Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
MV aktuell Hitzewelle trifft MV: Acht Fakten, die Sie wissen müssen
Nachrichten MV aktuell Hitzewelle trifft MV: Acht Fakten, die Sie wissen müssen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:11 24.06.2019
Sommer auf der Insel Usedom: Badegäste suchen eine Abkühlung.
Sommer auf der Insel Usedom: Badegäste suchen eine Abkühlung. Quelle: Tilo Wallrodt
Anzeige
Rostock

Es wird heiß in Mecklenburg-Vorpommern. Prognosen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zufolge steigen die Temperaturen bereits am Dienstag auf bis zu 34 Grad. Am Mittwoch erreicht die Hitzewelle schließlich ihren Höhepunkt: Das Hoch „Ulla“ sorgt für Maximalwerte von 37 Grad – und den bislang wahrscheinlich wärmsten Tag des Jahres. Kühler soll es erst ab Donnerstag werden. Es bleibt aber sonnig und trocken.

Wie viel sollte bei Hitze getrunken werden?

Viel zu trinken ist bei diesem Wetter das A und O. „Die sonst empfohlene Menge von zwei Litern Wasser darf gern überschritten werden“, sagt Julia Tebbe-Simmendinger, Notärztin in der Universitätsmedizin Rostock. Für ältere Menschen gelte dies noch mehr. Die meisten Senioren würden so schon zu wenig trinken. Die Medizinerin empfiehlt weiter, sich in den nächsten Tagen nicht zu sehr anzustrengen, Schatten oder klimatisierte Räume aufzusuchen und bei Gelegenheit in die Ostsee zu springen.

Ist der Sprung ins kalte Wasser gefährlich?

Auch wenn die Abkühlung im Wasser an heißen Tagen verlockend ist, sollte beim Baden nicht übertrieben werden. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) rät nach einem Sonnenbad, nur langsam ins Wasser hineinzusteigen oder sich vorher abzuduschen – „auch wenn man dafür vielleicht belächelt wird“, sagt DLRG-Pressesprecher Achim Wiese. Denn springe man überhitzt ins Wasser, sei das schlecht für den Kreislauf.

Ab wann gibt es Hitzefrei?

Ob Schüler in den kommenden Tagen früher nach Hause gehen dürfen, entscheiden ihre Schulleiter. Das läuft nach Angaben des Bildungsministeriums wie folgt: Bei hohen Innentemperaturen müssen die Leiter zunächst prüfen, ob der Unterricht in kühlere Räume oder nach draußen verlegt werden kann. Geht das nicht, werden die Stunden zunächst gekürzt. Hitzefrei gibt es nur, wenn auch das nicht organisierbar ist. Problematisch ist diese Regelung bei Jüngeren, da Grundschüler nur in Absprache mit den Erziehungsberechtigten vor dem regulären Unterrichtsende aus der Aufsicht der Schule entlassen werden dürfen.

Gibt es solche Regelungen auch für Arbeitnehmer?

Auch Arbeitnehmer können Hitzefrei bekommen – vorausgesetzt, ihr Arbeitgeber entscheidet das so. Grundsätzlich darf dieser bestimmen, wann und wo seine Mitarbeiter im Einsatz sind. Er muss allerdings die Gesundheit seiner Angestellten berücksichtigen. Ist jemand zum Beispiel schwanger oder hat eine Herz-Kreislauf-Erkrankung, kann die Arbeit in sehr warmen Büros als unzumutbar gelten. Nach der Arbeitsstätten-Regelung soll die Raumtemperatur im Büro nicht über 26 Grad liegen. In besonderen Fällen wie heißen Sommertagen müssen Beschäftigte aber trotzdem arbeiten – geschützt durch Maßnahmen wie Jalousien.

Trocknen Seen und Flüsse durch die Hitze aus?

Der lange Sommer 2018, der trockene Winter und der sonnenreiche Mai haben für niedrige Pegelstände in den Flüssen und Seen von MV gesorgt. Naturschützern und Anglern bereitet das Sorge. „Noch sind die Wasserstände in den Gewässern für die meisten Fische ausreichend“, sagt Helmut Winkler vom Naturschutzbund (Nabu). Aber die Reserven würden langsam knapp werden: „Steigen die Pegelstände nicht bald, drohen uns massive Probleme“, so Axel Pipping vom Landesanglerverband. Besonders gefährdet seien Fische in kleineren Teichen. Sie bekämen bei anhaltender Hitze und Trockenheit zu wenig Sauerstoff. In Parchim habe der Verband bereits die ersten Karpfen in größere Gewässer umgesiedelt.

Wie wirken sich die Temperaturen auf die Landwirtschaft aus?

Der niedrige Wasserstand macht auch den Landwirten zu schaffen. Viele Bauern nutzen angrenzende Flüsse, Seen und Gräben, um ihre Felder zu bewässern. „Durch die Wasserknappheit können die Landwirte ihre Flächen nicht zusätzlich beregnen“, sagt Bettina Schipke vom Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern. Das wäre aber notwendig. Beim Getreide komme es aufgrund von Wassermangel zur Notreife, bei der sich die Körner kleiner ausbilden. „Landwirte mit Tieren müssen in den nächsten Tagen einmal mehr nachschauen, wie es in ihren Ställen aussieht“, erklärt Schipke weiter. Ihnen müssen ausreichend Wasser und Belüftungsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden.

Wann ist der beste Zeitpunkt, um Pflanzen zu gießen?

Das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft rät dazu, Pflanzen entweder am frühen Morgen oder am späten Abend zu gießen. Mittags und nachmittags würde das Wasser zu schnell verdunsten. Der effizienteste Gießzeitpunkt sei nachts um 4 Uhr. Eine Bewässerungsanlage mit Zeitschaltuhr könne diese Aufgabe übernehmen.

Wo herrscht Waldbrandgefahr?

Trotz der hohen Temperaturen ist die Waldbrandgefahr in Mecklenburg-Vorpommern derzeit noch gering. Nur im Bereich Torgelow, einem von neun Leitforstämtern, herrscht Stufe 3 – mittlere Waldbrandgefahr. „Es ist aber davon auszugehen, dass sich das im Laufe der Woche noch ändern wird“, sagt Tanja Müller von der Landesforst MV.

Pauline Rabe