedarf benötigt, kann sich an einen Förster vor Ort wenden. „In den Landesforsten meldet man vorher an, wie viel Holz man benötigt und bezahlt das auch im Vorfeld. Dann bekommt man eine genaue Einweisung im zugewiesenen Waldgebiet“, erklärt Küsel. Denn willkürlich dürfen die Selbstwerber natürlich kein Holz schlagen und aufarbeiten. „Der zuständige Förster gibt in jedem Fall einen Holzschein aus, auf dem genau festgehalten ist, wo und wie viel geschlagen werden darf“, teilt Ivo von Trotha, Forstverwalter in Klein Trebbow und Vorsitzender des Waldbesitzerverband für MV, mit. Der private Forstbesitzer freue sich immer über Selbstwerber.

„Bei uns wird das Holz meist durch unsere eigenen Leute geschlagen. Wir haben dafür einfach die bessere Technik“, berichtet Sven Ahrens, der sich um die Holzvermarktung des Stadtforstamts Rostock kümmert. Kronenteile, die im Waldbestand verbleiben, oder schwächere Stämme, die an den Wegrand vorgezogen sind, können aber von Selbstwerbern aufgearbeitet werden. Fertiges Brennholz, das in Holzscheite zerkleinert und getrocknet ist, biete das Stadtforstamt Rostock nicht an. „In Brennholzbetrieben kann man das aber bekommen“, rät Ahrens.

Auch private Waldbesitzer bieten unter Umständen fertiges Brennholz an, wie beispielsweise Ivo von Trotha. „Unter unseren Forstämtern sind nur Nossentiner Heide und Poggendorf, die solches Holz verkaufen“, berichtet Küsel von der Landesforstanstalt. Möchte man sich etwas Arbeit sparen, könne man aber Holz aufarbeiten, das in Stapeln in drei Metern Länge am Wegrand bereitgelegt wird. Das sollte man allerdings frühzeitig mit dem Förster absprechen.

Schutz geht vor

Bei der Arbeit im Wald sind gewisse Richtlinien einzuhalten. Eine persönliche Schutzausrüstung, sprich Helm, Sicht- und Gehörschutz sowie eine Hose und Schuhe mit Schnittschutzeinlagen, ist unerlässlich. „Holz ernten ist kein Abenteuer. Es ist Vorsicht geboten. Alle wollen das überleben“, mahnt Küsel. Nicht nur das Sägen stelle dabei eine Gefahr dar, sondern auch das Fällen von Bäumen.

Auch dem Wald soll natürlich nicht geschadet werden. „Die Rückewege sind in jedem Fall einzuhalten, damit der Waldboden keinen Schaden nimmt“, erklärt Peter Rabe, Leiter des Forstamts Grevesmühlen. Zudem darf nur Bioöl für die Kettenschmierung verwendet werden, da sonst das Grundwasser vergiftet wird.

Am besten Laubhölzer zum Heizen

Am besten eignen sich Laubhölzer zum Einheizen, weiß Küsel: „Vor allem schwere Laubhölzer wie Buche, Eiche und Esche sind beliebt.“ Sie haben einen besonders hohen Brennwert und sorgen für reichlich Wärme. „Es kommt immer darauf an, ob man mit Kamin oder Ofen heizt“, erklärt Torsten Hackert, Leiter des Forstamts Jägerhof: „Buche und Esche eignen sich vor allem für Öfen, Birke und Erle für Kamine. Nadelhölzer rußen mehr und sollten eher in Öfen verheizt werden.“

Rabe vom Forstamt Grevesmühlen gibt zudem den Tipp, dass Baumschnitte von Obstbäumen wohlige Wärme spenden. In jedem Fall sollte das Holz mindestens ein Jahr getrocknet werden. „Wir raten sogar zu zwei Jahren, bei Eiche zu drei“, erzählt Ahrens vom Stadtforstamt Rostock. Wichtig sei zudem, die Scheite möglichst luftig und von oben abgedeckt zu lagern.

15 Euro für Eigenarbeit, 50 Euro für fertiges Brennholz

„Waldholz kostet Geld, ist aber günstig“, meint Forstamtsleiter Rabe. Im Forstamt Grevesmühlen liege der Preis zwischen 10 und 15 Euro je Raummeter – abhängig von Baumart und Eigenart der Fläche. Ähnliche viel koste Holz, laut Küsel, auch in allen anderen Landesforstämtern. Im Stadtforstamt Rostock kostet der Raummeter direkt aus dem Wald 20 Euro, am Wegrand 30 Euro.

Als Beispiel für privaten Waldbesitz gibt Ivo von Trotha seine Preise an: „Zwischen 15 und 30 Euro verlange ich pro Raummeter. Das fertige Brennholz verkaufe ich für 40 bis 50 Euro pro Schüttraummeter.“ Am günstigsten sei mit Abstand das Nadelholz: „Durch den trockenen Sommer und Borkenkäferbefall haben wir Unmengen an unbrauchbarem Holz“, bedauert von Trotha. Für circa 10 Euro je Raummeter ist vor allem Fichte abzugeben.

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