Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
MV aktuell Land will Mietwucher in den Uni-Städten stoppen
Nachrichten MV aktuell Land will Mietwucher in den Uni-Städten stoppen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 30.05.2018
Putzarbeiten in Rostock. Vor allem beim sozialen Wohnungsbau hinkt Mecklenburg-Vorpommern hinterher.
Putzarbeiten in Rostock. Vor allem beim sozialen Wohnungsbau hinkt Mecklenburg-Vorpommern hinterher. Quelle: Foto: Frank Söllner
Anzeige
Rostock/Greifswald

Gute Nachrichten für Bewohner der Universitätsstädte in MV: Die Landesregierung will ab September eine Bremse gegen den weiteren Anstieg von Wohnungsmieten in Rostock und Greifswald setzen. Maximal zehn Prozent mehr als die örtsübliche Vergleichsmiete darf künftig eine Vermieter bei Neuvermietung verlangen. Das hat das Kabinett gestern auf Initiative der SPD abgesegnet. Die Versorgung der Bevölkerung mit Wohnungen in den beiden Städten wird als „besonders gefährdet“ angesehen. Der Mieterbund MV fordert Maßnahmen auch für andere Städte.

Mieterbund fordert mehr sozialen Wohnungsbau

Der Mieterbund MV fordert weiteres politisches Handeln auch für andere Städte. Waren, Bad Doberan, Kühlungsborn, Binz oder Zinnowitz etwa bräuchten viele neue Wohnungen. Hier sei vor allem mehr sozialer Wohnungsbau nötig, sagt Geschäftsführer Kai-Uwe Glause.

Seit fünf Jahren ist die politische Regulierung von Mieten bundesweit im Gespräch; jetzt kommt die Mietpreisbremse auch nach MV. Die Regierung bescheinigt den beiden Unistädten einen angespannten Wohnungsmarkt. „Eine erhöhte Nachfrage und ein zu geringer Wohnungsneubau führen zu Engpässen“, heißt es im Beschlusstext. Beide Städte boomen, verzeichnen Einwohnerzuwachs. Zudem seien in der Vergangenheit viel zu wenige neue Wohnungen gebaut worden. Ein Trend, der sich zunehmend „verschärft“. Laut Prognose fehlen bis zum Jahre 2030 in Rostock knapp 11400, in Greifswald fast 3000 Wohnungen – jeweils knapp zehn Prozent des errechneten Bedarfs. Von den rasant steigenden Mietpreisen seien vor allem sozial schlechter gestellte Familien betroffen, die auf Transferleistungen angewiesen sind. In Rostock und Greifswald seien dies im Bundesvergleich überdurchschnittlich viele – 12,1 und 11,3 Prozent (Bund: 7,6 – Stand 2016). Dagegen solle nun die Mietpreisbremse helfen.

Eine Sonderregelung solle zudem für die Hansestadt Rostock gelten: eine Kappungsgrenze; binnen drei Jahren dürfen Mieten nicht um mehr als 15 Prozent steigen. Bundesweit gelten 20 Prozent.

„Das ist ein positives Zeichen“, reagiert Kai-Uwe Glause, Geschäftsführer des Mieterbundes MV. Er hätte sich die Mietpreisbremse für Rostock und Greifswald früher gewünscht. „Das Problem steigender Mieten gibt es schon sei Jahren.“ Allerdings seien zehn Prozent höhere Miete bei Neuvermietung immer noch „zu hoch“. Laut Statistischem Landesamt schießen die Mieten landesweit immer weiter nach oben. Allein von 2010 bis 2014 sei die Kaltmiete im Schnitt um rund zehn Prozent auf 6,23 Euro je Quadratmeter gestiegen. Eine Zahl, die aber leider nichts über Brennpunkte wie Rostock, Greifswald oder Neubrandenburg aussage, so Glause. In bester Citylage seien die Mietpreise für Neubauten zuletzt binnen fünf Jahren von etwa acht auf elf Euro (kalt) gestiegen. „Um drei Euro, das ist Wahnsinn“, so Glause.

Das will die Landesregierung verhindern. Per Erlass soll „der Mietanstieg in den beiden Städten gedrosselt werden“. Die Regelung soll ab 1. September fünf Jahre gelten. Ziel sei „die Steuerung des Marktgeschehens im Sinne eines gerechten Ausgleiches“.

Die Koalition in Schwerin bewertet das Thema gespalten: Der Eingriff in den freien Markt sei „dringend geboten“, so Rainer Albrecht (SPD). „Wohnen ist ein Grundrecht und darf kein Luxusgut werden.“

CDU-Generalsekretär Wolfgang Waldmüller erklärt dagegen: Wohnraummangel sei ein ernstes Thema, daher müssten Anreize für Neubau geschaffen werden. „Ich bezweifle, dass restriktive Anforderungen an den Wohnungsbau helfen.“ Eva-Maria Krüger (Linke) nennt die Neuregelung „eine Mini-Mietpreisbremse mit vielen Schwachstellen“.

Frank Pubantz

Mehr zum Thema

Matratzen-Start-ups konnten sich in wenigen Jahren einen beachtlichen Marktanteil in Deutschland erarbeiten. Sogar Hollywood-Schauspieler wie Leonardo DiCaprio oder Toby Maguire investieren ins Geschäft. Aber wie sieht es bei Online-Händlern etwa mit der Beratung aus?

25.05.2018

Die Hürde beim Online-Shopping von Möbeln ist die Vorstellungskraft: Wie wirkt der Tisch von der Webseite wohl zu Hause? Ist das Sofa nicht zu wuchtig für mein Wohnzimmer? Apps auf dem Smartphone sind eine Lösung: Sie projizieren ein Foto der Möbel ins reale Zimmer.

28.05.2018

Sie ähneln sich bis auf die letzte Schraube - scheinbar. Manches Markenprodukt und seine Billigkopie sehen sich täuschend ähnlich, aber oftmals ist die Qualität des nachgemachten Produktes schlechter. Wie können sich Verbraucher vor so einen Fehlkauf schützen?

28.05.2018
30.05.2018
Ludwigsburg/Greifswald - Beschossen: Störchin tot
30.05.2018
30.05.2018