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MV aktuell Landespresseball MV: So schön war die Ballnacht in der Rostocker Stadthalle
Nachrichten MV aktuell Landespresseball MV: So schön war die Ballnacht in der Rostocker Stadthalle
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17:22 17.11.2019
Dichtes Gedränge auf der Tanzfläche beim Landespresseball in der Rostocker Stadthalle Quelle: Christian Rödel
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Rostock

Es ist nicht immer einfach in diesen Tagen: Das Klima bereitet uns Sorge, das wirtschaftliche Wachstum ist gedämpft, die Gesellschaft scheint polarisiert, die Große Koalition zuckt in Berlin von Krampf zu Krampf, die Kommunikation in den Kanälen sozialer Medien ist oft laut, grob und gereizt, Hansa spielt noch immer in der 3. Liga.

Die Medien begleiten nicht nur solche Themen, sondern sie ordnen ein, klären auf, schauen hinter die Kulissen, differenzieren, spitzen zu, kommentieren, unterhalten, betrachten Entwicklungen, liefern Fakten. Das alles an der Bruchlinie zwischen analoger und digitaler Arbeitswelt, inmitten eines Wandels, der für alle extrem herausfordernd ist. Aber ebenso interessant und aufregend.

Gemeinsam netzwerken und feiern

Der 27. Landespresseball in der Stadthalle Rostock gilt als eines der größten gesellschaftlichen Ereignisse im Land. Rund 800 Gäste sind gekommen, darunter Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur, Sport und Medien. Um zu feiern, zu netzwerken, zu plaudern, zu lachen, natürlich um zu tanzen. Und das in Gemeinschaft unter einem Dach.

Beim 27. Landespresseball in der Rostocker Stadthalle versammeln sich am Samstagabend rund 800 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport und Medien.

Schirmherrin Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, schaltet sich mit einer Videobotschaft in das Geschehen ein. „Ich tanze gern bis tief in die Nacht hinein – ich kann allerdings in diesem Jahr nicht dabei sein“, sagt sie und betont: „Pressefreiheit gehört zu den Dingen, die nicht selbstverständlich sind. Deshalb muss man immer wieder dafür kämpfen.“

Victoria Hermann moderiert die glitzernde Veranstaltung – bekannt ist sie vor allem als Gesicht von TV-Shows oder vom Wissensmagazin „Lexi TV – Wissen für alle“. Stargast der Nacht ist die Sängerin Emilia aus Schweden, deren Song „Big Big World“ um die Welt ging.

Dass das Vergnügen in der Stadthalle gekoppelt ist mit Verantwortung, hat beim Presseball Tradition. Der Erlös der Tombola kommt der Aus- und Weiterbildung von Journalisten zugute. Dafür sorgt der Presse-Club MV, der Veranstalter des Balls, dem Verlagshäuser, Rundfunkanstalten und der Deutsche Journalistenverband MV angehören.

Auszeichnung für Reporter des „Nordkurier“

Zum elften Mal wird auf dem Ball der Medienpreis des Presse-Club MV vergeben. „Frank Wilhelm reiht sich als Preisträger 2019 nahtlos in die Riege der herausragenden Journalistinnen und Journalisten in unserem Land ein, die für einen seriösen, faktenbasierten und unabhängigen Journalismus stehen“, sagt der Geschäftsführer des Presse-Club, Michael Broscheit.

Der Geehrte (Jahrgang 1963) ist seit mehr als 25 Jahren Reporter beim „Nordkurier“ in Neubrandenburg. OZ-Chefredakteur Andreas Ebel würdigt Wilhelm unter anderem als Kollegen, der sich „seit Jahrzehnten für den Nordkurier durch den Stasi-Sumpf wühlt“, der sich jedoch „anders als manche Berufskollegen nie als ,Stasi-Jäger’ billig profiliert“.

Jens und Marisa Post aus Prohn bei Stralsund sind zum ersten Mal bei einem Presseball. „Es ist unser erster Ball in dieser Dimension“, sagt der 48-Jährige. Aufregend und spannend sei so ein Ereignis. Während die Gäste zwischen 180 und 250 Euro für ein Ticket zahlen, hat das Paar die Plätze bei einer OZ-Verlosung gewonnen. Genauso wie Kristin Crellwitz (44) und Frank Römke (45) aus Kritzmow bei Rostock, die vor Jahren schon mal einen Presseball erlebten. „Wir tanzen sehr gern, belegen gerade deshalb einen Salsa-Kurs und finden diesen Ball ganz toll“, sagt Kristin Crellwitz. Der Clou: Beide Paare wurden von Galeria Karstadt Kaufhof in Rostock eingekleidet. „Das war allerdings ein bisschen schwierig für mich“, sagt fröhlich Jens Post. Der Mann ist 1,99 Meter groß.

„So einen Ball gönnt man sich nicht so oft“

Damit es in der Stadthalle gut klingt und richtig leuchtet, wurden vom 30-köpfigen Team der Berliner Produktionsfirma „pehnert & hoffmann“ drei Kilometer Kabel verlegt, mehr als 100 Scheinwerfer installiert. Gut 300 Meter Traversen, an denen Licht- und Tontechnik hängt, mussten besorgt werden, ebenso eine 24 Quadratmeter große LED-Wand und eine Bühne mit Laufsteg im Foyer für eine Modenschau. Blickfang auf den Tischen sind allerdings die 900 Orchideen-Rispen. „So einen Ball gönnt man sich nicht so oft, da darf es etwas prachtvoller und opulenter sein“, sagt Firmenchef Matthias Hoffmann.

Neben dem Eröffnungswalzer gehört zum Ball ebenso die Currywurst nach Mitternacht. Wer tanzt braucht Energie. Allerdings ist noch etwas in den vergangenen Jahren hinzugekommen: der Blick aufs Smartphone, auf die aktuellen Bilder vom Ball, während das Publikum noch mittendrin ist.

Woran aber werden sich die Ballgäste erinnern, wenn das Jahr zu Ende geht? Ein Gutteil erwähnt die Friday-for-Future-Demos der jungen Leute. Andere denken an die erstaunliche Entwicklung der MV Werften oder das Rammstein-Konzert im Ostsee-Stadion. Ab heute gehört ganz sicher auch dieser Ball zur Palette der einprägsamen Ereignisse 2019.

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Von Klaus Amberger

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