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MV aktuell Kitas: Schließzeiten verärgern Eltern
Nachrichten MV aktuell Kitas: Schließzeiten verärgern Eltern
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09:54 29.05.2019
Das Spielzeug vieler Kindertagesstätten in MV verwaist im Sommer. Denn dann bleiben die Einrichtungen zum Teil mehrere Wochen geschlossen. Quelle: dpa
Rostock

Eltern sind verärgert: Die Mehrzahl der rund 1100 Kindertagesstätten in Mecklenburg-Vorpommern bleiben am Freitag nach Christi Himmelfahrt geschlossen. Betreuungsmöglichkeiten fehlen daher, Mütter und Väter von kleinen Kindern müssen notgedrungen Urlaub nehmen. Vor noch größeren Problemen stehen Eltern in den Sommerferien, wenn zahlreiche Einrichtungen die Betreuung für bis zu drei Wochen ganz und gar einstellen.

Carsten Spies, Landesgeschäftsführer beim Kinderschutzbund in Schwerin, plädiert für die Abschaffung dieser Schließzeiten: „Es bereitet vielen Eltern erhebliche Probleme, die freien Tage mit ihrem Urlaub zu vereinbaren.“

Grundsätzlich haben Eltern einen Rechtsanspruch auf durchgängige Betreuung ihres Kindes, erklärt Spies. Eltern benötigen mitunter 30 Urlaubstage, um sämtliche Brückentage, Schließungen für Weiterbildungen, Sommerbetriebsferien sowie Schließzeiten zwischen Weihnachten und Neujahr abzudecken. „Zumindest eine angemessene Notbetreuung muss gegeben sein“, betont Spies.

Kita-Träger sind Dienstleister

Ein Großteil der Kita-Träger des Landes bietet an, Kinder in Nachbareinrichtungen unterzubringen oder bietet eigene „Notgruppen“ an. Stefanie Krause, Mutter aus Rostock, deren dreijährige Tochter eine Kita des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) besucht, ärgert sich trotz solcher Alternativen: „Wir müssen nachweisen, dass wir zur Schließzeit keinen Urlaub bekommen.“ Das sei schwierig, erklärt sie, weil ihr Kollegen mit schulpflichtigen Kindern bei der Urlaubsvergabe vorgezogen würden. Doreen Gräßler schreibt auf der Facebook-Seite der OSTSEE-ZEITUNG: „Als vollzeitarbeitende Alleinerziehende reichen die Urlaubstage nie und nimmer.“ Saskia Richter, ebenfalls Mutter, ist froh, dass ihre Kita keine Schließzeiten hat. Es wäre falsch, Eltern so etwas aufzuzwingen.

Claudia Nürnberg, Pädagogik-Professorin an der Hochschule Neubrandenburg, bestätigt diese Erfahrungen: „Kitas sind Dienstleistungsunternehmen. In erster Linie sollten sie für die Belange der Familien da sein.“ Es sei „Schwachsinn“, wenn manche Einrichtungen ihre Erzieher alle gleichzeitig in den Urlaub schicken.

Kita-Kinder brauchen auch Urlaub

Die Neubrandenburger Dozentin Dagmar Hoffmann fordert dagegen: „Kinder sollten mindestens 30 Tage Ferien haben. Für sie ist der Kita-Alltag genauso anstrengend wie das Arbeitsleben für Erwachsene.“ Dafür müssten aber die Eltern sorgen – und nicht die Kitas mit starren Schließzeiten. Etliche Einrichtungen haben diese Regel bereits abgeschafft, etwa die Stralsunder Anne-Frank-Kita. Deren Leiterin Sabine Ehlert sagt: „Sommerschließzeiten sind nicht mehr zeitgemäß, schließlich leben wir in einem Tourismus-Land“.

Sozialministerin Stefanie Drese rät dazu, Schließzeiten im Sommer rechtzeitig mit allen Partner zu besprechen und festzulegen – „insbesondere mit den Eltern und den Elternräten“.

Lesen Sie hier den Kommentar zum Thema Schließzeiten in Kitas: Zwangsurlaub für Kinder?

Maria Baumgärtel

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