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MV aktuell Krebserkrankungen nehmen zu: MV will flächendeckende Beratung etablieren
Nachrichten MV aktuell Krebserkrankungen nehmen zu: MV will flächendeckende Beratung etablieren
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11:29 30.07.2019
Ein Spezialisten-Team des Neurochirurgischen Tumorzentrums der Greifswalder Unimedizin Greifswald nimmt einen Eingriff vor. Quelle: Cornelia Meerkatz
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Rostock/Greifswald

Mit einem flächendeckenden, vergleichbaren System der Krebsberatung soll die Betreuung der Patienten im Nordosten verbessert werden. „Bis Juli 2020 sind mindestens acht Krebsberatungsstellen geplant“, sagt Prof. Dr. Ernst Klar, Vorsitzender der Krebsgesellschaft MV.

Alarmierend: Bei Krebsneuerkrankungen liegt MV bundesweit vorn. Laut dem Robert-Koch-Institut in Berlin waren 2014 insgesamt 10 911 Fälle zu beklagen. Die Männer lagen im Ländervergleich auf Platz 1. Erkrankungen der Mundhöhle, des Magens, der Leber und der Nieren traten bei ihnen am häufigsten auf. Die Frauen – in der Vergleichsstatistik insgesamt auf Platz sieben – hatten am häufigsten Tumore im Bereich der Gallenblase, der Nieren und der Lymphgefäße.

Hauptursache: Älter werdende Bevölkerung

„Unsere Hochrechnung zeigt, dass wir im Jahre 2025 von insgesamt 11 655 Neuerkrankungen ausgehen müssen“, sagt der Leiter der Zentralstelle Klinisches Krebsregister MV, Prof. Dr. Wolfgang Hoffmann. Der Geschäftsführende Direktor des Instituts für Community Medicine der Uni Greifswald betont die Bedeutung einer älter werdenden Bevölkerung.

Vorsitzender der Krebsgesellschaft MV: „Beratung der Patienten nach OP unzureichend“

So nimmt 2025 bundesweit allein bei den Frauen die Zahl der über 60-Jährigen gegenüber 2014 um mehr als 1,86 Millionen zu. „In MV beträgt das Plus 25 Prozent und bei den Männern 25 bis 30 Prozent“, so der Versorgungsforscher. Die Folge: Es häufen sich Erkrankungen, die vermehrt bei älteren Menschen auftreten. Beispiele sind Magen-, Darm-, Bauchspeicheldrüsenkrebs. Prof. Hoffmann betont die vollständigere Erfassung der Krebsfälle im Osten gegenüber dem Westen. „Das DDR-Krebsregister war eines der besten der Welt“, so der Experte.

Hohe Neuerkrankungsrate im Jahr 2025

In Deutschland hat sich die Zahl der Krebsneuerkrankungen von 2004 bis 2014 um durchschnittlich acht Prozent erhöht und seit 1970 nahezu verdoppelt. Erhebungen des Robert-Koch-Instituts in Berlin zeigen, dass im Jahr 2014 circa 476 000 Menschen in Deutschland neu an Krebs erkrankten. Dieser Anstieg ist im Wesentlichen auf den demografischen Wandel in Deutschland zurückzuführen. Rund 223 000 Menschen starben laut dem Zentrum für Krebsregisterdaten im Jahr 2014 an den Folgen ihrer Krebserkrankung.

Laut einer fundierten Hochrechnung des Instituts für Community Medicine der Uni Greifswald auf Basis der Krebsregister werden 2025 bundesweit 268 998 Männer und 253 557 Frauen neu an Krebs erkranken.

Alarmierend hoher Tabakkonsum in Vorpommern

„Es ist auffällig, dass besonders viele Menschen im Bereich Vorpommern an Lungenkarzinomen erkranken“, verdeutlicht Prof. Dr. Henry Völzke vom Institut für Community Medicine. Dies belegten Daten der SHIP-Studien („Study of Health in Pomerania“) mit 8000 Teilnehmern in der Region. Prof. Völzke sieht eine der Ursachen im Tabakkonsum. Hier greift mehr als jeder vierte Einwohner ab 15 Jahren regelmäßig zur Zigarette. Der bundesweite Durchschnitt liegt bei 22 Prozent. Zu den besonderen Risikofaktoren zählen zudem starker Alkoholkonsum, Bewegungsmangel, Diabetes Typ 2, Fettleibigkeit, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Probleme.

Kommentar zu Krebsberatungsstellen in MV: Die Zeit drängt

Sehr problematisch ist der Darmkrebs. Er stellt bundesweit die Krebsart mit einer der höchsten Neuerkrankungszahlen dar. Laut Robert Koch-Institut sind jährlich mehr als 60 000 Menschen betroffen. Im Nordosten erhielten 2016 erstmals 838 Männer und 548 Frauen diese Diagnose.

Vorsorge ist erfolgreich

Vorsorge ist dringend nötig und erfolgreich: „Bei etwa jeder 14. Darmspiegelung allein in der Altersgruppe der 55 bis 59 Jahre alten Männer entdecken die Spezialisten einen fortgeschrittenen Darmpolypen, also eine mögliche Krebsvorstufe“, erläutert Prof. Dr. Georg Lamprecht, Chef der Abteilung für Gastroenterologie und Endokrinologie der Unimedizin Rostock.

„Etwa 40 Prozent aller neu erkrankten Krebspatienten benötigen eine Beratung, um die Diagnose auch nach durchgeführter Therapie verarbeiten zu können“, so Prof. Klar.

Volker Penne

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