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MV aktuell Kriegswaffen-Fund: Verdächtiger Polizist frei, aber vom Dienst suspendiert
Nachrichten MV aktuell Kriegswaffen-Fund: Verdächtiger Polizist frei, aber vom Dienst suspendiert
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10:34 29.11.2019
Schnappschuss nach dem Haftprüfungstermin beim Richter: Der verdächtige Polizist wird aus dem Gericht gebracht, verbirgt aber sein Gesicht. Quelle: Stefan Tretropp
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Rostock

Der Polizist, bei dem Ermittler mehrere möglicherweise verbotene Kriegswaffen gefunden hat, ist weiter auf freiem Fuß, aber vom Dienst suspendiert. Ermittler waren bei einer Hausdurchsuchung auf diverse Waffen und Munition gestoßen, die in Teilen einen Verdacht des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetzes nahe legten.

Staatsanwalt: Waffen müssen funktionsunfähig sein

Nach OZ-Informationen soll es sich dabei um mehrere, auch automatische Waffen wie Maschinenpistolen handeln. Ob Verstöße vorliegen, werde geprüft, erklärt Harald Nowack, Sprecher der Staatsanwaltschaft Rostock. Denn grundsätzlich sei es möglich, auch solche Waffen legal zu besitzen, wenn sie „delaboriert“, also völlig außer Funktion gesetzt wurden. Es gebe aber Anhaltspunkte, dass dies nicht überall so sei. Eine umfassende Prüfung solle in den kommenden Tagen erfolgen, so Nowack.

Der 53-jährige Beamte der Wasserschutzpolizei, bei dem die Waffen gefunden wurden, ist laut Innenministerium derzeit vom Dienst suspendiert. Nach einem Termin vor einem Haftrichter am Donnerstagabend habe er sich der Mann „eingelassen“, also den Besitz der Waffen und Munition zugegeben, so Nowack. Daher sei der Haftbefehl außer Kraft gesetzt worden.

Minister Caffier: Ergebnis eigener Ermittlungen der Polizei

Innenminister Lorenz Caffier (CDU) reagiert zum Vorfall zerknirscht: Es handele sich nicht um einen „Zufallsfund“ nach Hausbesuch im Zuge eines Disziplinarverfahrens, wie die Staatsanwaltschaft erklärte. Vielmehr hätten eigene Ermittlungen der Landespolizei den Fall aufgedeckt, so Caffier. Nach Bekanntwerden von rechtsextremistischem Gedankengut bei mehreren Beamten im Spezialeinsatzkommando (SEK) der Polizei hatte der Minister ein scharfes Vorgehen auch in anderen Fällen angekündigt. „Diese erneuten Ermittlungen zeigen, dass wir weiterhin jeden Tag genau hinsehen und jeden Hinweis ernst nehmen und alle uns zur Verfügung stehenden rechtlichen Mittel nutzen, um gegen Verfehlungen von Beamten vorzugehen“, so Caffier.

Die Staatsanwaltschaft prüft auch einen etwaigen Zusammenhang des aktuellen Rostocker Falls mit dem rechtsextremen „Prepper“-Netzwerk „Nordkreuz“.

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Von Stefan Tretropp und Frank Pubantz

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