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MV aktuell In Schwerin qualmt‘s an jeder Ecke
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02:25 12.05.2014
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Rostock

Als Martina Pötschke-Langer vor etwa drei Jahren mit einigen Kollegen durch die Schweriner Kneipen zog, hatte sie keine Zigaretten dabei, sondern Stift und Zettel. Damit notierte die Expertin für Krebsprävention, die eigens aus Heidelberg angereist war, hinter welchen Kneipentüren in der Landeshauptstadt die Kippen qualmten. Das Ergebnis: fast überall. In 93 Prozent der Betriebe pafften die Gäste munter vor sich hin. Zumindest in der sogenannten „getränkegeprägten Gastronomie“. In Kneipen oder Bars also, in denen sich die Gäste zwischen dem einen oder anderen Bier oder Wein auch gern mal eine Zigarette zwischen die Lippen stecken.

Das Ergebnis hielt Medizinerin Pötschke-Langer, die auch für die Weltgesundheitsorganisation WHO in Sachen Tabakkontrolle tätig ist, in der „aktuellen Bestandsaufnahme in zehn Bundesländern“ fest.

Dabei ließ sie kein gutes Haar am Nachtleben in der Landeshauptstadt des Nordostens: Wer in Schwerin „abends ein Bier trinken möchte, muss lange suchen, wenn er nicht zum Passivrauchen gezwungen werden will“, steht in ihrem Bericht.

Die Bayern kommen darin deutlich besser weg: München sei „(fast) rauchfrei“, meldet der Report. Dort hatte es vor einigen Jahren einen Volksentscheid zum Rauchen gegeben. Die Folge: In München, Rosenheim oder Ingolstadt darf man nur noch in geschlossenen Gesellschaften dem blauen Dunst frönen. Seither gilt der bayerische Weg als Paradebeispiel. Lieblinge der Tabak-Gegner sind auch das Saarland und seit einem Jahr Nordrhein-Westfalen mit ihren Komplett-Rauchverboten. Solche Verhältnisse wünscht sich mancher auch im Nordosten Deutschlands. Silke Gajek von der Schweriner Grünen-Fraktion verweist darauf, dass das Gesundheitsland MV „doch auf gesundheitlich gute Rahmenbedingungen der in der Gastronomie beschäftigten Menschen hinwirken“ müsse. Silke Gajeks Vorschlag:

„Machen wir doch wie Bayern einen Volksentscheid zu der Frage, wie viel Nichtraucherschutz die Menschen im Lande wünschen.“

Forderungen nach einem Komplett-Rauchverbot stoßen jedoch hierzulande auf wenig Gegenliebe. Das seit 2008 offiziell gültige Nichtraucherschutzgesetz reicht nach Ansicht des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands MV (Dehoga) vollkommen aus. Auch das Schweriner Sozialministerium wertet die Regelung, so wie sie ist, als Erfolg: So habe das Gesetz auch zu einem Rückgang bei der Zahl jugendlicher und junger Raucher geführt, heißt es in einer Mitteilung. Der Anteil der rauchenden 12- bis 17-Jährigen habe sich zwischen 2001 und 2012 von 27,5 Prozent auf 12 Prozent mehr als halbiert.



axm

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