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MV aktuell Kampf-Jets über MV: Fluglärm nervt Touristiker und Gäste
Nachrichten MV aktuell Kampf-Jets über MV: Fluglärm nervt Touristiker und Gäste
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00:00 13.08.2015
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Laage

Donnergrollen am Himmel, das schnell näherkommt und dabei immer lauter wird: Kampfflugzeuge der Luftwaffe trainieren auch jetzt im Sommer über MV. Touristiker sorgen sich um die Erholung und die Sicherheit ihrer Gäste: „Jeden Tag drehen die Eurofighter hier mehrere Runden, das nervt und ist gefährlich“, sagt Ralf Hoffmann. Der Stralsunder vermietet in Vorpommern mehrere Unterkünfte an Urlauber. Und die würden regelmäßig hochgeschreckt — jeden Vormittag und kurz nach Mittag. „Das ist für eine Tourismusregion keine gute Werbung“, findet der 51-Jährige. Hinzu komme, dass waghalsige Manöver geübt würden — wie das Überkreuzfliegen. „Das ist eine unnötige Gefahr für alle, die hier leben“, kritisiert Hoffmann. Wie gefährlich Übungsflüge werden können, zeige der Absturz eines Militärflugzeugs am Dienstag in Bayern.

Laut Luftfahrtamt der Bundeswehr beschweren sich in MV — gemessen am Bevölkerungsanteil — doppelt so viele Menschen an einem extra dafür eingerichteten Lärmtelefon wie in anderen Bundesländern. Alleine rund um den Fliegerhorst Laage (Kreis Rostock) waren es 2014 etwa 60 Anrufe. Auch Anne Liemann ist genervt. Sie vermietet am Malchiner See Ferienwohnungen. „Letzte Woche ist direkt über uns eine Transportmaschine sehr niedrig geflogen. Das hat uns richtig Angst gemacht.“ Einmal seien Jets eine Stunde lang über dem See gekreist. „Die Urlauber waren gerade angereist und fragten, ob das hier immer so ist“, berichtet Liemann.

Wie Matthias Ackermann, Sprecher des Luftwaffengeschwaders „Steinhoff“ in Laage betont, würden Standardmanöver geübt, „die nicht übertrieben sind“, und die die Piloten nun mal beherrschen müssen.

Tiefflüge unter 300 Metern würden von den Laager Piloten nicht absolviert.

In Laage sind derzeit 24 Eurofighter stationiert. Vier bis acht Flugzeuge sind täglich unterwegs — hinzu kommen Flieger von anderen Stützpunkten, die den Luftraum über MV ebenfalls nutzen. Um so wenige Menschen wie möglich zu stören, würden die Piloten vor allem über dünn besiedeltem Gebiet fliegen. „Und dazu zählt die Ostsee — inklusive MV“, sagt Ackermann. Geflogen werden zwei Runden:

zwischen 9 und 11 sowie zwischen 13 und 14 Uhr. Beschwerden über den Lärm gebe es immer wieder. Aber: „Ein Flugzeug ohne Krach gibt es nun mal nicht.“

Nach Klagen über einen Überschallknall über Rostock entschied die Bundeswehr 2014, keine Überschallmanöver mehr über dicht besiedeltem Gebiet zu fliegen.



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