Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
MV aktuell Jazz und Klassik in der Werkstatt
Nachrichten MV aktuell Jazz und Klassik in der Werkstatt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Georg Kleinschmidt (Kontrabass) beim Schweriner Konzert der Festspiele MV. Quelle: Geert Maciejewski
Schwerin

Der Gedanke, den Genius loci, den Geist des Ortes, in ein musikalisches Ereignis mit einzubeziehen, hat die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern bewogen, Konzerte auch an ungewöhnlichen Orten zu veranstalten. Fabrikhalle, Werft oder Kernkraftwerk finden so eine neue Bestimmung. Solche Veranstaltungsplätze werden vom Publikum mit Begeisterung angenommen. Nicht anders am Sonnabend in Schwerin. Dort hatten die Festspiele in der Reihe „Unerhörte Orte“ in die Werkstatt des Nahverkehrs Schwerin (NVS) eingeladen. Die Initiative dazu war vom Unternehmen selbst ausgegangen, konkret in persona von Geschäftsführer Wilfried Eisenberg (51). „Die Erfahrung, dass solch besondere Örtlichkeiten die Wirkung von Musik noch verstärken können, habe ich im vergangenen Jahr in meiner früheren Tätigkeit im Rostocker Verkehrsbetrieb gemacht. Dort hatten wir ebenfalls ins Straßenbahndepot eingeladen und ein begeistertes Publikum gefunden. Ich bin mir sicher, dass das auch heute Abend klappt“, zeigte er sich überzeugt. Seine Mitarbeiter hatten alles dafür getan, dass sich die große Reparatur- und Wartungshalle als Konzertsaal präsentieren konnte.

Impressionen vom Konzert in der Straßenbahnwerkstatt Schwerin.

Alles blitzte und blinkte und mit modernen Straßenbahnzügen und ihren betagten Vorgängern hatten die NSV-Leute eine originelle Staffage geschaffen. Damit war der entsprechende Rahmen für einen musikalisch-hochkarätigen Abend mit den Musikerstars Benjamin Schmid (Violine), Georg Breinschmid (Kontrabass), Ariane Haering und Jarkko Riihimäki (Klavier) gegeben. Jazz und Klassik trafen dabei auf Filme der Mobilitätsgeschichte. So wurde das Event denn auch nicht durch einen ersten Geigenstrich oder Tastenanschlag, sondern durch den schrillen Pfiff einer Dampflok eröffnet. Und während das Stahlross im von Jean Mitry 1949 gedrehten Kurzfilm „Pacific 231“ auf der Leinwand Fahrt aufnahm, illustrierten Ariane Haering, Jarkko Riihimäki und Benjamin Schmid die rasante Schienentour mit Arthur Honeggers Tondichtung,. Diese hatte er der legendären Pacific-Dampflok gewidmet. Und noch während der Zug zum Stehen kam, klang bereits erstmals Beifall durch die Halle. Zu einem besonderen Leckerbissen wurde auch eine Sequenz aus dem Stummfilm „The General“ mit dem amerikanischen Komiker Buster Keaton. Jarkko Riihimäki hatte sich ein Vergnügen daraus gemacht, die ursprüngliche Filmmusik von Carl Davis durch eine Eigenkomposition unter dem etwas eigenwilligen Titel Los Loco-Motivos zu ersetzen. Zum Teil nicht alltägliche Taktarten, verbunden mit Improvisationen, unterstrichen die abenteuerliche Atmosphäre des alten Streifens. Ein Wagnis ging der Komponist Gioachino Rossini 1836 ein, als er sich auf eine Fahrt mit einem von einer Dampflok gezogenen Waggon einließ. Die ihn erschreckenden Geschehnisse der Reise verarbeitete er in einer Komposition. So entstand Un Petit Train de Plaisir. Die Musikanten hatten offensichtlich Vergnügen daran, sich musikalisch an den Leiden Rossinis zu weiden. Mit der jazzigen Interpretation von Fritz Kreislers Präludium schufen Haering, Schmid und Riihimäki einen nahtlosen Übergang zum zweiten Teil des Abends, bei dem nun der Kontrabassist Georg Breinschmid mit auf der Bühne stand. Zu seiner Komposition Sedlacek’s Mood unternahm er mit Schmid und Riihimäki eine vergnügliche filmische Fahrt durch das alte Berlin. Den originellen Abschluss des Konzerts bildete die moderne Interpretation einer Gavotte von Johann Sebastian Bach. Das Publikum hatte auch daran erkennbar große Freude und erzwang schließlich, stehend applaudierend, eine Zugabe.

Werner Geske

Malerei - Ein Werk im Werden

Die Galerie Born auf dem Darß zeigt aktuelle Arbeiten von BieneFeld

An den Stränden herrscht am Wochenende Hochbetrieb, auf den Autobahnen stockt der Verkehr. Die DLRG warnt vielerorts vor gefährlicher Strömung. Doch viele Badegäste ignorieren die roten Flaggen.

28.07.2019

Zu oft krebsrot, aber schwindelfrei: Weil Dachdecker besonders oft mit freiem Oberkörper in der Mittagshitze arbeiten, sind sie einem hohen Risiko ausgesetzt, Hautkrebs zu bekommen.

28.07.2019