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MV aktuell Kerkovius: Parteiaustritt nach Rösler-Hetze
Nachrichten MV aktuell Kerkovius: Parteiaustritt nach Rösler-Hetze
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00:00 07.05.2013
Grünen-Politiker Christopher Kerkovius Quelle: Berns Hinkeldey
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Stralsund

Nach massiver Kritik an einer Hetzattacke gegen FDP-Parteichef Philipp Rösler hat der Stralsunder Grünen-Politiker Christopher Kerkovius gestern seinen Austritt aus der Partei erklärt. Damit wolle er Schaden von den Grünen abwenden, erklärte der 69-Jährige gestern in der Hansestadt. Zuvor hatte sich die Grünen-Landesvorsitzende Claudia Müller klar von dem Kommentar des Parteimitglieds gegen Rösler distanziert und ihm indirekt den Austritt nahegelegt.

Der Stralsunder Kerkovius hatte eigenen Angaben zufolge am Wochenende in einem Internetkommentar bedauert, dass sich der rechtsextreme NSU nicht solche (gemeint war FDP-Chef Rösler) vorgenommen habe. Diese Äußerung nahm das Grünen-Mitglied, das 2006 für den Landtag kandidiert hatte, später zurück. Er habe sich inzwischen auch in einer Mail an Philipp Rösler gewandt und um Entschuldigung gebeten, sagte er.

Die Parteispitze im Nordosten begrüßte den Austritt als „einzig richtige Konsequenz“. Landeschefin Müller hatte den Kommentar als menschenverachtende Äußerung bezeichnet, die sprachlos mache. Die schockierenden Entgleisungen im sozialen Netzwerk Facebook seien inakzeptabel und mit den Grundsätzen grünen Denkens und Handelns vollkommen unvereinbar. Grünen-Landtagsfraktionschef Jürgen Suhr, der ebenfalls aus Stralsund stammt, sprach von einer „Entgleisung, die in keinster Weise akzeptabel ist“. Der Landesparteivorstand und der Kreisvorstand wollten sich gestern Abend mit dem Vorgang befassen (Ergebnis lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor).

Scharfe Kritik kam aus den Reihen der FDP. Der ehemalige Landtagskandidat der Grünen habe mit seinen menschenverachtenden Aussagen die Grenzen der Meinungsfreiheit deutlich überschritten, erklärte FDP-Landesgeneralsekretär Thomas Heldberg. Mit der Äußerung „verharmlost er auf unterstem Niveau die Morde des rechtsextremistischen NSU“. Inzwischen ging bei der Staatsanwaltschaft Stralsund eine Strafanzeige ein. Sie soll laut NDR von einem FDP-Mitglied stammen. „Wir prüfen jetzt die Vorwürfe“, sagte Oberstaatsanwalt Hans Gibbels.

Christopher Kerkovius hatte mit seiner Äußerung einen Internet-Eintrag kommentiert, in dem es hieß, Rösler fordere eine Lohnuntergrenze von vier Euro. „Schade, dass die NSU-Gruppe sich nicht solche vorgenommen hat, denn das wäre nicht so schlimm!“, schrieb der 69-Jährige, wenig später nahm er den Kommentar wieder aus dem Netz. Zu spät: Er war bereits über Facebook weiter verbreitet worden.

„Es tut mir unendlich leid, dass mir in meiner Empörung über die Nachricht, (die vermutlich auch noch falsch war!), dass Herr Rösler angeblich 4 Euro als Lohnuntergrenze gesagt haben soll, so aus der Fassung geraten bin“, schreibt der Grüne bei Facebook. Er finde das selbst völlig inakzeptabel und bitte alle, die er verletzt habe, um Verzeihung. Er wolle nun aus dem Netzwerk austreten, weil er wisse, dass er manchmal zu Überreaktionen neige.

Er verharmlost auf unterstem Niveau die Morde des rechts-

extremistischen NSU.FDP-Landesgeneralsekretär Thomas Heldberg

Martina Rathke

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