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MV aktuell MV-Hymne: Zu viel Steuergeld für „Mein Mecklenburg-Vorpommern“?
Nachrichten MV aktuell MV-Hymne: Zu viel Steuergeld für „Mein Mecklenburg-Vorpommern“?
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20:17 11.04.2019
Kally Darm singt im Theater Stralsund, neben ihm eine Gebärdendolmetscherin. Der Titel „Mein Mecklenburg-Vorpommern“ des Musikers Kally Darm ist das neue Landeslied. Quelle: Stefan Sauer
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Stralsund/Schwerin

Streit um die Ausgaben für das frischgekürte Landeslied „Mein Mecklenburg-Vorpommern“: „Wir haben ein Mecklenburglied und ein Pommernlied - was Hymnen angeht sind wir also gut ausgestattet“, meint die kulturpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Ann Christin von Allwörden. Dennoch sei das Engagement des Heimatverbandes „begrüßenswert“. Ob das gekürte Lied als Landeslied akzeptiert werden wird, müsse abgewartet werden.

Video: So reagieren Zuhörer auf das neue Landeslied für MV

„40 000 Euro sind jetzt nicht die Welt – aber ein armes Bundesland wie Mecklenburg-Vorpommern hätte das Geld natürlich trotzdem sinnvoller einsetzen können“, kritisiert der Fraktionsvorsitzende der AfD, Nikolaus Kramer. „Es gibt genug von Bürgern ins Leben gerufene Projekte im ländlichen Raum, die sich über das Geld gefreut hätten.“

Das Lied muss in die Herzen

„Das Lied muss in die Herzen der Menschen“, sagt Linken-Fraktionschefin Simone Oldenburg. Wenn es sich irgendwann einmal durchsetzen sollte und „bei Festen und Feiern gespielt wird“, dann sei es auch sein Geld wert.

Video: So klingt das Landeslied für Mecklenburg-Vorpommern

Das Geld sei gut angelegt, meint die kulturpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Nadine Julitz. Hintergrund: Der Wettbewerb kostete rund 40  000 Euro, erklärt der ausrichtende Landesheimatverband. 40  000 Euro Steuergeld – direkt aus dem Schweriner Kultusministerium. Der Landesheimatverband erhält jährlich 135  000 Euro kulturelle Projektförderung, so Henning Lipski, Sprecher des SPD-geführten Kultusministeriums. Damit würden unter anderem die Geschäftsstelle und auch der Wettbewerb finanziert.

Preisgeld 20 000 Euro

Der Sieg ist mit einem Preisgeld von 20 000 Euro verbunden. Das geht an den Schöpfer des Siegerliedes Kally Darm, eigentlich Karl-Heinz Darm, der in Tessin bei Boizenburg (Landkreis Ludwigslust-Parchim) lebt.

Kommentar zum Thema: Gut angelegtes Geld?

Die anderen Finalisten erhalten jeweils 1000 Euro. Im Finale am Mittwochabend in Stralsund standen der Unterhaltungskünstler Gerd Brummund („Willi Freibier“) aus Woggersin bei Neubrandenburg, der ein plattdeutsches Lied einreichte, der gebürtige Rostocker Wolfgang Bernstein sowie die Autorin Ditte Clemens aus Güstrow, die sich gemeinsam mit dem Musiker Gerald Uhlendorf beteiligte. Drei der vier Titel wurden für das Landespolizeiorchester arrangiert und eingesungen, Brummunds Lied wurde mit eigener Instrumentierung veröffentlicht.

Video: So reagieren Zuhörer auf die Lieder der vier Finalisten

Landtagssitzung verhindert Ministerbesuch

Gerade mal 100 Gäste waren bei der feierlichen Gala in Stralsund dabei. Große Namen aus der Politik? Fehlanzeige! Auch Kulturministerin Birgit Hesse (SPD) war nicht angereist. „Es war schließlich Landtagssitzung – und der Heimatverband wusste das“, erklärt Sprecher Lipski.

Wie es jetzt weitergeht, ist noch unklar. Cornelia Nenz, Vorsitzende des Heimatverbandes, gibt zu: „Wir haben noch keinen Fahrplan nach diesem Abend. Wir haben so viel ehrenamtliche Arbeit für den heutigen Tag geleistet und sind erst mal froh, dass es vorbei ist. Bei unserem Chortreffen des Verbandes werden wir das Lied gewiss singen.“

Insgesamt 150 Bewerbungen

Ministeriumssprecher Lipski betont: „So ein Lied muss von der Mehrheit getragen werden. Wichtiger ob es offiziell vom Landtag per Beschluss bestätigt wird, ist die Frage, ob die Menschen es singen. Das wäre ein Beleg dafür, dass es angenommen wird.“

Knapp 150 Beiträge waren zum Wettbewerb „So klingt Mecklenburg-Vorpommern“ eingegangen. Bei einer Abstimmung online oder per Postkarte gaben fast 2300 Menschen ihr Votum ab. Das letzte Wort behielt sich jedoch die Jury vor.

Es gibt bereits ein Pommern- und ein Mecklenburg-Lied sowie das Ostseewellenlied. Mit einem neuen Landeslied sollte die Einheit des Bundeslandes deutlich gemacht und der Bezug zur Gegenwart klar werden, hatte Kulturministerin Hesse das Anliegen erläutert. Plagiatsvorwürfe gegen einen Wettbewerbsbeitrag seien durch ein musikwissenschaftliches Gutachten entkräftet worden, hieß es.

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Nun ist es soweit: MV hat eine gemeinsame Hymne. Kally Darm aus Tessin hat sich mit seinem Lied „Mein Mecklenburg-Vorpommern“ gegenüber der Konkurrenz durchgesetzt. Wir haben uns auf der Straße umgehört, wie die Hymne ankommt.

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