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MV aktuell Kritik und Jubel zu neuer Bäderregelung in MV
Nachrichten MV aktuell Kritik und Jubel zu neuer Bäderregelung in MV
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20:29 11.04.2019
Die Mecklenburgische Bäderbahn Molli fährt durch Bad Doberan. Ohne Bäderregelung wäre der Ort erledigt, findet Bürgermeister Jochen Arenz. Quelle: Grit Büttner / dpa
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Schwerin

Ein breites Echo löst die am Donnerstag bekanntgewordene neue Bäderregelung in Tourismusorten des Landes aus. Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) verkündete: Die Zahl der Orte, in denen an Sonntagen Geschäfte öffnen dürfen, werde sich noch von 72 auf 76 erhöhen. Bad Doberan, Klütz, Wohlenberg und Rambin rutschen mit hinein.

„Super Nachricht“ für Bad Doberan

„Das ist eine super Nachricht“, reagiert Bad Doberans neuer Bürgermeister Jochen Arenz. Sollte zuvor nur der Ortsteil Heiligendamm von der neuen Bäderregelung profitieren, gilt dies nun auch für den Hauptort. Arenz hofft auf eine „Initialzündung für die Stadt und deren Entwicklung“. Denn Bad Doberan ziehe mit Bäderbahn Molli und Rennbahn viele Touristen an. „Ohne Bäderregelung wären unsere Bemühungen um Jahre zurückgeworfen worden“, so Arenz.

Bergens Bürgermeisterin: „So kann es nicht bleiben“

Das fürchtet Anja Ratzke für ihre Stadt, denn in Bergen auf Rügen dürfen Geschäfte künftig nicht mehr an Sonntagen öffnen. Grund: Es fehlt der Nachweis, dass an diesen Tagen mehr Touristen als Einwohner in der Stadt sind – ein Kriterium, auf das sich Wirtschaftsministerium und Gewerkschaft Verdi verständigt haben.

Eine Katastrophe für Bergen, findet Ratzke. Denn die Stadt sei Einkaufsmagnet auf Rügen. Sie prognostiziert: Andere Orte wie Binz würden jetzt sonntags von Kunden überflutet. Ratzke zieht eine Klage gegen die neue Bäderregelung in Erwägung. „So bleiben kann es nicht“, so die Bürgermeisterin. Eine Option: Wird Bergen anerkannter Erholungsort, könnte die Stadt eine Abgabe von Besuchern kassieren – und so den Nachweis erbringen, dass doch mehr Touristen da sind.

Einzelhandelsverband: Touristen setzen auf Offenheit

Die neue Bäderregelung soll am Freitag veröffentlicht werden und vom 15. April bis 30. Oktober gelten, fünf Jahre lang. Fällt Ostern in den März, gilt der 15. März als Starttermin. Heißt: 2020 und 2021 sind die meisten Geschäfte am Ostersonntag in MV geschlossen. Ein klarer Wettbewerbsnachteil gegenüber dem Nachbarland Schleswig-Holstein, erklärt Peter Volkmann, Industrie- und Handelskammer Rostock.

So sieht das auch Kay-Uwe Teetz, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes MV. „Es ist, wie es ist“, sagt er resigniert. Die Händler müssten damit jetzt umgehen. Durch fehlende Sonntage gehe Umsatz verloren. Teetz hält die neue Regelung für ein fatales Signal an Besucher: „Touristen machen ein Land an Offenheit fest. Das gilt auch für Geschäfte.“ Kleiner Trost: Dadurch, dass Regelung erst ab kommenden Montag gilt, dürfen Geschäfte am Sonntag noch die Türen offen halten.

Wirtschaftsminister Glawe beschreibt den Spagat, den er bei der Neu-Aushandlung der Bäderregelung hinlegen musste: Einerseits sei die Sonntagsöffnung für das Urlaubsland „unverzichtbar“, andererseits gebe es nun einen Kompromiss, der nicht durch Klage zu platzen drohe. Denn das Grundgesetz schütze die Sonntagsruhe.

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