Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
MV aktuell Das sind die Ergebnisse der Kleingarten-Studie in MV
Nachrichten MV aktuell Das sind die Ergebnisse der Kleingarten-Studie in MV
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
23:02 23.05.2019
Eine Gartenanlage aus der Luft Quelle: dpa-Zentralbild
Anzeige
Rostock

In größeren Städten werden Kleingärten immer beliebter. Dagegen stehen viele Anlagen im ländlichen Raum leer, wie jetzt eine Studie zeigt.

Kleingärten müssen umgedacht werden

In den letzten sieben Jahren sank die Zahl der Kleingärten deutschlandweit um etwa 25 000 auf 960 000. „Während es um Schwerin und Rostock lange Wartelisten gibt, musste in Anklam bereits eine Kleingartenanlage geschlossen werden“, sagt Umweltminister Till Backhaus (SPD). In MV waren 2015 mehr als 4000 Parzellen unbewirtschaftet, bundesweit sind es aktuell 65 000.

Beispiel Insel Rügen: „Lukrative Ecken haben wenig Probleme mit dem Leerstand“, sagt der stellvertretende Vorsitzende des Inselverbands der Kleingärtner, Peter Heinemann. In Dranske im Nordwesten Rügens sehe es jedoch anders aus. Dort stehen 20 von insgesamt 70 Parzellen eines Vereins leer. Dadurch entstehen für alle Mitglieder höhere Kosten. „Die Gärten müssen ja bezahlbar bleiben. So kostet schon allein die Müllentsorgung zu viel“, sagt Heinemann.

Im Gartenverein „Am Moor“ in Warnemünde „gibt es einen Leerstand von null. Wir haben immer Andrang“, sagt der Vorsitzende, Benno Winter. Immer mehr jüngere Leute hätten Interesse am Gärtnern. Winter weiß von anderen Vereinen in Rostock und Umgebung, in denen es ebenfalls kaum Probleme mit leeren Gärten gebe.

Trotzdem müsse das Kleingartenwesen laut Backhaus familien- und seniorenfreundlicher werden. Zu den Vorschriften eines Gartenvereins gehören festgelegte Flächenanteile für Obst und Gemüse. Das Ministerium möchte diese Bereiche verkleinern. Damit wären Gärten für ältere Menschen und junge Familien pflegeleichter.

In MV gibt es laut Umweltministerium 80 000 Kleingärtner in mehr als 1000 Vereinen, die mehr als 63 000 Parzellen auf insgesamt 3700 Hektar bewirtschaften. Das Land MV stellt jährlich etwa 90 000 Euro für die Förderung der Vereine bereit.

Neue Bundesländer haben die meisten Kleingärten

Im gesamtdeutschen Vergleich haben die neuen Bundesländer einen sehr hohen Anteil an Kleingärten. Dies sei aus Zeiten der DDR übrig geblieben, so Evi Goderbauer vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), das die Studie erstellt hat. In einem bundesweiten Ranking unter den Städten mit dem größten Anteil an Gärten belegte Rostock mit 15 000 Parzellen den neunten Platz. Die meisten Kleingärten hat Berlin: 67 000.

Generell gebe es zwar mehr Leerstand, dafür werden die Gärtner immer jünger, so Robert Kröger, Vorsitzender des Landeskleingartenverbands MV. Viele junge Menschen seien nach der Wende in die alten Länder abgewandert. „Jetzt kommen die aber oft mit ihren Familien zurück und wollen einen Garten haben.“

Bei ihnen besonders im Trend: biologische Anbaumethoden. In MV können sich Gärtner beim Projekt „Natur im Garten“ über Bio-Methoden informieren. Dabei geht es vor allem um den Verzicht auf chemisch-synthetische Dünger, Pestizide und Torf. „Wir zeigen, wie man im Garten mit der Natur im Einklang sein kann“, erklärt Projektleiter Matthias Bormann. Das könnte dann wiederum auch ein Vorbild für ältere Naturfreunde sein.

Dimitri Paul

So reagieren Gemeinden auf den Leerstand in Gartenanlagen. Besonders das gemeinschaftliche Bewirtschaften könnte zukünftig eine wichtige Rolle spielen.

23.05.2019

Die Zeiten des wissenschaftlichen Arbeitens liegen für die promovierte Chemikerin Merkel schon einige Jahrzehnte zurück. Doch der Besuch bei Centogene in Rostock, einem der weltweit führenden Biotechnologie-Unternehmen, beeindruckte die Kanzlerin offensichtlich.

23.05.2019

Essen ist im Plenarsaal des Schweriner Landtags prinzipiell nicht gestattet. Dennoch kam Agrarminister Till Backhaus am Donnerstag mit einer Erdbeertorte um die Ecke. Eine Geste mit Grandezza . . .

23.05.2019