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MV aktuell Rohrbruch in Rostock: Nordwasser will Frau nach Horror-Unfall helfen
Nachrichten MV aktuell Rohrbruch in Rostock: Nordwasser will Frau nach Horror-Unfall helfen
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19:26 15.05.2019
Nachdem das Wasser abgepumpt war, hob die Rostocker Feuerwehr das Auto mit einem Kran aus dem Krater. Quelle: OVE ARSCHOLL
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Brinckmansdorf

Für die Autofahrerin muss es der Horror gewesen sein: Als sie am Mittwoch den Bahnübergang im Rostocker Stadtteil Brinckmansdorf passiert, sprudelt plötzlich Wasser aus dem Asphalt. Die Frau weicht nach links aus, um der Gefahr zu entgehen. Doch plötzlich bricht die Straßendecke komplett ein und ihr Auto kippt vornüber in ein Wasserloch. Nur weil Passanten sofort die Heckklappe öffnen, kann die Frau nach hinten aus ihrem Auto flüchten.

Noch Stunden später stehen Passanten an der Unglücksstelle auf der Neubrandenburger Straße. Die Feuerwehr versucht gerade, das Auto aus dem Krater zu heben. Einige filmen den Einsatz. „Wahnsinn, irre, verrückt!“, sagt eine Schaulustige und schüttelt mit dem Kopf.

Auch Bahnverkehr eingestellt

Die Ursache für das Unglück: Nach einem Rohrbruch ist die Straße unterspült worden. Die Wassermassen laufen bis zum Weißen Kreuz hinunter, die Polizei muss den gesamten Bereich sperren. Besucher eines angrenzenden Supermarktes dürfen den Parkplatz nicht verlassen, da die Situation zu gefährlich ist. Auch der Bahnverkehr ist eingestellt.

Eine Frau ist am Mittwoch in Rostock mit ihrem Auto in einem Krater versunken. Sie konnte sich nach dem Vorfall in der Neubrandenburger Straße durch die Heckklappe selbst befreien und blieb unverletzt. Ursache ist die Unterspülung der Straße nach einem massiven Rohrbruch.

Damit der Wasserfluss endlich aufhört, kappt der kommunale Versorger Nordwasser vorübergehend zwei Hauptversorgungsleitungen. Die Folge: Tausende Haushalte im Rostocker Nordosten und in der Südstadt bekommen kein Wasser mehr. Auch angrenzende Gemeinden sind betroffen. Und der Überseehafen.

Wasserausfall dauerte zwei Stunden

Dabei sah gegen 10.30 Uhr noch alles friedlich aus auf der Neubrandenburger Straße: Autofahrer, die zu diesem Zeitpunkt hier entlangfahren, bemerken nichts. Gegen 11 Uhr geht dann jedoch ein Notruf bei der Rostocker Leitstelle ein. „Wir wurden in die Neubrandenburger Straße wegen eines Gasaustrittes gerufen“, sagt Robert Hafke, Einsatzleiter der Berufsfeuerwehr Rostock. Am Einsatzort angekommen, stellen die Feuerwehrleute den Wasserrohrbruch fest.

Nordwasser-Mitarbeiter orten den Schaden relativ zügig an einer 35 Zentimeter dicken Trinkwasserleitung, die dicht an einer der Hauptleitungen liegt. Gegen 12 Uhr können beide Hauptversorgungsleitungen wieder schrittweise in Betrieb genommen werden. Eine Stunde später ist die Versorgung der Stadtgebiete wieder gesichert.

Doch es dauert, bis das Wasser überall im Nordosten und in der Südstadt ankommt. „Bei uns ist der Wasserhahn noch trocken“, schreibt eine Leserin im sozialen Netzwerk Facebook. Nordwasser-Sprecherin Bettina Kalnins teilt mit, dass es weiter zu Druckschwankungen in den betroffenen Stadtgebieten kommen könne.

Straße bleibt für Autoverkehr vorerst gesperrt

Die Züge zwischen Rostock und Stralsund dürfen gegen 14 Uhr wieder fahren. Doch für den Autoverkehr bleibt der Bahnübergang gesperrt. Bis zum Supermarkt ist zwar wieder eine Zufahrt vom Weißen Kreuz möglich, doch dann kommt der Krater. „Die Straße ist momentan eine Sackgasse. Wir haben daher eine Umleitung empfohlen“, sagt Polizeisprecherin Dörte Lembke.

Bis der Schaden behoben ist, könne es noch eine Weile dauern, so Lembke. In Greifswald gab es im Jahr 2017 einen ähnlichen Fall – die Reparaturarbeiten dauerten Wochen an. Auch dort war eine wichtige Verkehrsachse betroffen.

Die Autofahrerin kam bei dem Unglück in Brinckmansdorf mit dem Schrecken davon. Sie blieb unverletzt. Um die finanziellen Folgen brauche sie sich auch keine Gedanken zu machen, heißt es. „Der ihr entstandene Schaden wird unbürokratisch durch Nordwasser abgewickelt“, sagt Unternehmenssprecherin Kalnins.

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