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MV aktuell Historie zu Störtebeker: Die wahre Geschichten der Piraten in MV
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18:07 20.06.2019
Alexander Koll als Klaus Störtebeker und Mike Hermann Rader (r.) als Svarte Skaaning auf der Naturbühne auf Rügen Quelle: dpa
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Grevesmühlen/Ralswiek

Piraten und Mecklenburg-Vorpommern – eine lange Geschichte. Was ist davon wahr, was ist Mythos? Zuallererst muss natürlich Klaus Störtebeker (ca.1360-1401) genannt werden, der mit seinen Gefährten, den Vitalienbrüdern, einst die Ostsee befuhr. Die Herkunft von Klaus Störtebeker ist umstritten: In einigen Quellen wird ihm der Geburtsort Wismar zugeschrieben, auch die im nachgesagte Trinkfestigkeit ist mecklenburgischer Natur. Historisch verbürgt ist, dass die mecklenburgischen Piraten eine wichtige Rolle in den kriegerischen Auseinandersetzungen des 14. Jahrhunderts zwischen Dänemark und Schweden gespielt haben.

So soll Klaus Störtebeker ausgesehen haben. Quelle: KEYSTONE Pressedienst

Geschichten um Störtebeker bereits im 16. Jahrhundert

Danach entwickelte sich ein richtiger Kult: Bereits im 16. Jahrhundert wurde die Geschichte von Störtebeker in ein Lied mit 26 Strophen gefasst. Und der Komponist Reinhard Keiser (1674-1739) verfasste 1701 die Oper „Störtebeker und Jödge Michels“, auch der Volksmund vereinnahmte Klaus Störtebeker mit Spottliedern und Gedichten. Der DDR-Schriftsteller Kurt Barthel schrieb 1959 die Ballade „Klaus Störtebeker“, die danach in Ralswiek im Rahmen der „Rügenfestspiele“ aufgeführt wurde. Verfilmt wurde das Wirken von Klaus Störtebeker 2009 zuletzt im deutschen Spielfilm „12 Meter ohne Kopf“. Störtebeker wird heute nicht nur als Freibeuter, sondern auch als Volksheld wahrgenommen.

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Piratenspektakel beginnen am Wochenende

In Mecklenburg-Vorpommern starten am 21. und 22. Juni zwei Piraten-Inszenierungen, in denen die Erzählfäden, ausgehend von historischen Quellen, frei weitergesponnen werden. Die Schauplätze liegen in der Ostsee und in der Karibik. Auf der traditionsreichen Naturbühne von Ralswiek ist wie gewohnt Klaus Störtebeker der Hauptheld. In Ralswiek finden seit 1993 die Störtebeker-Festspiele statt, die DDR-Vorgeschichte reicht bis 1959 zurück. Das andere Piratenspektakel wird in Grevesmühlen gegeben und spielt in der Karibik. Der Publikumszulauf spricht für sich: Mehr als 60 000 Besucher haben im vergangenen Jahr die Abenteuer um Capt’n Flint und seine Crew im Open-Air-Theater gesehen.

Die Piraten sind längst tot, aber ihr Geist geht in Mecklenburg-Vorpommern immer noch um.

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Thorsten Czarkowski

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