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MV aktuell Banken zahlten zwei Euro für Lila-Bäcker-Filialen
Nachrichten MV aktuell Banken zahlten zwei Euro für Lila-Bäcker-Filialen
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07:42 15.06.2019
Filiale von Lila Bäcker in Stralsund: Bis August ist der Weiterbetrieb der Bäckereikette erst einmal abgesichert. Quelle: Christian Rödel
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Pasewalk

Die Banken, die Anfang des Monats die insolvente Bäckerei-Kette Lila Bäcker übernahmen, konnten einen Großteil der Filialen für einen symbolischen Preis übernehmen. Wie aus einem Vertragsentwurf hervorgeht, der der OZ vorliegt, wurde die Ausstattung der 171 Filialen des Teilbetriebs Unser Heimatbäcker GmbH mit einem Euro bewertet, ebenso die 81 Filialen der gleichnamigen Kommanditgesellschaft. Insgesamt bezahlten die schwedische SEB- und die niederländische NIBC-Bank allerdings knapp 2,5 Millionen Euro, insbesondere für die Immobilien der Produktionsstandorte in Pasewalk und Neubrandenburg.

Gewerkschaft: Der Steuerzahler haftet

Im Gegenzug verpflichten sich die Banken, bis August den Betrieb weiterzuführen und die erwarteten Verluste von 3,5 Millionen Euro auszugleichen. Das Risiko trägt vor allem der Steuerzahler, wie Jörg Dahms von der Gewerkschaft NGG kritisiert: Die Geldhäuser machen zur Bedingung für ihren Einstieg, dass das Land eine Bürgschaft von zehn Millionen Euro übernimmt.

Schülke zog Angebot zurück

Ohne die Banken hätte die Bäckereikette Anfang Juni dichtgemacht, weil die Kassen leer waren. Ein bereits ausgehandelter Vertrag mit einer Gruppe um Lila-Bäcker-Gründer Volker Schülke platze offenbar kurz vor Schluss. Insolvenzverwalter Rolf Rattunde wirft der Gewerkschaft NGG vor, die Vorgänge falsch darzustellen, weil sie behaupte, Schülke sei als Investor „abgewürgt“ worden. Vielmehr habe Schülke sein Angebot zurückgezogen. Rund 150 Filialen, vor allem in Brandenburg, schließen, 700 Mitarbeiter müssen gehen, 270 erhielten bereits die Kündigung.

Pleite von „Lila Bäcker“: Chronologie der Ereignisse

4. November 2018 – Nach Massen-Entlassung: „Lila Bäcker“ zahlt Prämie für neue Mitarbeiter

20. November 2018 – Arbeitsgericht weist weitere „Lila Bäcker“-Kündigungen zurück

12. Dezember 2018 – Untreue-Vorwürfe: Durchsuchungen bei Ex-Geschäftsführung von „Lila Bäcker“

16. Januar 2019 – Bäckereikette „Lila Bäcker“ meldet Insolvenz an

18. Januar 2019 – Innung sieht kaum noch Chancen für Lila Bäcker

28. Februar 2019 – Land fordert die Weiterbildung bei „Lila Bäcker“-Mitarbeitern zu unterstützen

28. März 2019 – Neuer Besitzer soll „Lila Bäcker“ retten

29. März 2018 – 120 Jobs weg – Schock bei „Lila Bäcker“ in Gägelow

1. April 2019 – Insolvenzverfahren eröffnet – Ergebnis bis Mitte Mai

18. April: Insolvenz: Lila Bäcker schließt mindestens 70 Filialen

02. Mai 2019: Ex-Chef Schülke soll die Wende bringen

04. Mai 2019: Drama um Lila Bäcker in MV: Jetzt schaltet sich die Politik ein

06. Mai 2019: Verkauf vertagt: Mitarbeiter berichten von Chaos bei Lila Bäcker

06. Mai 2019: Kommentar zur Lila-Bäcker-Pleite: Zeit für einen Kurswechsel

10. Mai 2019: Lila Bäcker in der Krise: Kunden bleiben weg – Umsatz bricht ein

11. Mai 2019: Keine Entscheidung auf der Gläubigerversammlung

13. Mai 2019: Gericht: Suche nach Investor für „Lila Bäcker“ darf weitergehen

31. Mai 2019: Gericht hebt Eigenverwaltung der Insolvenz auf

11. Juni 2019 Lila Bäcker bestätigt: So viele Mitarbeiter müssen gehen

Gerald Kleine Wördemann

Dr. Lorenzo Cremonese, Energieexperte am Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung in Potsdam, geht kritisch mit Fracking-Gas aus den USA und Naturgas aus Russland um. Vor allem die Verluste des schädlichen Methans bei Förderung und Transport seien zu wenig erforscht.

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