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MV aktuell Leonies Tante im Mordprozess: „Die Kinder sahen aus wie nach einem Autounfall“
Nachrichten MV aktuell Leonies Tante im Mordprozess: „Die Kinder sahen aus wie nach einem Autounfall“
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15:47 29.10.2019
Nach dem Tod der kleinen Leonie haben viele Menschen ihre Trauer mit Kerzen und Kuscheltieren ausgedrückt. Quelle: Tilo Wallrodt
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Rostock

Im Leonie-Prozess sind am Dienstag neue Einzelheiten über die offenbar dramatischen Lebensverhältnisse der beiden Geschwister bekannt geworden. „Die Kinder sahen aus wie nach einem Autounfall“, berichtete Eva-Maria B. (31), Tante von Leonie, vor dem Landgericht Neubrandenburg von einem ihrer letzten Kontakte zu dem im Januar 2019 gestorbenen Kind.

Leonie habe grüne in blaue Flecken im Gesicht gehabt. Die Schwester des leiblichen Vaters hatte die Kinder zufällig auf einem Supermarkt-Parkplatz in Wolgast getroffen, rund elf Monate vor Leonies Tod.

Von der schrecklichen Nachricht über ihren Tod bis zum Prozess in Neubrandenburg

Tante hatte Kindeswohlgefährdung angezeigt

„Die Kinder schlagen sich gegenseitig“, habe die Mutter die Verletzungen gerechtfertigt gesagt, so Eva-Maria B. Sie erstattete Anzeige bei der Polizei in Wolgast wegen Kindeswohlgefährdung. Wir gehen dem nach, hätten die Beamten versprochen. Die Tante hat nie wieder von der Anzeige gehört.

„Er ist ein liebevoller Vater, alles ist in Ordnung“, soll Leonies Oma mütterlicherseits der besorgten Tante über den 28-jährigen Stiefvater gesagt haben. Ihm wird dem vorgeworfen, für den Tod von Leonie verantwortlich zu sein.

Gericht hört auch den leiblichen Vater an

Die Schwurgerichtskammer will am Dienstag vor allem die Familienverhältnisse vor dem Umzug von Wolgast nach Torgelow Mitte 2018 und die Rolle der Mutter genauer beleuchten. Als Zeugen sind der Nebenkläger und leibliche Vater Leonies, von dem sie sich Anfang 2018 getrennt hatte, sowie Verwandte und Bekannte der Mutter geladen. Auch der Nebenkläger und der Angeklagte wohnten eine Zeit lang zusammen. Lesen Sie hier mehr zum weiteren Prozesstag: Leonies Vater im Prozess unter Tränen: „Dann hätte ich die Verletzungen gesehen“

Leonie war am 12. Januar tot und mit Verletzungen, die von schweren Misshandlungen herrühren sollen, in der Wohnung der Mutter und des Stiefvaters in Torgelow gefunden worden. Dem 28-Jährigen wird Mord durch Unterlassen und Misshandlung von Schutzbefohlenen vorgeworfen. Er soll das Mädchen laut Staatsanwaltschaft so misshandelt haben, dass es infolge der Verletzungen starb, und absichtlich zu spät Hilfe geholt haben.

Der Mann schweigt bisher vor Gericht, hatte aber bei der Polizei von einem Treppensturz Leonies gesprochen. Rettungskräfte waren viereinhalb Stunden nach dem angeblichen Sturz alarmiert worden. Auch gegen die Mutter wird in dem Zusammenhang ermittelt, weil sie nicht eher Hilfe geholt hat.

Diese Kriminalfälle haben MV bewegt:

Seit 1992 wurden in Mecklenburg-Vorpommern etwa 400 Menschen ermordet. Mehr als 90 Prozent dieser Fälle wurden aufgeklärt. Doch auch dreiste Raubüberfälle, Trickbetrugsserien und mysteriöse Skulpturen bewegten in den letzten Jahren das Land. Wir zeigen spektakuläre Kriminalfälle, die in MV für Aufsehen sorgten.

Lesen Sie hier, wie der Prozess begann:

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Von Gerald Kleine Wördemann

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