Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
MV aktuell Kleingärtner in MV in Sorge: Jetzt schlagen die Einbrecher zu
Nachrichten MV aktuell Kleingärtner in MV in Sorge: Jetzt schlagen die Einbrecher zu
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:43 24.10.2019
Gerade in der dunklen Jahreszeit sind Kleingärten ein beliebtes Ziel für Einbrecher. (Symbolbild) Quelle: Maurer/dpa
Anzeige
Rostock/Stralsund/Schwerin

Die Gartensaison ist vorbei, die Kleingärtner machen ihre Parzellen winterfest und sind nur noch selten im Garten. Darauf haben die Kriminellen nur gewartet. „Von November bis Februar werden am häufigsten Lauben aufgebrochen“, schätzt Robert Kröger, Vorsitzender des Landesverbands der Gartenfreunde Mecklenburg und Vorpommern, ein. „Die Lauben sind verwaist und Einbrecher schlagen – auch im Schutz der Dunkelheit – zu.“ Nach Angaben des Landeschefs sind vor allem die größeren Städte in Mecklenburg-Vorpommern von Einbrüchen betroffen.

Lesen Sie auch: Einbrüche in Kleingärten: Melden Sie jeden Vorfall

In Rostock ist die Einbruchs-Zahl in Kleingärten mit 45 Vorfällen jetzt schon höher als im gesamten Vorjahr. 2018 wurde 44 Mal eingebrochen. Das teilt der Rostocker Kleingarten-Verband mit. Insgesamt ist die Zahl aber zurückgegangen. 2016 wurden dem Verband 203 Einbrüche gemeldet. Die Dunkelziffer sei aber sicher höher, da der Verband nur diejenigen erfasst, die auch über ihn versichert sind. „Ein Großteil der Einbrüche werde uns nicht gemeldet, da die Pächter entweder keine Laubenversicherung haben oder anderweitig versichert sind“, sagt eine Sprecherin.

Galerie: Das sind die Tipps der Kleingärtner

Kleingärtner schützen sich gegen unerwünschten Besuch

Kürzlich Einbrüche in Schwerin, Stralsund und Rostock

„Es geht wieder los“, bedauert Wolfram Görs, Vorsitzender der Gartenfreunde Schwerin. „Ab 17 Uhr wird es dunkel und dann schleichen die Einbrecher durch die Kleingartenanlagen.“ Erst vor Kurzem sei wieder eingebrochen worden. „Es wurden Pfandflaschen gestohlen“, sagt Görs. Seiner Einschätzung nach haben die Einbrüche in den vergangenen Jahren zugenommen. „Und wenn nichts gefunden wird, dann wird die Laube verwüstet.“ Nach Angaben des Kreisverbandes der Gartenfreunde in Stralsund sind jüngst die Gartenvereine Knieper Nord und Stadtkoppel Opfer geworden. Ähnliche Erfahrungen hat auch Kleingärtner Marco Linstädt gemacht. „Das beginnt im November. Ein bis zweimal im Monat passiert was“, sagt der Rostocker. „Wenn nicht bei uns, dann in benachbarten Anlagen. Meistens wird nach Werkzeugen gesucht oder nach Kabeln und Leitungen. Es werden sogar Wasserhähne abgeschraubt.“

In die Kleingartenanlage „Helsinki“ ist erst vor drei Wochen eingebrochen worden. „Dabei hatten wir noch Glück – einer hat in seiner Laube übernachtet, wurde durch die Alarmanlage geweckt und konnte den Einbrecher verscheuchen“, sagt der Vorsitzende Peter Piehl. Eine sofortige Fahndung habe nichts ergeben. „Nach der Dämmerung sieht man hier auf dem Gelände nichts mehr“, sagt Piehl, der nicht nachvollziehen kann, dass fremdes Eigentum nicht respektiert wird – oft sei der Sachschaden größer als der Wert der entwendeten Gegenstände. „Mit Metallstangen wurden die Laubentüren aufgehebelt – die kosten bis zu 400 Euro, wenn sie ersetzt werden müssen“, sagt er. „Bei einigen haben sie noch ein paar Wertsachen geklaut, bei anderen Getränke.“

Fünf Tipps der Polizei

Das Landeskriminalamtgibt Tipps zur Einbruchsicherung in Kleingärten.

Fenster und Türensollten geschlossen werden. Gekippte Fenster seien offene Fenster und eine Einladung für Einbrecher. Sofern vorhanden, sollten auch Rollläden und Fensterläden geschlossen werden. Ist die Gartenlaube leer, könne das hingegen auch gezeigt werden – mit einem freien Blick durch die Fenster auf offene Schränke und geöffnete Schubladen ohne Inhalt.

Gartengeräte und Werkzeuge können nicht nur gestohlen, sondern auch schnell zum Einbruchswerkzeug werden. Daher rät die Polizei, diese sicher wegzuschließen.

Leitern, Kisten, Gartenmöbel und Mülltonnen können von Einbrechern als Einstiegshilfe verwendet werden. Auch diese gilt es, sicher wegzusperren.

Nachbarschaftshilfe: Bei Nachbarn sind Notschlüssel besser aufgehoben als unter Fußmatten, in Blumentöpfen oder Dachrinnen. Zudem sollten Laubennachbarn gegenseitig einen Blick aufeinander haben und bei einem Verdacht die Polizei und den Pächter informieren.

Strom- und Wasserzufuhr der Gartenlaube sollten abgeschaltet werden. „Insbesondere um ungebetenen Gästen keinen Unterschlupf für die kalten Wintermonate zu bieten“, sagt Rascher.

Detaillierte Informationenund eine persönliche Beratung gibt es auch bei den Kriminalpolizeilichen Beratungsstellen im Land.

Jeden Schaden melden

Laut Landeschef Robert Kröger haben es Diebe oft auch auf Buntmetalle, also Kabel von Elektrogeräten, oder aber auch Gartengeräte abgesehen. „Wenn man Glück hat, bemerkt man den Einbruch am nächsten Tag. Aber manchmal vergehen auch Wochen“, weiß Landesvorsitzender Kröger. Er appelliert an die Kleingärtner, jeden Diebstahl und -versuch zur Anzeige zu bringen, auch wenn die Aufklärungsquote niedrig sei. „Wir haben die Polizei gebeten, vermehrt im Winter Präsenz zu zeigen – das können wir aber nur rechtfertigen, wenn es auch dokumentierte Vorfälle gibt“, sagt er.

Sowohl der Landesverband als auch die Polizei raten aus dem Grund, keine Wertsachen in den Lauben überwintern zu lassen beziehungsweise diese gut und nicht sichtbar wegzuschließen.

Lesen Sie auch:

So wollen sich MVs Kleingärtner gegen Einbrüche im Winter schützen

Kleingärtner kämpfen um Fläche für Grünschnitt

Das sind die Ergebnisse der Kleingarten-Studie in MV

Von wegen Idylle: Kleinkrieg in Rostocks Kleingartenanlage „Schöne Aussicht“

Alte Gartenanlage ist Schandfleck im Dorf

Von Katharina Ahlers

Die Mutter der toten Leonie soll vor dem Landgericht Neubrandenburg erneut vernommen werden – unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Ihre Aussage ist von großer Bedeutung für den Ausgang des Prozesses gegen den Stiefvater des Kindes.

24.10.2019

Der Logistik-Gesellschaft werden Aufträge gekürzt und teils extern vergeben. Der Betriebsrat vermutet gestiegene Personalkosten als Ursache. Die zuständige Ministerin Bettina Martin macht dabei keine gute Figur.

24.10.2019

Die Ostsee Sparkasse plant am 24. Juli ein großes Konzert am Strand von Warnemünde. Bei den Stars sollen Fans mitbestimmen können. Hier können Sie an der Umfrage teilnehmen.

23.10.2019