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MV aktuell Lila Bäcker in der Krise: Kunden bleiben weg – Umsatz bricht ein
Nachrichten MV aktuell Lila Bäcker in der Krise: Kunden bleiben weg – Umsatz bricht ein
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10:11 10.05.2019
Noch sind Filialschließungen die Ausnahme: Ob der Lila Bäcker gerettet wird, ist unklar. Quelle: Heiko Hoffmann
Pasewalk

Beim Lila Bäcker bleiben die Kunden weg. Wie schlecht die Geschäfte tatsächlich laufen, geht aus internen Unterlagen vor, die der OSTSEE-ZEITUNG vorliegen. Demnach brach von Januar bis März dieses Jahres der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 20 Prozent ein. Innerhalb dieser drei Monate beschleunigte sich der Abwärtstrend dramatisch.

Im Januar, zum Zeitpunkt der Insolvenzanmeldung, betrug das Minus noch 11 Prozent, im März war es mit 32 Prozent bereits fast dreimal so hoch. Mitarbeiter sagen, dass immer mehr Tiefkühlware in den Regalen liege (die OZ berichtete).

2018 lief auch schon schlecht

Schon das Vorjahr war alles andere als rosig verlaufen. Im Februar 2018 übernahm der jetzige Geschäftsführer Stefan Blaschak die Firmenleitung. Als eine seiner ersten Amtshandlungen schloss er im Monat darauf Produktionsstätten in Pasewalk, in Gägelow bei Wismar und in Dahlewitz bei Berlin. 220 Mitarbeiter mussten gehen. In der Folge kam es zu Umsatzeinbußen: Ab April rutschten die Absatzzahlen für fast alle Produktgruppen von Brot bis Kuchen und Brötchen unter die Planzahlen und Vorjahreswerte.

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Außer den Kunden suchen offenbar auch viele der einst 2700 Mitarbeiter das Weite. Wegen der „derzeit angespannten Personalsituation“ hat Lila Bäcker in Berlin und Brandenburg laut einer Sprecherin mehrere Filialen „kurzfristig“ geschlossen. Die sollen in den kommenden Tagen wieder eröffnet werden.

Nach Angaben der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) geht es um rund 40 Läden, keiner davon sei in MV. Birgit Weiland von der NGG bezweifelt, dass die Neuinbetriebnahme reibungslos klappt. „Ein Problem könnte die personelle Besetzung sein“, sagt Weiland.

Noch kein Insolvenzplan

Am kommenden Montag könnte sich das weitere Schicksal der sechstgrößten Bäckereikette Deutschlands entscheiden. Im Amtsgericht Neubrandenburg sind Gläubigerversammlungen der fünf Einzelgesellschaften angesetzt, so eine Gerichtssprecherin. Ob oder was konkret beschossen werden soll, könne sie nicht sagen. Möglicherweise gehe es um die Verabschiedung des noch vorliegenden Insolvenzplans.

Angeblicher Käufer sagt nichts

Bereits in dieser Woche sollten nach OZ-Informationen die Weichen für einen Verkauf an eine Investorengruppen um den Unternehmensgründer Volker Schülke gestellt werden. Es werde noch über Vertragsdetails verhandelt, hieß es.

Angeblich will Schülke als einziger das Unternehmen übernehmen, ohne es zu zerschlagen. Der Manager von der Insel Usedom äußert sich auf Nachfrage nicht. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn in Zusammenhang mit seiner früheren Geschäftsführertätigkeit bei Lila Bäcker nach einer Strafanzeige wegen Untreue. Die Anzeige kam angeblich aus dem Unternehmen selbst.

Aus Kreisen der Gläubigerversammlung heißt es, Schülke sei der einzige verbliebene Kaufinteressent, mit dem noch verhandelt werde. Insolvenzverwalter Danny Koch aus der Kanzlei des gerichtlich eingesetzten Sachwalters sagt, das sei falsch, will sich aber sonst nicht äußern.

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