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MV aktuell Bewusst oder unbewusst? Linken-Abgeordneter aus MV hat für Stasi gearbeitet
Nachrichten MV aktuell Bewusst oder unbewusst? Linken-Abgeordneter aus MV hat für Stasi gearbeitet
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10:49 28.08.2019
Wolfgang Weiß, Landtagsmitglied der Linken Quelle: Marikke Behrens
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Schwerin

Wolfgang Weiß (64), Landtagsabgeordneter der Linken, hat eine Vorgeschichte mit dem Ministerium für Staatssicherheit der DDR. Die Stasi-Überprüfungskommission des Landtags berichtet von neuem Material des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen zu Weiß. Demnach habe der Greifswalder als Zeitsoldat der NVA ab 1975 Berichte über andere Soldaten verfasst – geführt als Gesellschaftlicher Mitarbeiter für Sicherheit (GMS).

In Unterlagen befänden sich Berichte über Treffen mit Führungsoffizieren sowie 17 handschriftliche Berichte Weiß'. Darin sei es unter anderem um Überlegungen von Soldaten zu Republikflucht oder das Hören und Sehen westlicher Radio- und Fernsehsendungen gegangen. Auch habe Weiß charakterliche Einschätzungen zu Soldaten abgegeben.

Weiß: Berichte an NVA-Vorgesetzten verfasst

Weiß selbst nimmt zu den Funden Stellung. Er habe ab Februar 1975 als NVA-Hauptfeldwebel tägliche Meldungen zum Thema „Sicherheit und Ordnung im Innenbereich“ abgegeben. Dies habe innerhalb der NVA zu seinen Aufgaben gehört. Die Berichte seien fast ausschließlich seinem Stabschef, einem „Major S.“, zugegangen.

In einer Stellungnahme an die Stasi-Überprüfungskommission des Landtags spricht Weiß davon, dass die Stasi seine Informationen offenbar „abgeschöpft“ habe. Ihm sei damals „nicht bewusst gewesen, dass ich während meiner Dienstzeit jemals etwas mit der Staatssicherheit zu tun hatte“. Er sei „Soldat der NVA“ gewesen – „und das ausschließlich“.

Laut Bundesbehörde für die DDR-Stasiunterlagen gab es bis 1989 rund 33000 GMS, also Informanten mit „staatsbewusster Einstellung und Haltung" in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen. Diese seien nicht gleichzusetzen mit Inoffiziellen Mitarbeitern (IM) und hätten meist auch keine Decknamen erhalten.

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