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Kultur Musik zwischen Wind und Wellen
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09:11 27.06.2019
Greta Behnke (li.) und die Finnin Phila Terttunen geben am Freitag mit Thomas Becker am Klavier das Auftaktkonzert der „Naturklänge“ in Starkow. Quelle: Veranstalter
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Starkow

 Greta Behnke isst vor einem Auftritt einen Apfel, singt sich zehn Minuten lang ein, dann kann es losgehen. So wird es auch am Freitag sein, wenn die 28-jährige Sopranistin mit dem Trio Dell’Acqua und einem Konzert die Reihe „Naturklänge“ eröffnet – in Starkow, zwischen Ribnitz-Damgarten und Stralsund versteckt gelegen. Dort gibt es einen Pfarrgarten und eine Kirche. An beiden Orten wird das Trio (zwei Sängerinnen, ein Pianist) an dem Abend auftreten.

Sieben Konzerte, viele Stile

Die KonzertreiheNaturklänge“ bietet auch in ihrer 17. Auflage „besondere Musik an außergewöhnlichen Orten“, sagt Lutz Gerlach, von Beginn an künstlerische Leiter. Dabei achtet der 57-Jährige darauf, dass sich die Konzerte nicht musikalisch doppeln. So reicht die Spannbreite von Jazz über Klassik, von Blues bis Weltmusik, von Polka bis Singer-Songwriter-Pop. Die der Spielorte über Starkow, Bresewitz, Zingst bis Ahrenshoop, Dierhagen, Ribnitz-Damgarten und Hessenburg. „Mir ist wichtig, dass kein Stil draußen bleibt.“

Das sind die Spielorte der „Naturklänge“-Konzerte. Quelle: Arno Zill

Für Greta Behnke, die seit zwei Jahren in Stralsund lebt, ist Starkow bereits ein bekannter Ort, allerdings ist sie bei den „Naturklängen“ zum ersten Mal dabei. „Starkow ist wie eine Insel – mitten in der Welt und gleichzeitig außerhalb von ihr“, sinniert die Sängerin, die aus Nordrhein-Westfalen stammt. Auf der Insel soll es einen Querschnitt von bekannten Opernmelodien geben, etwa das Blumenduett aus „Lakmé“. Das passe zum Ort mit dem anmutigen Pfarrgarten mit seiner gepflegten Blumenvielfalt, der Ruhe und der Energie der Pflanzen, so Greta Behnke.

Sieben Konzerte in freier Natur – das sind die Naturklänge. Das letzte Konzert findet im September auf der Steilküste bei Ahrenshoop statt. Los geht es am 28. Juni in Starkow.

Musik und Natur gleichauf

Bis zu 10 000 Gäste besuchen jedes Jahr die „Naturklänge“, die stets leicht verändert, variiert und anders akzentuiert daherkommen. Mal wird ein neuer Spielort probiert, mal ein neuer Musiker lanciert. Neben Stammgästen wie der „Banda Ritmo Cubano“ setzt Lutz Gerlach, selbst Profi-Musiker, durchaus auch auf Leute, die beinahe allen Geschmäckern gerecht werden dürften, wie auf das Duo Berge aus Berlin, die bei Youtube bereits durch die Decke gingen. Oder auf Stars der Szene wie Echo-Jazzpreis-Gewinnerin Céline Rudolph oder Sönken Meinen, den Shooting-Star an der Konzertgitarre, der nach Kritikermeinung einer Sensation gleichkomme. Gleichwohl bleibt Gerlach seinem Grundanliegen treu: „Ich möchte, dass die Naturklänge ein sanftes, leises Event bleiben; es geht darum, dass die Musiker im Kontext mit der Natur und dem jeweiligen Ort musizieren und kommunizieren.“ Das bedeutet, und das hat Charme, dass während der Konzerte an der frischen Luft das Gezwitscher der Vögel, das Rauschen der Blätter, das Krähen eines Hahnes oder das Plätschern eines Gewässers in die Melodien hineinklingen.

Greta Behnke sagt, dass es technisch anspruchsvoller sei, in freiem Gelände zu singen. Weil der Ton sich in der Weite verliert und die vielen Geräusche, die beispielsweise der Wind verursacht, dazu eine Kulisse bilden. „Die Klänge in der Natur sind sehr atmosphärisch und reizvoll“, meint die Sängerin, die außerdem das Cello- und Klavierspiel beherrscht und auf Jazz steht, etwa Jazz von Gregory Porter.

Es gibt für alle Spielorte Schlechtwettervarianten. „Für das Abschlusskonzert im September auf der Steilküste zwischen Wustrow und Ahrenshoop wird zum Beispiel eine zweite, überdachte Bühne aufgebaut“, berichtet Gerlach. Sollte es regnen, stehen zumindest die Musiker und ihre Instrumente im Trockenen. Der künstlerische Leiter rät, zu den Konzerten generell Regenschirm und Mückenspray mitzunehmen, um „für alle Fälle gerüstet zu sein“.

Getragen wird die Reihe vom Tourismusverband Fischland-Darß-Zingst. Geschäftsführer Jens Oulwiger sagt, dass die „Naturklänge“ nicht nur für die Küste, sondern ebenso fürs Hinterland wichtig seien, nicht nur für Urlauber, die zum Teil ihre Urlaubstage nach den Konzertterminen planen, sondern auch für die Einheimischen. Auch darin bleibt sich Gerlach treu: Dass er nicht eine gelackte Tourismus-Sektlaunen-Ouvertüre hinbrezelt, sondern dass die „Naturklänge“ sowohl bei den Musikern als auch bei den Bewohnern der Region sowie bei den Urlaubern einen still-vernehmlichen Nachhall hinterlassen, der eher mit den Sinnen als mit Worten zu beschreiben ist.

Für Sopranistin Greta Behnke wird das Eröffnungskonzert in Starkow auch eine Konfrontation mit ihren Lieblingsblumen sein: den Rosen. Die gedeihen im Pfarrgarten prächtig. „Ich mag Rosen, weil sie so schön ineinander versunken wachsen.“ Das klingt fast schon wie eine romantische Beschreibung der miteinander zusammenhängenden und unsichtbar verwobenen Spielorte der „Naturklänge“.

Konzerttermine

Freitag, 28. Juni, 18 Uhr

Pfarrgarten und Kirche in Starkow

Trio Dell’Acqua (Vocal & Klavier)

Donnerstag, 11. Juli, 20 Uhr

Kloster St. Klaren Ribnitz-Damgarten

„Pearls“ – Duo Céline Rudolph (Vocal) & Jo Aldinger (Piano und Keys)

Donnerstag, 18. Juli, 20 Uhr

„Alte Schmiede“ in Hessenburg bei Saal

„Cat out the Bag Blues“ – Steve Bigman Clayton (Piano & Vocal)

Mittwoch, 24. Juli, 20 Uhr

„Kunst auf Schienen“ Bresewitz

„Buena Vista Cocktail“ – Banda Ritmo Cubano

Mittwoch, 14. August, 20 Uhr

Hafen Dierhagen-Dorf

„Kreise aus Licht“ – Duo Berge

Mittwoch, 28. August, 20 Uhr

Schlösschen Sundische Wiese Zingst

„A Magical Place“ – Sönke Meinen & Trevor Gordon Hall

Samstag, 7. September, 18 Uhr

am „Hohen Ufer“ zwischen Ahrenshoop und Wustrow

„Every Breath“ – Saxofonquadrat und Ulrike Mai & Lutz Gerlach am Flügel

Eintritt: 15 Euro (Kinder unter 14 Jahren frei)

Info: www.naturklaenge.net

Klaus Amberger

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