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Kultur Lippi: „Ich bin schon zu einem Teil Rüganer“
Nachrichten MV aktuell Kultur Lippi: „Ich bin schon zu einem Teil Rüganer“
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00:00 27.06.2015
Wolfgang Lippert im Riff, der Gaststätte seiner Frau in Ralswiek.
Wolfgang Lippert im Riff, der Gaststätte seiner Frau in Ralswiek. Quelle: Jens-Uwe Berndt
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Ralswiek

Er ist der Mann der großen Gesten, breitet die Arme aus, der Blick richtet sich gen Himmel. Seine Bewegungen sind erhaben, sein Gesang ist pathetisch. Die Rede ist von Wolfgang Lippert, jenem Sänger, der 1982 mit dem Gute-Laune-Schlager „Erna kommt“ in der DDR einen Riesenhit landete. Bei den Störtebeker Festspielen in Ralswiek ist Lippi, wie er von seinen Fans genannt wird, Balladensänger, Geschichtenerzähler und Moderator zugleich. Dabei singt er von Tod und Teufel, Piraten und Pfeffersäcken, von Sturm und Feuer — und von Gott.

Wolfgang Lippert im „Riff“, der Ralswieker Gaststätte seiner Frau Gesine. Das Restaurant liegt direkt am Bodden. Quelle: Fotos: Jens-Uwe Berndt
Bei den Störtebeker Festspielen tritt Lippert als Balladensänger auf.

„Ein Jahr wollte ich bleiben — jetzt sind es schon 15. Das ist doch herrlich“, freut sich der 63-Jährige über sein Dauer-Engagement. Er ist ein Publikumsliebling in Ralswiek, bekommt schon Applaus, bevor er den ersten Ton gesungen hat. „Nach den Shows, wenn wir Autogramme schreiben, kriegt man ein Feedback, das überwältigend ist“, sagt er. Für ihn sei das aber nie lästig. „Ich mag diese Begeisterung der Fans.“

Und begeistert sich selbst für die Insel. „Die Hälfte des Jahres bin ich hier, weshalb ich zu einem Teil schon Rüganer bin“, sagt der Sänger, der sich gut aufgenommen fühlt. „Wenn ich über die Insel fahre, habe ich immer nur eine Hand am Lenkrad: Die andere brauche ich, um zu winken. Ich kenne so viele Leute. Und diesen winkt man hier zu. So ist das auf der Insel.“ Echte Freunde habe er hier auch. „Peter Carstens ist so einer“, sagt er. „Er hat einen Landwirtschaftsbetrieb. Und zur Ernte habe ich schon manches Mal mitgeholfen. Natürlich bin ich keine vollwertige Arbeitskraft, aber ich darf alle Landmaschinen fahren.“

Der Berliner schwärmt über die Schönheit der Insel. „Es ist wundervoll, über die Felder zu fahren, Hunderte Möwen umkreisen einen, und man kann die satte Natur auf sich wirken lassen.“ Und doch geht er immer wieder zurück in die Großstadt. „Ich habe nicht nur einmal mit dem Gedanken gespielt, auf Rügen zu bleiben“, sagt Lippert. „Aber es gibt für mich in Berlin zu viele Dinge zu tun, die ich auch noch gern mache.“ Dazu gehöre seine Sendung „Ein Kessel Buntes“ beim Mitteldeutschen Rundfunk (MDR), in der „Lippi“ Ausschnitte aus Unterhaltungs-Shows des DDR-Fernsehens präsentiert — inklusive aktueller Interviews mit Leuten, die damals dabei waren. Die nächste Folge der Sendung wird heute Abend um 20.15 Uhr ausgestrahlt — wenn Lippert gleichzeitig auf der Ralswieker Naturbühne steht.

Seine Karriere verlief nicht geradlinig. Als Schlagersänger Anfang der 1980er Jahre gestartet und in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts zum Pop-Star in spe gemausert, wurde Wolfgang Lippert 1992 für neun Shows Moderator von „Wetten, dass...?“ Weitere TV-Formate — unter anderem „Wintergarten“ und „Stimmt‘s?“ — folgten. Heute sind es neben Unterhaltungssendungen auch kleine Reise-Dokus, die der Allrounder im Fernsehen platzieren kann. Doch bei allen Aufgaben — er hat mit WL Entertainment eine eigene Veranstaltungsgesellschaft — bleiben die Auftritte auf der Naturbühne in Ralswiek etwas Besonderes.

Die Lieder der Störtebeker-Aufführung bekommt er von dem Komponisten und ehemaligen DDR- Rockmusiker (Neue Generation, Neumis Rock Circus, Datzu) Rainer Oleak auf den Leib geschrieben. Patzen kann Lippert eigentlich nicht, denn im Notfall käme ein Vollplayback aus den Boxen. „Das habe ich aber noch nie benötigt“, sagt der Künstler. „Der Hauptgesang ist immer live.“ Das sei er dem Publikum schuldig, findet er.

Dabei sei es gar nicht so einfach, dort unten vor den 8000 Leuten jeden Abend mit voller Kraft zu singen. „Ich stapfe durch den lockeren Sand, weiche Pferdeäpfeln aus ... das ist schon eine Herausforderung.“ Aber das gelingt ihm meist sicher. Und dann ist„Alles wieder Tutti Paletti“, wie es in einem seiner früheren Hits heißt.

• www.wolfgang-lippert.de

OZ verlost Tickets für Störtebeker-Festspiele

Mit der OSTSEE-ZEITUNG und Lübzer zu den Störtebeker Festspielen: Der neue Sponsor des Ralswieker Sommertheaters hat 15 mal 2 Freikarten zur Verfügung gestellt (8 mal 2 für den 1. August 2015, 7 mal 2 für den 8. August 2015). Darüber hinaus können zwei Leser ein Premium-Paket gewinnen: Es beinhaltet zwei Karten für die Vorstellung am 18. Juli 2015, inklusive Übernachtung im Doppelzimmer „Wildgans“ sowie Ostsee-Schlemmer Frühstücksbüfett

in der Aquamaris Strandresidenz

in Juliusruh.

Interessenten müssen folgende Frage richtig beantworten: Wie heißt der aktuelle Störtebeker-Darsteller? a) Sascha Gluth, b) Bastian Semm, c) Norbert Braun. Antworten an:

Redaktion OZ, Richard-Wagner-Straße 1a, 18055 Rostock oder E-mail an: aktion@ostsee-zeitung.de

Jens-Uwe Berndt