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MV aktuell Kriminalität: Unrühmlicher Spitzenplatz für Schwerin
Nachrichten MV aktuell Kriminalität: Unrühmlicher Spitzenplatz für Schwerin
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00:01 25.07.2017
Rostock

Bei der Entwicklung der Straftaten 2016 nahm die Landeshauptstadt einen Spitzenplatz ein: In Schwerin wurden letztes Jahr 21,8 Prozent mehr Delikte verzeichnet als im Vorjahr. Dort gab es beispielsweise monatelang immer wieder gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Jugendgruppen am Marienplatz im Zentrum.

Sexualdelikte

Straftaten wie Vergewaltigung und Missbrauch nahmen in Mecklenburg-Vorpommern um 15,9 Prozent zu. Mit einem Anstieg von 54 Prozent ist die Entwicklung im Landkreis Rostock am dramatischsten. Hier wurden vor allem mehr Fälle von Kindesmissbrauch angezeigt: 56 nach 26 im Vorjahr bedeuteten eine Zunahme um 115 Prozent. In der Stadt Rostock sank dagegen die Zahl der Sexualdelikte um 4,7 Prozent.

Raub und Körperverletzung

Sogenannte Rohheitsdelikte, vor allem Raub und Körperverletzung, nahmen um 8,8 Prozent zu. Der Kreis Rostock liegt mit 15,1 Prozent vorn. Hier stieg vor allem die Zahl der Bedrohungen (+

26,6 Prozent). In Nordwestmecklenburg lag der Anstieg mit 10,1 Prozent deutlich niedriger, dafür gab es dort 2016 deutlich mehr Raubdelikte (+23,4 Prozent). Im Kreis Ludwigslust-Parchim dagegen gab es mehr Prügeleien und schwere Körperverletzungen auf öffentlichen Plätzen (+26,4 Prozent).

Diebstahl und Einbruch

2016 wurde in MV seltener gestohlen und eingebrochen als im Vorjahr: Insgesamt gingen diese Delikte um 4,4 Prozent zurück. Ausreißer ist die Stadt Rostock, wo die Zahl dieser Straftaten um 2,6 Prozent stieg. Vor allem gab es mehr Wohnungseinbrüche: 253 nach 156 im Jahr zuvor (+62,2 Prozent). Auch Autos wurden in der Hansestadt deutlich häufiger gestohlen (+46,4 Prozent). Im Kreis Ludwigslust-Parchim waren Diebe und Einbrecher 2016 dagegen viel seltener zugange als 2015 (-10,3 Prozent).

In Vorpommern sank die Gesamtzahl der Diebstähle ebenfalls, hier waren allerdings Wohnungseinbrecher deutlich häufiger am helllichten Tag unterwegs (Vorpommern-Greifswald +60

Prozent, Vorpommern-Rügen +24,1 Prozent).

Drogen

Bei der Drogenkriminalität gab es 2016 im Land mit das größte Gefälle: Während Ludwigslust-Parchim 23,1 Prozent weniger Fälle meldete als im Vorjahr, waren es in Schwerin 76,8 Prozent mehr.

Deutliche Anstiege gab es zudem in den Landkreisen Rostock (+50,8 Prozent) und Nordwestmecklenburg (+51,6 Prozent). In den absoluten Zahlen liegt hier allerdings die Mecklenburgische Seenplatte mit 999 Fällen (-2 Prozent) weit vorne.

Ausländische Verdächtige

Beim Anteil ausländischer Verdächtiger sticht bei einem Landesschnitt von 24,7 Prozent der Kreis Ludwigslust-Parchim mit 60,5 Prozent auf den ersten Blick heraus. Das liegt aber vor allem daran, dass auch Verstöße gegen das Aufenthaltsrecht, die bei den meisten Flüchtlingen vorliegen, eingerechnet werden. Im Landkreis liegt die zentrale Erstaufnahmeeinrichtung in Horst. Ohne diese Verstöße unterscheidet sich die Ausländerkriminalität in Ludwigslust-Parchim mit 15,3 Prozent nicht sehr vom Landesschnitt (12,7 Prozent).

Axel Bã¼ssem

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