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MV aktuell Autofahrer und Gärtner aufgepasst: Kälteeinbruch in MV erwartet
Nachrichten MV aktuell Autofahrer und Gärtner aufgepasst: Kälteeinbruch in MV erwartet
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21:07 03.05.2019
Ein Wetterhäuschen sagt schlechtes Wetter voraus: Das Regenmännchen schaut aus dem Haus, während die Schönwetter-Frau drin bleibt. Quelle: dpa
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Rostock

Graupel, Glatteis, Frost – und das Anfang Mai? Normalerweise wärmt in den ersten Tagen des Wonnemonats die Frühlingssonne. Dann, in der Monatsmitte, steht oft ein Kälterückfall an, während der „Eisheiligen“ vom 11. bis 15. Mai.

In diesem Jahr kommt der eisige Einbruch jedoch schon früher als sonst. Einstellige Temperaturen am Tage, kräftige Regenschauer und bis zu minus drei Grad Celsius Bodenfrost erwarten den Norden an diesem ersten Mai-Wochenende.

Woher kommt die Kälte?

„An der Ostsee wird es kühl“, erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal „wetter.net“. „Die Temperaturen liegen zwischen sieben und neun Grad. Es kann zu Gewittern und in der Nacht sogar zu Schneeregen kommen.“

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Jung warnt besonders Autofahrer, die früh unterwegs sind, vor Glatteisgefahr. „Dass das die verfrühten Eisheiligen sind, ist möglich“, sagt der Experte. Verantwortlich für die Kälte sei ein Vorstoß von Luftmassen aus Nordeuropa. „Das ist genau das, was bei den Eisheiligen passiert.“

Zunächst werde es in der kommenden Woche wieder etwas milder, bleibe aber wechselhaft. Mitte Mai können durchaus noch einmal kältere Temperaturen auftreten.

Die Eisheiligen: Ursprung und Bedeutung für das Wetter

„Pflanze nie vor der kalten Sophie“, warnt eine alte Bauernregel. Die „kalte Sophie“ kennzeichnet dabei den letzten Tag der sogenannten Eisheiligen. Das sind mehrere Gedenktage im Mai, an denen es erfahrungsgemäß zu einem Kälterückfall, zum Teil auch mit Bodenfrost, kommt. Dafür sind in der Regel kalte Luftmassen aus Nordeuropa verantwortlich. Gewidmet wurden die Gedenktage ursprünglich den heiligen Bischöfen und Märtyrern Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophia. In dieser Reihenfolge sind sie auf die Tage vom 11. bis zum 15. Mai festgelegt. Auf das Wetter ist allerdings nicht immer Verlass. So kann sich der Kälteeinbruch zeitlich durchaus verschieben oder gänzlich ausbleiben.

Wie schützt man Obst und Gemüse?

Der drohende Bodenfrost beunruhigt Landwirte und Gärtner, deren Pflanzen zurzeit in der Blüte stehen. „Wenn die Temperaturen unter null Grad Celsius gehen, muss sofort gehandelt werden“, erklärt Klaus Wilke, Geschäftsführer der Erzeugerorganisation Mecklenburger Ernte.

Obstbauern schützen ihre Bäume zum Beispiel durch eine Wasserbestäubung. Dabei legt sich eine Art Eispanzer um die Blüten, so dass ihre Temperatur nicht unter den Nullpunkt fallen kann. „Außerdem ist es gut, wenn die Bodenfeuchtigkeit hoch ist“, sagt Wilke. Er rät, Obst- und Gemüsepflanzen zu wässern.

Was passiert auf den Feldern?

Starker Frost und Trockenheit sorgen für Risse in den Stängeln von Feldpflanzen. „Dadurch entsteht eine Eintrittsmöglichkeit für Schädlinge und Krankheitserreger“, erklärt Petra Böttcher, Geschäftsführerin vom Bauernverband Nordwestmecklenburg.

Besonders gefährdet sei zudem der Raps, der zurzeit in seiner Vollblüte steht. „Viele Blüten gehen durch den Frost kaputt“, so Böttcher. Ein Vorteil sei jedoch, dass der Raps in seiner langen Blühphase nacheinander mehrere Generationen von Blüten und Schoten entwickelt. So gehen bei Frost nicht alle Schoten verloren. Die vorherigen und nachfolgenden Generation können wieder problemlos gedeihen.

Wer viele verschiedene Sorten anbaut, minimiert das Risiko hoher Verluste. „Es gehört zu einer guten fachlichen Praxis der Landwirte, ein breites Sortenspektrum anzupflanzen“, so Böttcher. Jede Rapssorte habe ein spezifisches Blühverhalten.

Was tun mit den Blumen?

„Sommerblumen wurden früher erst nach den Eisheiligen gepflanzt“, erklärt Thomas Heinemann, Geschäftsführer vom Gartenfachmarkt „Grönfingers“ in Rostock. Wer dies nun aber schon getan hat, sollte die Pflanzen unbedingt mit einem Tuch abdecken.

„Wer die Sommerblumen in Kästen hat, zum Beispiel auf dem Balkon, dürfte keine Probleme bekommen“, sagt Heinemann. Gefährlich sei in der Regel nur der direkte Kontakt mit Bodenfrost. „Wer aber ganz sicher gehen will, kann die Pflanzen auch ins Haus holen.“ Im Gewächshaus hingegen helfe das Aufstellen großer Kerzen vor Frostschäden.

Was bietet der Tourismus?

Wer nichts im Garten zu tun hat, sollte trotzdem nach draußen gehen. Das findet Fanny Holzhüter, Geschäftsführerin vom Tourismusverband Vorpommern: „Wir hoffen, dass sich die Leute vom Wetter nicht abschrecken lassen.“ Sie rechnet an diesem Wochenende trotzdem mit vielen Besuchern in der Region.

Laut Mana Peter, Chefin der Tourismuszentrale Rügen, sind die kühleren Temperaturen ideal für Indoor-Aktivitäten oder um Wanderrouten zu erkunden. Auch Karina Schulz, Sprecherin von Usedom Tourismus, betont: „Das Wetter ist nicht miserabel, sondern nur nicht mehr so frühlingshaft. Man kann trotzdem schöne Spaziergänge machen, Essen gehen oder Wellnessangebote nutzen.“

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