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MV aktuell Kitas statt Jugendhilfe: Setzt Schwerin falschen Schwerpunkt?
Nachrichten MV aktuell Kitas statt Jugendhilfe: Setzt Schwerin falschen Schwerpunkt?
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08:39 26.08.2019
Jugendliche arbeiten dank des "Vereins Jugendhilfe Stadt & Land" an einem Koggenmodell aus Holz. (Archivbild) Quelle: OVE ARSCHOLL
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Rostock

Die Neubrandenburger Psychologieprofessorin Barbara Bräutigam hat das finanzielle Engagement der Landesregierung im Bereich der Jugendhilfe und Jugendarbeit als zu niedrig kritisiert. Im Landesjugendplan seien die Fördergelder seit Jahren eingefroren, sagte Bräutigam vor dem Jugendhilfekongress am Mittwoch und Donnerstag in Rostock.

Bei der Finanzierung etwa der Jugendhilfe sehe es düster aus. Dem gegenüber richte die Regierung ihre Arbeit für Kinder und Jugendliche zu sehr auf die Kindertagesstätten aus. Als Beispiel nannte sie das Ziel der vollständigen Beitragsfreiheit, die in dem Umfang zu überdenken sei.

Kitas statt Jugendhilfe

„Auch in Mecklenburg-Vorpommern gibt es Menschen, denen es nicht wehtun würde, einen monatlichen Beitrag zu entrichten“, sagte die Expertin. Zudem sei es dringend notwendig, auch die fachliche Qualität in diesem Bereich zu fördern und nicht alles auf die Beitragsfreiheit zu fokussieren.

Mehr lesen: Massive Kritik an geplanter Jugendförderung in MV

„Der Grundgedanke der Förderung der Kinder bereits in der Kita, die frühe Prävention, ist richtig“, betonte sie. Es zeige sich jedoch, dass bei gefährdeten Jugendlichen nicht mehr so richtig hingeschaut werde. Es gebe zu wenig gezielte Hilfe für Familien, aus denen die Jugendlichen kommen.

Weiter Jugendclubs geschlossen

Sie sehe zwar die Bemühungen, etwa bei Gewalt in Familien genauer hinzuschauen, sagte Bräutigam. „In der praktischen Umsetzung wird es jedoch oft schwierig.“ Denn die Beschäftigung mit solchen familiären Strukturen sei enorm zeitintensiv und fachlich sehr anspruchsvoll. „Das erfordert sehr viel Kraft und Fachwissen. Dafür müssen die Sozialarbeiter besser bezahlt und ausgebildet sein.“

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Die Landesregierung könnte mit einer deutlich besseren Finanzierung der Jugendhilfe und Jugendarbeit ein Zeichen setzen. Denn in der Realität werden weiter Jugendclubs geschlossen und somit bestehende ehrenamtliche Strukturen wegbrechen. „Das wiederum birgt die Gefahr, dass Rechtsextremisten in die Lücken springen“, befürchtet Bräutigam.

Von RND/dpa

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