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MV aktuell Landesbaupreis MV: Diese neun Gebäude sind nominiert
Nachrichten MV aktuell Landesbaupreis MV: Diese neun Gebäude sind nominiert
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13:28 10.09.2019
Nominiert für den Landesbaupreis: Schaudepot der Kunsthalle Rostock – als Erweiterung des Ausstellungshauses. Architekt: Maik Buttler, Rostock. Quelle: Thomas Ulrich
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Schwerin

Im vergangenen Frühjahr rollte ein unscheinbarer Kleinbus durch Mecklenburg-Vorpommern. An Bord waren mehrere Experten für Architektur und gutes Bauen: Es war die Jury des alle zwei Jahre vergebenen Landesbaupreises, eingesetzt durch die Architektenkammer, die unterwegs war, um sich herausragende Bauwerke anzusehen. „Die authentische Wahrnehmung der Bauten hat die Entscheidung der Jury durchaus beeinflusst“, sagt Gerd Zimmermann, ehemaliger Architekturprofessor an der Weimarer Bauhaus-Universität und Vorsitzender der Baupreis-Jury.

Neun Finalisten

„Einige Gebäude haben gewonnen, andere deutlich verloren. So eine zweidimensionale Darstellung zeigt eben nicht immer die volle Wahrheit!“ Zur Wahl standen 41 Objekte. Die Jury siebte aus, legte sich schließlich auf neun Finalisten fest, die allesamt ausgezeichnet werden – mit Anerkennungen, Belobigungen und dem Landesbaupreis in den Kategorien „klein“ und „groß“: für Gebäude mit Bausummen unter und über eine Million Euro.

Aus landesweit 41 Projekten hat die Baupreisjury neun ausgesucht, die in die engere Wahl gekommen sind. Das Spektrum reicht vom reetgedeckten Ferienhaus bis zum glasverkleideten Museumsbau.

Jury-Vorsitzender: Hervorragende Arbeiten

„Wir waren positiv überrascht“, sagt Zimmermann, der regelmäßig in Schwerin ist und im Beirat für Baukultur mitwirkt. Die Jury war in den Städten, aber auch auf dem Land und an durchaus abgelegenen Orten unterwegs. Fazit: „Wir haben wirklich hervorragende Arbeiten gesehen. Erstaunlich, dass die Gebäude in MV, auch im bundesweiten Maßstab gesehen, so weit vorne sind!“ Ein Lob, das allen Beteiligten gilt bis hin zu den ausführenden Gewerken.

Ganz verschiedene Projekte

Nominiert für den Landesbaupreis sind ganz verschiedenartige Gebäude. In Wismar wurde der Kreissitz Nordwestmecklenburg mit einem Erweiterungsbau versehen. Die Uni Greifswald bekam wegweisende Neubauten, die Kunsthalle Rostock das gläsern ummantelte Schaudepot. Zu den Finalisten gehören auch Einfamilien- und Ferienhäuser. Zur Auswahl standen auch von Landschaftsarchitekten gestaltete Parks oder Innenausbauten – etwa der neue Plenarsaal der Landesregierung im Schweriner Schloss.

Auch Unsichtbares im Fokus

Bei dieser Nominierung wird deutlich, worum es bei dem Landesbaupreis auch geht: Nicht nur Architekten stehen im Fokus, sondern auch Ingenieure und Planer, die sich mit den unsichtbaren Bestandteilen befassen. Im Fall des Schweriner Schlosses standen vor der Sanierung des Saals komplizierte statische Berechnungen und eine neue Gründung im nassen Boden des Schweriner Sees.

Engagement für Baukultur

Geprüft wurde auch, wie sich die Bauten in die Umgebung einpassen. MV als Flächenland habe mit dem Niedergang kleinerer Ortschaften zu tun, sagt Zimmermann. Umso ermutigender seien Bauten wie das neu hergerichtete Geburtshaus des Dichters Johann Heinrich Voss in Penzlin. „Da haben sich Menschen für die Baukultur engagiert. Das ist hoch schätzenswert!“

Zurück zur Natur

Die lokale Anbindung der Gebäude kann sich sogar im Material spiegeln. Dort machte die Jury unter Gerd Zimmermann einen Trend aus: Zurück zu Naturmaterialien. Viel Backstein sei zum Einsatz gekommen, bei Ferienhäusern Schilfrohr, Holz. „Nachhaltigkeit und ökologisches Bauen sind ein Muss“, konstatiert Zimmermann. Zurück zu den Wurzeln: Weil dicke Backsteinwände ganz natürlich Wärme speichern, werde wieder mehr gemauert, gerade bei Einfamilienhäusern. Naturnahe Lösungen seien oft auch noch günstiger als die Hightech-Varianten.

Moderne und Tradition

Das äußere Erscheinungsbild der nominierten Gebäude ist uneinheitlich. Kastige Moderne trifft auf Tradition. Ein Konflikt besteht nicht zwischen beiden, so Zimmermann. Die ideologischen Kämpfe zwischen Vertretern von Satteldach oder Flachdach seien vorbei. „Alles kommt in Frage!“ Allerdings nur, sofern es die Behörden zulassen. Gerd Zimmermann wünscht sich da mitunter mehr freie Hand für Bauherren und Architekten. Gestaltungsvorgaben seien wichtig, um architektonische Ausrutscher zu verhindern. Wo sie zum Korsett werden, befördern sie allerdings halbherzige historisierende Entwürfe. „Lebendigkeit entsteht aber nur nicht durch Abstimmung aller Gebäude, sondern durch Vielfalt“, so Gerd Zimmermann.

Landesbaupreis 2019

Der Landesbaupreis Mecklenburg-Vorpommern zeichnet seit 1998 alle zwei Jahre herausragende Gebäude aus. Dabei geht es sowohl um die Architektur, als auch um die Ingenieurbauten, die auf die Bedingungen des jeweiligen Ortes und die Ansprüche der Nutzer eingehen.

Der Landesbaupreis wird in den Kategorien „Bausumme bis eine Million Euro“ und „Bausumme ab eine Million Euro“ vergeben und ist in jeder Kategorie mit je 2000 Euro (gesamt 4000 Euro) dotiert. Außerdem vergibt die Jury aus Architekten, Ingenieuren und anderen Bau-Experten Belobigungen mit insgesamt 2000 Euro Preisgeld sowie Anerkennungen.

Die Preisgerichtssitzung für den Landesbaupreis 2019 fand vom 15. bis 17. Mai 2019 statt. Neun Bauprojekte kamen in die engere Wahl. Aus diesen benennt die Jury während der Preisverleihung am 10. September zwei Preisträger.

Von Matthias Schümann

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