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MV aktuell In vier Landkreisen werden neue Chefs gesucht
Nachrichten MV aktuell In vier Landkreisen werden neue Chefs gesucht
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07:50 27.05.2018
Landratsamt des Kreises Vorpommern-Rügen in Stralsund Quelle: Elisabeth Woldt
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Stralsund/Greifswald/Anklam/Binz

Der Sonntag ist so etwas wie ein kleiner „Super-Wahltag“ in Mecklenburg-Vorpommern: In vier Landkreisen sind die Bürger aufgerufen, neue Landräte zu wählen. Insgesamt bewerben sich 20 Kandidaten, nur drei von ihnen sind Frauen. In drei Kreisen wird es besonders spannend, weil die bisherigen Amtsinhaber nicht mehr antreten. Dass am Wahlabend bereits alle neuen Landräte feststehen, ist unwahrscheinlich: Dafür müsste ein Kandidat mindestens 50 Prozent der Stimmen bekommen. Die Wahlhelfer stellen sich auf Stichwahlen am 10. Juni ein. Bei denen würden jeweils die zwei Bestplatzierten antreten.

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Zudem stehen am Sonntag im Ostseebad Binz auf der Insel Rügen und in Anklam (Vorpommern-Greifswald) Bürgermeisterwahlen an.

Landkreis-Verwaltungen treffen wichtige Entscheidungen

„Die Landratswahlen sind genauso wichtig wie Bundestags- oder Landtagswahlen“, sagt der Geschäftsführer des Landkreistages, Matthias Köpp. Im Bereich der Landkreis-Verwaltungen lägen wichtige Entscheidungen, die für die Bürger nicht weniger bedeutend seien als Bundesgesetze. So werden Bauanträge in den Landratsämtern genehmigt, die Bearbeitung und Auszahlung von Sozialhilfe liegt ebenfalls in deren Verantwortung. Auch beim zentralen Zukunftsthema, dem Breitbandausbau, spielten sie eine wichtige Rolle, so Köpp.

Landräte haben Spielräume

Dabei sei natürlich zu beachten, dass sich die Landräte an Bundes- oder Landesgesetze zu halten haben. „Aber sie haben natürlich auch Spielräume“, betonte der Verbandsgeschäftsführer. Allgemein könne gesagt werden, dass 80 Prozent der Tätigkeiten über Gesetze bestimmt seien, der Rest könne in den Verwaltungen selbst bestimmt werden. Dies gelte auch für die Jobcenter, in denen die Kreise vieles selbst bestimmen könnten. Sie könnten über Qualifizierungen oder Sanktionen entscheiden. In solchen Fällen könne das Engagement der Landräte eine spürbare Rolle spielen.

Köpp rechnete am Sonntag mit einer Wahlbeteiligung im Bereich der Landtagswahlen von gut 60 Prozent. Allerdings seien die meisten der vergangenen Landratswahlen gekoppelt mit anderen Urnengängen abgelaufen. „Da bin ich gespannt, wie das dieses Mal aussieht.“ Aber im Sinne der Demokratie sei zu hoffen, dass die Bürger erkennen, welche Bedeutung die Wahlen haben.

Das sind die Kandidaten in den Landkreisen

Vorpommern-Greifswald: 17 Jahre lang war Barbara Syrbe (Linke) im Amt, bis 2011 im Vorgängerkreis Ostvorpommern, danach im durch die Kreisreform gebildeten Großkreis. Sieben Bewerber gibt es für ihre Nachfolge. Als Favoriten für die Stichwahl werden vor allem Michael Sack (CDU) und der parteilose Dirk Scheer gehandelt. Kreistagspräsident Sack kann auf eine traditionell starke CDU-Wählerschaft in der Region hoffen. Scheer soll das Erbe von Syrbe antreten, er wird von der Linken unterstützt, ist aber nicht ihr offizieller Kandidat. Chancen werden auch Axel Gerold von der AfD zugerechnet. Auf der Insel Usedom wurde seine Partei bei anderen Wahlen vielerorts stärkste Kraft. Eher eine Überraschung wäre es, wenn einer der anderen Kandidaten in die Stichwahl käme: Ulrike Berger (Grüne), Monique Wölk (SPD) sowie die Einzelbewerber Kai-Uwe Ottenbreit und Andreas Suttor.

Vorpommern-Rügen: Als aussichtsreichste Kandidaten für die Stichwahl sehen viele zwei Bürgermeister: Andreas Kuhn (CDU) aus Zingst sowie SPD-Mann Stefan Kerth aus Barth. Beide gelten als erfahren, volksnah und bestens vernetzt. 2007 standen sie sich schon einmal in einer Stichwahl gegenüber, es ging um den Bürgermeisterposten in Barth. Damals gewann Kerth mit 62 Prozent. Außerdem im Rennen um die Nachfolge für den ausscheidenden Landrat Ralf Drescher (CDU) sind Steffen Bartsch-Brüdgam (Linke) – der Bruder von Dietmar Bartsch – sowie Dirk Niehaus (Grüne) und der Einzelbewerber Steffen Ulrich.

Ebenfalls gewählt wird in Ludwigslust-Parchim. Dort hört Rolf Christiansen (SPD) nach 24 Jahren als dienstältester Landrat von MV auf. Nur Amtsinhaber Heiko Kärger (CDU) tritt im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte erneut an.

OZ/dpa

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