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MV aktuell In Mecklenburg-Vorpommern fehlen Ärzte und Pflegekräfte
Nachrichten MV aktuell In Mecklenburg-Vorpommern fehlen Ärzte und Pflegekräfte
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07:41 11.06.2019
Prof. Andreas Crusius, Präsident der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern Quelle: dpa
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Rostock

Die Gesundheitswirtschaft im Nordosten erweist sich als Wachstums- und Arbeitsmarktmotor. Auf der anderen Seite gibt es große Probleme in der Pflege und es fehlen Ärzte und Schwestern. Das Themenfeld auf der am Mittwoch beginnenden 15. Nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft 2019 in Rostock-Warnemünde ist groß.

154 000 Menschen in der Gesundheitswirtschaft

Aktuell arbeiten 154 000 Menschen in diesem Wirtschaftszweig von MV. „Unser Bundesland ist deutschlandweiter Spitzenreiter bei Beschäftigung und Bruttowertschöpfung“, erklärt Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU). Jeder siebte Euro an Bruttowertschöpfung entstehe hier. Dieser Bereich „bildet eine der Zukunftsbranchen mit überdurchschnittlichem Wachstumspotenzial“, unterstreicht Lars Bauer, Geschäftsführer der BioCon Valley GmbH, dem Netzwerk der Gesundheitswirtschaft des Landes.

Bis zum Erreichen des Zieles der Landesregierung, „MV zum Gesundheitsland Nummer eins in Deutschland“ zu machen, sei es noch ein langer Weg. Das verdeutlicht der Präsident der Ärztekammer MV, Prof. Dr. Andreas Crusius. Alarmierend ist die Situation in der Pflege. Im Nordosten werden von den 91 000 Pflegebedürftigen mehr als 71 000 zu Hause betreut. Doch viele der Pflegenden – 38 Prozent sind 70 Jahre und älter – sind erschöpft, wie der Barmer-Pflegereport zeigt.

Niedergelassene Fachärzte gesucht

Neben der drohenden Unterversorgung der Bevölkerung mit Hausärzten macht Prof. Crusius auf die prekäre Situation bei den Kinderärzten aufmerksam. „Von den 145 niedergelassenen Fachärzten im Land sind 54 älter als 60 Jahre. Hier droht in Kürze eine weitere Versorgungslücke.“

„Es stimmt, dass in wenigen Jahren viele Kollegen in Rente gehen. Darauf macht der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte MV seit fünf Jahren aufmerksam“, sagt deren Vorsitzender, Dr. Andreas Michel. Angesichts der Weiterbildungsmöglichkeiten in den Praxen zeigt sich der Greifswalder Kinderarzt aber in puncto Nachwuchsgewinnung optimistisch. Kopfzerbrechen bereite ihm, dass „viele Kliniken im Nordosten totgespart und dadurch zu wenige Ärzte ausgebildet werden“. Und der Druck wächst. Behandelte hierzulande vor fünf Jahren ein niedergelassener Kinderarzt im Schnitt pro Quartal rund 900 kleine Patienten, sind es aktuell 1100.

Kinderärzte als „Wander-Pädiater“

10 000 Kinder wohnen im Nordosten mehr als 20 Kilometer von der nächsten Arztpraxis entfernt. Das analysierte der geschäftsführende Direktor des Instituts für Community Medicine der Uni-Medizin Greifswald, Wolfgang Hoffmann. Er schlug vor, dass Fachärzte in schlecht versorgten Regionen regelmäßig Sprechstunden in Praxen von niedergelassenen Hausärzten anbieten. Laut Dr. Michel ist ein solcher Versuch gestartet worden. So werden zwei seiner Fachkollegen im Bereich Woldegk (Mecklenburgische Seenplatte) und Goldberg (Ludwigslust-Parchim) als „Wander-Pädiater“ arbeiten.

Künftigen Kinderärzten müsse man attraktive Verträge „für die fünfjährige Facharzt-Weiterbildung am Stück“ anbieten, fordert Prof. Crusius. Zudem hofft er auf zusätzliche, vom Land finanzierte Studienplätze für Landeskinder, die das Wirtschaftsministerium verspochen habe. Seite ...

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