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MV aktuell Kurzarbeit bei Schiffsschraubenbauer
Nachrichten MV aktuell Kurzarbeit bei Schiffsschraubenbauer
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00:00 08.03.2017
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Waren

Mit Kurzarbeit will der Hersteller der weltweit größten Schiffsschrauben – die Mecklenburger Metallguss GmbH (Waren) – die akute Auftragsflaute im Schiffbau überwinden. „Derzeit gibt es weltweit die wenigsten Schiffbauaufträge seit 26 Jahren“, sagte MMG-Geschäftsführer Manfred Urban gestern. Nach den Planungen sollen vom 13. März an alle Mitarbeiter 20 bis 25 Prozent weniger arbeiten. „Wir haben die maximal mögliche Zeit – ein Jahr – bei der Arbeitsagentur beantragt“, sagte Urban. Die Gießerei mit derzeit noch 225 Beschäftigten wolle die Kurzarbeit flexibel handhaben. „So haben wir im Sommer eine höhere Auslastung“, sagte der Geschäftsführer. Laut NDR gibt es derzeit bereits keine Nachtschichten mehr.

Die Gewerkschaft IG Metall Küste begrüßte die Entscheidung: „Das war der richtige Schritt, da sonst ein massiver Stellenabbau gedroht hätte“, sagte der zuständige Gewerkschaftssekretär Jan Kuhnert.

Im vergangenen Jahr hatte MMG bereits rund 20 Mitarbeiter entlassen und weitere Kündigungen nicht ausgeschlossen. Laut Kuhnert hätten es jetzt noch mal so viele werden können.

MMG hatte einen treibstoffsparenden Propeller entwickelt, der sich aber für die Reeder angesichts des gesunkenen Ölpreises wohl nicht mehr rentierte. Kuhnert macht der Geschäftsführung daher keine Vorwürfe: „Es gab ja Aufträge. Doch wegen des niedrigen Ölpreises sind mehrere storniert worden.“

Bis Herbst hofft das Unternehmen nun auf weitere Aufträge. Urban ist derzeit in Korea, um mit den dortigen Reedern zu sprechen. MMG verzeichnete 2016 knapp 80 Millionen Euro Umsatz. 130 Propeller wurden ausgeliefert. 85 Prozent der Produktion geht nach Asien, wo die meisten Schiffe gebaut werden. Die Firma hatte bereits die Finanzkrise 2008 und ihre Folgen mit Hilfe von Kurzarbeit überstanden. Sie ist Teil der Gießereigruppe Dihag (Essen), zu der elf Gießereien mit rund 2000 Beschäftigten in ganz Europa gehören.

Nach Angaben des Verbandes für Schiffbau und Meerestechnik (VSM, Hamburg) gingen weltweit die Aufträge im Schiffbau von einem schon niedrigen Niveau 2015 bis 2016 nochmals um 23 Prozent zurück.

480 Schiffe wurden bestellt – 2007 waren es noch 5200. Nur ein Drittel aller Werften bekam überhaupt neue Order.

OZ

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