Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
MV aktuell Das richtige Verhalten im Krankheitsfall
Nachrichten MV aktuell Das richtige Verhalten im Krankheitsfall
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:31 27.02.2019
Wer krankgeschrieben ist, darf durchaus das Haus verlassen. Quelle: Patrick Pleul/dpa
Anzeige
Rostock

Wer krankgeschrieben ist, soll wieder gesund werden, aber muss er deshalb das Bett hüten? Was darf der Kranke tun? Was nicht? „Wichtig ist es, für eine gute Kommunikation zu sorgen“, sagt Fabian Rüsch, Rostocker Fachanwalt für Arbeitsrecht. Für den Arbeitgeber kommt es schließlich darauf an, dass er sich auf Fehlzeiten seiner Mitarbeiter einstellen kann: Telefonische Krankmeldung am ersten Fehltag, Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vom Arzt nach mehr als drei Tagen – auf Verlangen aber auch früher.

„Während der Zeit der Krankschreibung dürfen Sie alles das tun, was der Genesung nicht schadet“, sagt Fabian Rüsch. „Ehe man verhungert, wird man sich natürlich in den Supermarkt schleppen dürfen“, sagt er. „Und ein Handwerker, der sich an der Hand verletzt hat, warum soll der denn nicht spazieren gehen?“ Auf die Spitze treiben sollte man es aber nicht, denn das schade dem Arbeitsklima, sagt Fabian Rüsch. Auch von einer Reise sollte man während der Krankheit absehen – es sei denn man hat vorher die Zustimmung seines Arbeitgebers eingeholt. Die Empfehlung des Fachmannes:„Wenn man sich beim Arzt krankschreiben lässt, fragt man am besten ihn nach den richtigen Verhaltensregeln, die einen wieder gesund machen.“

Lesen Sie hier: Negativrekord: Arbeitnehmer in Mecklenburg-Vorpommern länger krank als je zuvor

Landen Streitigkeiten zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern dann aber doch vor Gericht, werden sie üblicherweise zugunsten der Arbeitnehmer entschieden. So war es beispielsweise in Ordnung, dass ein Grippekranker im Fitness-Studio war und ein Arbeitnehmer mit einem eingeklemmten Nerv während seiner Krankschreibung zu einem Bewerbungsgespräch ging.

Die Arbeitgeber kritisierten in der Regel auch gar nicht, dass jemand in der Disco tanzt und seine Genesung dadurch verschleppt, sondern bezweifelten viel eher grundsätzlich, ob der Arbeitnehmer tatsächlich erkrank ist. „Der Arbeitgeber kriegt da ganz schwer einen Fuß in die Tür“, sagt Fabian Rüsch. Im Zweifel liegt es nämlich an ihm, den Arbeitszeitbetrug zu belegen. Und da wird’s schwierig. Chancen hat er eigentlich nur bei einer sogenannten angekündigten Krankheit: Der Chef verwehrt seinem Mitarbeiter einen freien Tag, und der droht dann ganz offensiv mit dem gelben Schein.

Hier lesen Sie den OZ-Kommentar zum Thema.

Dana Frohbös