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MV aktuell Die meisten Führerscheine in Mecklenburg-Vorpommern bald ungültig
Nachrichten MV aktuell Die meisten Führerscheine in Mecklenburg-Vorpommern bald ungültig
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14:22 06.05.2019
Drei Führerscheine verschiedener Generationen: Die EU-einheitlichen Führerscheine werden immer nur 15 Jahre gültig sein. Danach müssen die Bürger einen neuen Führerschein beantragen, aber keine neue Fahrprüfung absolvieren. Quelle: OLIVER BERG/DPA
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Rostock

Ob rosafarbene Pappe, grauer Lappen oder buntes Plastikkärtchen – die alten Führerscheine dienen aus: In den kommenden Jahren müssen in Mecklenburg-Vorpommern hunderttausende Führerscheine umgetauscht werden. Konkret: Spätestens im Januar 2033 endet die Frist für den Wechsel vom alten Lappen auf den neuen EU-Führerschein, teilt der ADAC Hansa mit. Im Nordosten betrifft dies alle der gegenwärtig insgesamt rund 715 000 Führerscheine, die vor dem Stichtag 19. Januar 2013 ausgestellt wurden.

Durch eine Staffelung der Fristen sollen die Behörden den erwarteten Ansturm der Führerscheinbesitzer bewältigen können. In MV hält sich dieser Ansturm bislang offenbar noch in Grenzen. So tauschen beispielsweise im Landkreis Vorpommern-Rügen derzeit pro Tag im Schnitt rund 20 Fahrerlaubnisinhaber ihre alten Scheine gegen die neuen EU-Karten um, teilt eine Sprecherin auf OZ-Anfrage mit. Zudem gebe es in der Sache täglich etwa zehn sogenannte Registeranfragen von Führerscheinbesitzern, die nicht mehr im Landkreis wohnen.

Bis zu 80 000 Führerscheine müssen in Rostock umgetauscht werden

Rostock geht von einer Zahl zwischen 70 000 und 80 000 Führerscheinen aus, die in der Stadt in den kommenden Jahren umgetauscht werden müssen. Demnach sei mit einem „durchschnittlichen Umtauschbedarf von rund 6000 bis 7000 Führerscheinen pro Jahr“ in der Hansestadt zu rechnen, heißt es aus der Stadtverwaltung. Im Landkreis Vorpommern-Greifswald seien derzeit noch keine verstärkten Anfragen zum Umtausch alter Führerscheine zu verzeichnen, so Sprecherin Anke Radlof.

Kommentar zum Thema: Nervig – aber sinnvoll

Der „zwingend vorgeschriebene Umtausch alter Führerscheine“ soll ADAC-Angaben zufolge durch einen Stufenplan entzerrt werden. Das heißt: Je nach Geburtsjahr des Führerscheininhabers beziehungsweise Ausstellungsjahr der Fahrerlaubnis sind die Fristen gestaffelt. So müssen beispielsweise die Geburtsjahrgänge 1953 bis 1958 ihre Fahrerlaubnis bereits bis zum 19. Januar 2022 umgetauscht haben, während etwa Führerscheine, die zwischen 2005 und 2007 ausgestellt wurden, bis zum 19. Januar 2028 Gültigkeit haben.

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Anträge können nur persönlich gestellt werden

Die Staffelung soll laut dem Auto Club Europa (ACE) verhindern, dass es in den Führerscheinstellen zu langen Wartezeiten kommt, weil der Antrag auf Umtausch nur persönlich gestellt werden kann. Vereinzelt hätten ACE-Mitglieder nachgefragt, warum man den Führerschein, der doch lebenslang gültig ist, umtauschen müsse, sagt ACE-Sprecherin Romy Mothes.

Neue EU-Führerscheine sind 15 Jahre gültig

Die neuen EU-Führerscheine sind auf eine einheitliche Gültigkeit von 15 Jahren befristet – im Gegensatz zu den alten Führerscheinen, die lebenslang gültig waren. Nach Ablauf der 15 Jahre muss ein neuer Antrag gestellt werden. Eine neue Fahrprüfung oder ein Gesundheitszeugnis müsse jedoch nicht vorgewiesen werden, teilt der Auto Club Europa (ACE) mit.

Als Grund dafür gibt die EU an, in allen Mitgliedsstaaten Führerscheine nach einheitlichem Standard einzuführen. Dadurch sollen die Papiere auch fälschungssicherer werden. Um Missbrauch zu verhindern, werden die Dokumente zudem EU-weit in einer Datenbank erfasst.

Umtausch kostet rund 25 Euro

Unmut regt sich auch über die Gebühr von rund 25 Euro, die für den Umtausch fällig wird. „Dazu kommen Kosten für ein neues Passfoto“, heißt es beim ACE. Und wer die Frist für den Umtausch verstreichen lasse und danach weiter mit dem alten Führerschein unterwegs sei, riskiere ein Verwarngeld in Höhe von 10 Euro.

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