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MV aktuell Konzept endlich fertig: Ehrenamtskarte in MV schon für 14-Jährige
Nachrichten MV aktuell Konzept endlich fertig: Ehrenamtskarte in MV schon für 14-Jährige
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20:00 04.01.2019
Andere Bundesländer wie Berlin und Brandenburg haben sie schon: die Ehrenamtskarte. Als eines der letzten Bundesländer will auch Mecklenburg-Vorpommern eine landesweit gültige Ehrenamtskarte einführen. Quelle: Settnik/dpa
Rostock/Schwerin

Endlich Bewegung in Sachen Ehrenamtskarte in MV: Bereits seit 2017 wird auf Landesebene über die Würdigung Hunderttausender Ehrenamtlicher im Land diskutiert. Im Oktober sollte das Konzept dem Landtag präsentiert werden – derzeit hängt es auf Kabinettsebene fest. Auf OZ-Anfrage im Sozialministerium heißt es jetzt aber: Das Konzept soll noch im Januar im Landtag präsentiert werden. „Wir hoffen auf eine zügige Beratung und Beschlussfassung, damit die Ehrenamtskarte 2020 in Kraft treten kann“, sagt Ministeriumssprecher Alexander Kujat.

Bundesweit haben inzwischen fast alle Bundesländer diese Art der Ehrenamtswürdigung. Sollte der Landtag das Konzept beschließen, wäre MV das 13. von 16 Bundesländern, dass diese Karte einführt. Eingebracht hatte die Idee die CDU-Fraktion. Mehrere Kommunen und Kreise, darunter Schwerin, Parchim und Vorpommern-Greifswald, sind dem Land zuvorgekommen und haben die Karte bereits etabliert. Vorreiter war Rostock im Jahr 2011. Mehr als 1300 Menschen an der Warnow haben die Würdigung inzwischen bekommen.

Rabatt beim lokalen Bäcker

Die landesweite Karte soll laut Sozialministerium Vergünstigungen in Staatlichen Schlössern, Museen, Theatern, kommunalen Einrichtungen und möglichst vielen weiteren Akzeptanzstellen finden. Bis hin zum lokalen Bäcker, der Karteninhabern zehn Prozent Rabatt gibt.

Anders als in anderen Bundesländern werden Ehrenamtliche aus MV bereits ab 14 statt 18 Jahren die Karte beantragen können. Dafür hatten sich auch in einer Onlineumfrage der Ehrenamtsstiftung MV die meisten Teilnehmer ausgesprochen. Bedingungen sind außerdem, etwa 250 Stunden ehrenamtliches Engagement im Jahr und eine Mindestdauer des Engagements von drei Jahren – bei Jugendlichen reicht ein Jahr. Anders als in Rostock sollen auch jene, die beispielsweise eine Aufwandsentschädigung als Übungsleiter oder bei der Freiwilligen Feuerwehr bekommen, die Karte bekommen, wenn die Steuerfreibeträge nicht überschritten werden, heißt es aus dem Sozialministerium.

Auch die Ehrenamtlichen wurden nach Wünschen gefragt

„Diese Kriterien sind aber nicht in Stein gemeißelt. Mir ist wichtig, dass die Vereine, Institutionen und Kommunen selbst einen gewissen Entscheidungsspielraum bekommen“, betont Sozialministerin Stefanie Drese (SPD). Dass sich das Erarbeiten der Rahmenbedingungen nun über ein Jahr lang hinzog, begründet sie unter anderem damit, dass sämtliche Verbände, Ministerien und Institutionen in die Entscheidung einbezogen werden sollten. Es gab zudem Bürgerforen und Workshops. „Wir haben von Anfang an auf eine breite Beteiligung gesetzt“, sagt Drese.

In der Onlineumfrage der Ehrenamtsstiftung MV (die Auswertung liegt der OZ vor), wünscht sich die überwiegende Mehrheit der Teilnehmer unterdessen, dass die Karte Rabatte für den öffentlichen Nahverkehr ermöglicht. In Rostock ist das bereits Realität. Andere Bundesländer wie Hessen streben sogar den freien Nahverkehr für Karteninhaber an.

DZA: MV ist besonders gut ehrenamtlich engagiert

Jan Holze, Geschäftsführer der Ehrenamtsstiftung MV, bestätigt, dass viele Ehrenamtliche, mit denen er gesprochen hat, eine solche Karte gut finden würden und sie beantragen wollen, wenn es sich für sie lohnt. „Jede Art von Anerkennung des Ehrenamtes macht Sinn, aber erfolgreich wird die Ehrenamtskarte nur, wenn sie leicht und unbürokratisch zu bekommen ist und es keine weißen Flecken im Land gibt“, betont Holze. Das heißt, ein Stralsunder Ehrenamtlicher müsste mit seiner Karte auch in Schwerin oder Neubrandenburg anerkannt werden.

Auch der Geschäftsführer des Landessportbundes, Torsten Haverland, findet die Pläne einer Ehrenamtskarte sinnvoll. „Als Anerkennung für das Ehrenamt ist das gut, aber wichtig ist vor allem die Ehrenamtlichen der Vereine zu unterstützen – beim Abbau von Bürokratie, steuerlichen Entlastungen und Freibeträgen für Übungsleiter.“

Mecklenburg-Vorpommern gilt nach den Zahlen des „Deutsche Freiwilligensurvey“ des Deutschen Zentrums für Altersfragen als das ehrenamtlich engagierteste Bundesland im Osten. Demnach gibt es rund 600 000 Menschen, die sich „freiwillig engagieren“. 42,8 Prozent der Bevölkerung waren es dem Survey zufolge im Jahr 2014. Wobei „freiwilliges Engagement“ weiter gefasst ist als „ehrenamtliches Engagement“.

Virginie Wolfram und Frank Pubantz

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