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MV aktuell Knallrote Fotos: Darum gibt es in diesem Jahr so viel Mohn in MV
Nachrichten MV aktuell Knallrote Fotos: Darum gibt es in diesem Jahr so viel Mohn in MV
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18:00 12.06.2019
Ein rotes Meer aus Mohnblüten lädt in Wendelstorf (Landkreis Rostock) zum Fotografieren ein. Mira Schatton (51) aus Potsdam konnte diesem tollen Anblick nicht widerstehen. Quelle: Frank Söllner
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Rostock

 Es ist ein Anblick, der momentan viele Auto- und Radfahrer zum Anhalten bewegt: der Klatschmohn, der in knallroter Farbe auf vielen Feldern zwischen Getreidepflanzen steht. Während Begleitkräuter in der konventionellen Landwirtschaft mit Herbiziden weggespritzt werden, dürfen sie auf Bio-Äckern ungebremst wachsen. So viele Mohnblumen wie in diesem Jahr gibt es aber selten.

Woran das liegt, kann Landwirt Stefan Weiß vom Hof Medewege in Schwerin nur vermuten: „Das Wachstum könnte mit der Witterung und der dadurch abweichenden Bewirtschaftung im vergangenen Jahr zu tun haben“, sagt er.

Rot sind schon die Felder: Zahlreiche Mohnblumen zieren im Juni die Felder in Mecklenburg-Vorpommern. Unsere Leser waren auf der Spur nach den schönsten Mohnfeldern des Landes.

Durch die langanhaltende Trockenheit im Super-Sommer 2018 konnte Weiß seine ökologisch bewirtschafteten Flächen nur mit einem Grubber statt mit einem Pflug bearbeiten. Dadurch seien viele Samen in den oberen Schichten des Bodens verblieben. „Das scheint dem Mohn gut gefallen zu haben.“

Für die Ernte der Landwirte spiele das vermehrte Aufkommen keine besondere Rolle. „Wenn es weiter trocken bleibt, ist der Mohn bis zur Ernte abgeblüht“, sagt Weiß. Übrig bleibe dann nur der grüne Stängel, der im schlimmsten Fall etwas Feuchtigkeit an das Getreide abgeben kann. „Das ist aber keine Katastrophe.“ Das würde nur bedeuten, dass die Ernte etwas länger getrocknet werden muss.

Artenvielfalt durch Ackerwildkräuter

Laut Naturschutzbund (Nabu) in MV ist das ein Mehraufwand, der sich lohnt: „Natürlich würde es ohne Ackerwildkräuter schneller gehen. Ökologisch ist es mit ihnen aber sinnvoller“, sagt Nabu-Sprecherin Manuela Heberer. Neben Mohn wachsen auch Pflanzen wie Kornblumen, Echte Kamille und Rittersporn auf den Bio-Feldern des Landes. Ihre Blütenvielfalt würde viele Insekten anlocken.

Doch nicht nur die Tierwelt ist angetan: Die mit Mohn übersäten Felder sind seit Tagen ein beliebtes Fotomotiv – sowohl bei Urlaubern als auch bei Einheimischen. Bei ihren Aufnahmeversuchen missachten sie nicht selten, dass sie inmitten eines Getreidefeldes stehen. Auf einem Acker an der B 105 nahe Bartenshagen haben Landwirte deshalb nun eine Box aufgestellt. Mit dem Spruch „Euer Spaß unser Leid!“ fordern sie darin Entschädigungsgeld für die entstandenen Trampelpfade.

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