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MV aktuell In Karow werden Bullen gekört und versteigert
Nachrichten MV aktuell In Karow werden Bullen gekört und versteigert
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05:12 13.03.2019
Züchter Marco Radloff und Auszubildende Nadine Götz kommen gerade von der Körung. Dort wurden die beiden etwa 17 Monate alten Bullen Dorin und Joschka bewertet. Quelle: Dietmar Lilienthal
Karow

„Piano“ hat eine schöne Länge und Tiefe. Auch Beinwerk, Fesseln und Klauen sind in Ordnung. „Wir hätten uns aber einen Ticken mehr Beckenbreite gewünscht“, sagt Sabine Schmidt vom Rinderzuchtverband Rinderallianz in Woldegk, die den Jungbullen gemeinsam mit zwei weiteren Juroren bewertet. Neben dem knapp eineinhalbjährigen Angus-Rind vom Gut Karow werden noch mehr als 50 weitere Tiere für die Zucht beurteilt – oder gekört, wie es in der Fachsprache heißt.

In drei Kategorien erhalten die Tiere Noten: Typ, Bemuskelung und Skelett. „Die Bewertung ist aber von Rasse zu Rasse unterschiedlich“, sagt Fanny Stania, Sprecherin der Rinderallianz. Bei den Angusrindern, zu denen auch „Piano“ zählt, käme es beispielsweise darauf an, dass sie einen kleinen, dreieckigen Kopf haben, sagt Züchter Maik Kowohl. „Das ist einfach typisch für die Rasse.“ Am wichtigsten ist allerdings das sogenannte Fundament. „Wenn die Bullen decken, lasten da mal locker 1,4 Tonnen nur auf den beiden Hinterbeinen“, sagt Maik Kowohl. Da sei es einfach essenziell, dass die stabil sind. Immerhin bestehe eine Herde aus gut 35 Kühen, die alle „zu versorgen“ seien – kein geringes Pensum. Ein einziger Bulle macht somit oft eine halbe Herde aus.

Die verschiedenen Rassen werden nach ganz unterschiedlichen Kriterien bewertet. Worauf es unter anderem beim Angus-Bullen ankommt, zeigt diese Bildergalerie.

Während „Piano“ sich wieder in den an die Auktionshalle angeschlossenen Stall zurückziehen und sein frisches Heu futtern kann, geht es für die nächste Truppe in den sogenannten Ring. Hier werden sie von ihren Züchtern an Nasenring mit Führstange und Halfterstrick etliche Runden im Kreis geführt. Die dreiköpfige Jury, die sich ebenfalls im Ring befindet, hat währenddessen knapp fünfzehn Minuten Zeit, die Tiere genau in Augenschein zu nehmen. Dabei müssen die Tierführer nicht nur ein Auge auf ihre teils widerspenstigen Bullen haben. „Es ist auch wichtig, dass man den Blick zum Richter hat“, sagt Maik Kowohl. Immer wieder haben die nämlich Extrawünsche. Etwa die Änderung der Gangart. Höchstpunkte gibt es dann, wenn die Hinterklaue fast dahin tritt, wo zuvor die Vorderklaue war. „Manche paddeln auch so nach außen“, sagt der Züchter. Das sei nicht gut.

Rücken mit Fleischauflage

Der Gang zählt mit in die Note für das Skelett. Auch die Klauen werden in dieser Kategorie bewertet. „Sie müssen gerade sein und dürfen nicht übereinander stehen“, sagt Maik Kowohl. Bei der Bemuskelung bewerten die Richter vor allem die Ausprägung der Keule und eine möglichst volle Schulter. „Aber auch der Rücken muss eine ordentliche Fleischauflage haben.“ Die Wirbelsäule, wie es bei Milchkühen in der Regel der Fall ist, darf sich nicht abzeichnen.

Bis zu 1800 Gramm Tageszunahme

Die 14 vielversprechendsten Bullen wurden bereits vor der Körung in der Mastprüf­anstalt Laage stationsgeprüft. „Ein halbes Jahr lang werden sie gleich gefüttert und gleich gehalten“, sagt Maik Kowohl. Durch die einheitlichen Umweltbedingungen kommen die genetisch bedingten Leistungsunterschiede dann besonders gut zum Vorschein. „Hier kann man dann auch gucken, ob das Fundament die schnelle Gewichtszunahme mitgemacht hat“, sagt der Züchter. Pro Tag legen die Tiere immerhin bis zu 1,8 Kilogramm an Masse zu. Durch die Stationsprüfung werden die Absatzchancen der Tiere auf dem Markt erhöht. Aber auch die Zuchtauswahl wird abgesichert. Schließlich wird viel Aufwand betrieben, um optimale Ergebnisse zu erzielen. „Einige der Bullen sind als Embryo nach Deutschland gekommen und wurden dann von einer Leihmutter ausgetragen“, sagt Maik Kowohl.

Führend in der Fleischrindzucht

Die Rinderallianz ist ein Unternehmen mit Sitz in Woldegk. Schwerpunkte der Arbeit sind Sperma­produktion und -verkauf, Besamungsservice, Zucht-, Nutz- und Schlachtviehvermarktung. In der RinderAllianz werden seit der Gründung im Jahr 2014 die beiden etablierten Zuchtbetriebe RZMV (Mecklenburg-Vorpommern) und RSA (Sachsen-Anhalt) gebündelt. Deutschlandweit ist das Unternehmen in der Fleischrindzucht führend. Im Zuchtgebiet kann man auf die größte Fleischrindzuchtpopulation Deutschlands bauen. 621 Zuchtbetriebe mit 11 807 aktiven Herdbuchkühen zählen zu den Mitgliedern. Zur „19. Karower Fleischrindbullenauktion“ werden rund 500 Bieter erwartet.

Am Mittwoch werden die Zuchtbullen in der Vermarktungshalle ab 13 Uhr versteigert. „Den Käufern geht es vor allem darum, neues Blut in ihre Zucht zu bekommen“, sagt Fanny Stania. Die zwischen 12 und 18 Monate alten Jungbullen der Rassen Angus, Blonde d’Aquitaine, Charolais, Fleckvieh-Simmental und Uckermärker sind bis zu 800 Kilo schwer und erzielen Preise zwischen 2000 und 6000 Euro.

Dana Frohbös

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