Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
MV aktuell Kontogebühren: Banken in MV ziehen die Preise an
Nachrichten MV aktuell Kontogebühren: Banken in MV ziehen die Preise an
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:12 27.06.2019
Für viele Bankkunden in MV wird es teurer: Einige Geldinstitute ziehen im Herbst die Preise für die Kontoführung an. Quelle: dpa-tmn
Anzeige
Rostock

Zehntausende Kunden in MV müssen sich ab Herbst auf höhere Kontogebühren einstellen. Private Girokonten der Postbank, Sparkasse Vorpommern und Sparkasse Mecklenburg-Nordwest werden teurer. Als Gründe geben die Banken vor allem die niedrigen Zinsen an, die seit Jahren die Erträge schrumpfen lassen.

Um das zu kompensieren, wird nun an der Stellschraube bei den Kontogebühren gedreht. Bereits zum 1. September gilt ein gestiegenes Entgelt für die 82 305 Kunden der Sparkasse Mecklenburg-Nordwest.

Vorstandsvorsitzender Manuel Krastel erklärte jüngst, warum dieser Schritt aus Sicht der Bank nötig war: „Auch in der Niedrigzinsphase wollen wir nach wie vor mit unserem Geschäftsstellennetz in der Fläche präsent bleiben und gleichzeitig den Rund-um-Service einer modernen Bank bieten. Doch dieser Service kostet.“

Große Spartabelle: Bei diesen Banken ist das Konto noch kostenlos

Sparkasse: Kontopreise erhöhen, aber keine Filiale schließen

Anders als andere Wettbewerber wolle die Sparkasse aber weiter an ihren 18 Geschäftsstellen festhalten und keine Filiale schließen. Die Bank erhöht die Preise für die drei Privatgirokontenmodelle auf 3,49 Euro monatlich (vorher 2,49 Euro), 6,99 Euro (vorher 4,99 Euro) und 8,99 Euro (vorher 7,49 Euro).

Veränderungen hat auch die Sparkasse Vorpommern vor. 191 000 Privatkunden zählt das Unternehmen mit Sitz in Greifswald, die bekommen in diesen Tagen Post. Von einer Erhöhung könne man nicht pauschal sprechen, betont Sprecherin Kati Ambrosat. „Wir differenzieren die Entgelte, so dass Kunden gegenüber heute auch sparen können.“ Mit anderen Worten, wer Wert auf den klassischen Service an den Schaltern legt, muss künftig mehr zahlen. Das betrifft Kunden, die das Inklusivkonto nutzen, das einen Euro teurer wird. Statt 7,99 Euro kostet es ab 1. September 8,99 Euro.

Kommentar: Es lohnt sich, zu vergleichen

Für Onlinebanking belohnt, am Schalter wird es teurer

Wer vorwiegend online aktiv ist, könnte bei der Sparkasse Vorpommern in bestimmten Konstellationen künftig sogar billiger wegkommen. Dort entfallen die Gebühren für einige Leistungen. Als Gründe neben den niedrigen Zinsen nennt das Unternehmen den Ausbau mobiler und digitaler Kanäle. Darunter kontaktloses Bezahlen, mobiles Bezahlen mit dem Smartphone und Fotoüberweisung. Diese Mehrwerte seien in den letzten Jahren dazugekommen – bei bislang stabilen Preisen.

Ebenfalls teurer wird es ab 1. Oktober für Postbankkunden. Das Postbank Giro plus kostet aktuell 3,90 Euro monatlich – künftig 4,90 Euro. Nach längerer Beobachtung habe sich die Bank entschieden, „ihre Preise an einigen Stellen moderat an die der Wettbewerber anzupassen“. Hierüber seien die Kunden kürzlich informiert worden. Bundesweit hat das Geldinstitut 13 Millionen Kunden. Früheren Angaben der Bank zufolge haben bundesweit 70 Prozent aller Kontoinhaber dieses Modell. Wie viele in MV von der Anpassung betroffen sind, wollte ein Postbank-Sprecher auf OZ-Anfrage nicht sagen.

Kostenloses Girokonto als Wachstumstreiber

Keine grundsätzliche Erhöhung der Privatkontogebühren planen die Ostseesparkasse (Ospa) Rostock mit ihren 200 000 Kunden, die Deutsche Bank mit einer sechsstelligen Kundenzahl, die Volksbanken Raiffeisenbanken in MV mit über 302 000 Kunden sowie die Spardabank.

Die Commerzbank äußerte sich zum Thema Erhöhung zurückhaltend: Zunächst würden immer erst die Kunden informiert. An Spekulationen über mögliche Preismaßnahmen beteilige sich die Bank nicht, heißt es auf Anfrage.

Stattdessen sieht die Bank Vorteile darin, dass andere Wettbewerber ihre Preise steigen lassen. Christoph Riebe, Filialdirektor Commerzbank Schwerin und Wismar, sagt: „Die Entgelterhöhungen des Wettbewerbs spüren wir unmittelbar.“ Viele Kunden würden die Bank wechseln. „Alleine von Januar bis Mai 2019 kamen im Bundesland so über 1600 neue Kunden von allen Institutsgruppen neu zu uns.“ Ein „maßgeblicher Wachstumstreiber“ im Nordosten sei das kostenlose Girokonto. Seit 2016 konnten für dieses Modell in MV 8000 Kunden netto gewonnen werden.

Jugendkonto bleibt überall kostenfrei

Alle oben genannten Banken stellen Schülern, Auszubildenden und Studenten kostenfreie Konten zur Verfügung. Das gilt bei einigen bis 25 Jahre, bei anderen – wie der Deutschen Bank – sogar bis 30 Jahre. Ansonsten sind Girokonten ohne jegliche Kosten allerdings kaum noch zu haben. Wer auf Schalter, Filialen und vorgedruckte Belege keinen Wert legt, kann jedoch bei einigen Banken im Internet ein günstiges Onlinekonto eröffnen.

Virginie Wolfram

Entspannungsmusik, Sitzmöglichkeiten, kostenlose Getränke: Damit die Geschäfte und Firmen in MV mehr Geld verdienen, setzen sie verstärkt auf psychologische Kniffe. Neuerdings sollen auch Düfte die Kunden betören. Doch es komme vor allem auf andere Dinge an, damit auch wirklich gekauft wird.

27.06.2019

Die letzten Vorbereitungen für das beliebte Langstreckenschwimmen von Altefähr nach Stralsund laufen. 1100 Sportler wollen den Sund überqueren. Bereits am Vormittag wird das 19. Kindersundschwimmen für die Zehn- bis 13-Jährigen gestartet.

27.06.2019

Dem Co-Vorsitzenden der populistischen Partei in Mecklenburg-Vorpommern droht der Ausschluss. Recherchen des „Nordkurier“ belegen enge Kontakten zu den Rechtsradikalen.

26.06.2019