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MV aktuell Leonies Mutter wird erneut im Mordprozess befragt – zum letzten Mal?
Nachrichten MV aktuell Leonies Mutter wird erneut im Mordprozess befragt – zum letzten Mal?
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21:41 03.12.2019
Beim Erscheinen des Gerichts zu Beginn des Prozesses wegen Mordes durch Unterlassen und Misshandlung von Schutzbefohlenen in sieben Fällen Mitte September blieb der angeklagte Stiefvater sitzen. (Archivfoto) Quelle: Bernd Wüstneck/zb/dpa
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Neubrandenburg

Im Mordprozess zum Fall der toten Leonie aus Torgelow wird am Mittwoch erneut die Mutter des Mädchens vernommen. Das Landgericht Neubrandenburg will von der 25-Jährigen hören, ob der angeklagte Stiefvater früher gewalttätig gegen Leonie und ihren kleinen Bruder gewesen ist.

Es ist bereits die vierte Befragung der 25-Jährigen. Die Anhörung ab 9 Uhr erfolgt zum Schutz der Mutter wieder hinter verschlossenen Türen. Der Angeklagte, Leonies Stiefvater, darf die Aussage von einem Nachbarraum aus über einen Bildschirm mitverfolgen und über seinen Anwalt Fragen stellen, die dann vor Gericht verlesen werden.

Verteidiger: Mutter ist an „Wahrheitsfindung zutiefst interessiert“

Der Pflichtverteidiger der Mutter, Axel Vogt, gibt sich zuversichtlich, dass am Mittwoch die Befragung der 25-Jährigen abgeschlossen werden kann. Nach seinen Worten habe sie sich sehr kooperativ gezeigt und sei im Laufe der Verhandlung stabiler geworden.

Bildergalerie: Die traurige Geschichte von Leonie

Von der schrecklichen Nachricht über ihren Tod bis zum Prozess in Neubrandenburg

Sie habe sehr überzeugend auf alle Fragen der Richter geantwortet und detailliert im Rahmen ihrer Möglichkeiten Antwort gegeben. Er selbst bewertet das als positives Signal. Das zeige, dass auch sie an der Wahrheitsfindung zutiefst interessiert ist.

Angeklagter will sich am 9. Dezember äußern

Leonie war am 12. Januar tot in der elterlichen Wohnung in Torgelow (Landkreis Vorpommern-Greifswald) gefunden worden. Dem 28-jährigen Stiefvater wird Mord durch Unterlassen und Misshandlung von Schutzbefohlenen vorgeworfen. Er soll das Mädchen mehrfach so misshandelt haben, dass es schwere Verletzungen erlitt und starb.

Der Mann schweigt bisher vor Gericht, er wolle sich am 9. Dezember äußern. Bei Vernehmungen hatte er angegeben, dass Leonie nachmittags eine Treppe im Hausflur hinuntergestürzt sei. Das bezweifeln Ermittler aber.

Jackenfasern im Haus gefunden

Die Verteidiger des Angeklagten meinten mit einem Gutachten, das Jackenfasern von Leonie auf einer Fußmatte im Haus nachweist, ein Indiz gefunden zu haben, was die Version ihres Mandanten – Leonie sei nur gestürzt – stützt. Pflichtverteidiger Vogt ist da aber skeptisch.

Seiner Meinung nach belegen die Fasern nicht die Unschuld des Angeklagten, sondern zeigen lediglich, dass das Kind dort gelebt hat. Der Anorak kann an dieser Stelle mal abgelegt worden sein, das Kind kann sich irgendwo festgehalten haben. Es sollten Dutzende solcher Mischspuren im Haus zu finden sein, meint er.

Die Mutter ist für die Staatsanwaltschaft die einzige Zeugin aus dem Familienhaushalt. Das Paar war erst wenige Monate vorher von Wolgast nach Torgelow umgezogen, hatte die Kinder in einer Kita zwar angemeldet, dort nach wenigen Tagen aber nicht mehr hingebracht. Der Angeklagte wollte sich am 9. Dezember äußern.

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Von Cornelia Meerkatz/dpa

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