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MV aktuell Leichtsinnige Kletterer samt Hunden aus Kreidekliff gerettet
Nachrichten MV aktuell Leichtsinnige Kletterer samt Hunden aus Kreidekliff gerettet
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18:35 14.07.2019
Zwei Personen, in Begleitung von zwei Hunden, haben am Sonnabend versucht, an der Steilküste bei der Viktoriasicht nach oben zu klettern. Quelle: Feuerwehr Sassnitz
Sassnitz

Unfassbar! Es war der 86. Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr Sassnitz. Und aus Sicht der Feuerwehrleute der unnötigste. 20 Feuerwehrleute mussten Samstagnachmittag ein Pärchen aus Magdeburg mit ihren Hunden vom Kreidefelsen am Nationalpark Königsstuhl retten. Die Urlauber (Mitte 30) sind mit einem Boxer und einem Labrador vom Strand aus die 100 Meter hohe Victoriasicht hinaufgeklettert. Bei 60 Metern war Schluss. Dem Mann gelang es, einen Notruf abzusetzen. Dem Mann gelang es, zurück auf den Strand zu kommen und einen Notruf abzusetzen. Die Höhenretter konnten die Frau samt Vierbeinern in einem zweistündigen Einsatz abseilen. Die Frau kam mit Schürfwunden davon.

„Das ist mehr als fahrlässig, was die sich geleistet haben.“

Für die Feuerwehrleute ein unglaublicher Vorgang. Leiter Sven Tachulat sagt: „Auf die beiden wird noch eine Rechnung zukommen.“ Normalerweise stelle die Feuerwehr für Einsätze keine Rechnungen. Aber das hier gehe zu weit. „Das ist mehr als fahrlässig, was die sich geleistet haben“, sagt Tachulat. „Auch unsere Kameraden haben sich in Lebensgefahr begeben. 60 Meter sind 60 Meter.“ Und bei der Trockenheit des Kreidefelsens könne schon ein Sturz aus fünf Metern tödlich enden. Auch im Nationalparkzentrum Königsstuhl ist man fassungslos. Eine Mitarbeiterin sagt: „Das ist unglaublich. Wir wissen auch nicht, was wir dazu noch sagen sollen.“ Trotz der Warnschilder komme es immer wieder zu derart verantwortungslosen Vorfällen.

Fast jedes Jahr mehrere Todesfälle

Und Unfällen. Anfang Juli ist eine 77-Jährige an der Steilküste einen Hang hinuntergestürzt und musste gerettet werden. Anfang April ist eine Frau aus Berlin an der Victoriasicht 30 Meter in die Tiefe gestürzt und konnte nur noch tot geborgen werden. Im März und im Januar wurden ein Mann und eine Frau tot am Ufer der Steilküste am Königsstuhl aufgefunden. Im September 2017 ist ein 57-jähriger Mann aus Niedersachsen bei einem Sturz vom Kreidefelsen zu Tode gekommen. Im März 2017 starb die Hamburger Sängerin Tanita P. (21), als sie sich zu weit über die Steilküste lehnte, um ein Selfie zu machen, und in die Tiefe stürzte. Im Juli 2014 rettete die Feuerwehr zwei 13 und 14 Jahre alte Jungs aus Brandenburg, die sich auf eine Klettertour zum Königsstuhl begeben hatten, aus 50 Metern Höhe. Am zweiten Weihnachtstag 2011 wurde die 10-jährige Katharina aus Brandenburg von herabstürzenden Geröllmassen verschüttet. Ihre Leiche wurde erst Wochen später aus der Ostsee geborgen. Der Königsstuhl ist 118 Meter hoch und zählt jährlich bis zu eine Million Besucher.

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