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MV aktuell Londoner Investmentfirma übernimmt A-Rosa-Reederei
Nachrichten MV aktuell Londoner Investmentfirma übernimmt A-Rosa-Reederei
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00:01 12.01.2018
Lohnendes Geschäft: die „Arosa Flora“ bei der Premierenfahrt auf dem Rhein. Quelle: Foto: Elke Ehlers
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Rostock/London

Wachablösung auf der Brücke bei A-Rosa: Die Londoner Investment-Firma Duke Street hat die Mehrheit beim Rostocker Flusskreuzfahrten-Anbieter A-Rosa übernommen. Die neuen Besitzer gehören derselben Branche an wie die bisherigen: Duke Street ist ein Private Equity-Unternehmen, das Firmen mittels Krediten aufkauft, wachsen lässt und sich dann – am besten mit viel Gewinn – wieder von ihnen trennt.

Neue Besitzer wollen Flotte weiter ausbauen / Rostock bleibt Firmensitz

Das dauerte bei Waterland Private Equity, dem alten Eigentümer mit niederländischen Wurzeln, mit knapp neun Jahren recht lange: Waterland hatte A-Rosa 2009 von der Deutschen Seereederei (DSR) übernommen. Das Management des Flusskreuzfahrt-Anbieters hält ebenfalls einen kleineren Teil am Unternehmen. Über den Kaufpreis wurde nichts bekannt, das Kartellamt muss noch zustimmen.

„Mit der Übernahme ändert sich nichts“, sagte A-Rosa-Sprecherin Nicole Lerrahn. Die Geschäftsführung bleibt, ebenso die Firmenzentrale in Rostock, und auch die 545 Mitarbeiter, davon 85 in der Hansestadt, müssten sich nicht umstellen. Die meisten der Beschäftigten arbeiten auf den elf Schiffen, sie sind am zweiten Firmensitz im schweizerischen Chur angestellt.

„Dank der Partnerschaft mit Waterland haben wir in den vergangenen Jahren unsere führende Position in Europa kontinuierlich gestärkt“, sagt A-Rosa-Geschäftsführer Jörg Eichler. Seit 2009 wuchs die Flotte von sechs auf elf Schiffe, der Rhein und die französische Seine kamen als neue Zielgebiete dazu. Die neuen Eigentümer wollen die Flotte erweitern und weitere Fahrtgebiete ins Programm aufnehmen. Hauswerft von A-Rosa ist die Neptun Werft in Warnemünde. Konkrete Pläne für Schiffsneubauten gebe es aber noch nicht, erklärte Sprecherin Lerrahn. Zudem will das Unternehmen künftig mehr Kunden in Großbritannien und Spanien gewinnen.

Im Gespräch ist, dass A-Rosa ein Familienschiff bauen wolle, mit mehr Platz und speziellen Service-Angeboten. Das ist seit einem sogenannten Relaunch 2013 offizielle Firmenpolitik. Der Premiumanbieter aus Rostock will sich von der zunehmenden Billig-Konkurrenz absetzen, ein jüngeres Publikum ansprechen und vor allem Familien mit Kindern an Bord locken. Nun gehören auch Kinderclubs, Pädagogen und spezielle Landausflüge zum Programm. „2017 hatten wir bis zu 1000 Kinder dabei“, sagt Nicole Lerrahn. Das in der Branche offenbar leicht verstaubt klingende Wort „Flusskreuzschifffahrt“ kommt in der Werbung nicht mehr vor. Stattdessen vermarktet A-Rosa seine Produkte jetzt als „Städte- und Naturreisen“.

„Wir sehen in A-Rosa die aufregende Möglichkeit, den Führer eines wachsenden europäischen Freizeitmarkts zu unterstützen“, sagt Duke-Street-Manager Charlie Troup. Tourismus gehört bislang eher nicht zu Schwerpunkten der neuen Mehrheitsgesellschafter aus der Wigmore Street im Londoner West End.

Zu ihren Beteiligungen zählen vor allem Medizinfirmen, etwa der Endoskopie-Gerätehersteller Medi-Globe aus Oberbayern, aber auch Betriebe aus der Industrie und dem Freizeitbereich. Ein paar Jahre lang gehörte die französische Billig-Hotel-Kette B&B dem neuen A-Rosa-Eigner, ebenso die bekannte Fotoagentur Getty Images. Der Finanznachrichtendienst Bloomberg beschreibt Duke Street als Beteiligungsgesellschaft, die sich auf gut entwickelte Firmen konzentriert. Bei Start-ups und Sanierungsfällen steigen die Briten dagegen nicht ein.

Rostocker Erfolgsgeschichte

85 Mitarbeiter beschäftigt A-Rosa in Rostock. 435 Angestellte arbeiten auf den elf Schiffen, weitere 25 in der Verwaltung in Chur (Schweiz). Die Reederei bietet seit 2002 Flusskreuzschifffahrten auf Donau, Rhein, Mosel, Main sowie in Frankreich auf Rhone/Saone an und seit 2017 auf der Seine. Die Flotte wurde zuletzt 2014 vergrößert.82,4 Millionen Euro Umsatz machte A-Rosa im Geschäftsjahr 2016. Die Zahlen für 2017 liegen noch nicht vor, sie sollen aber gut ausgefallen sein, heißt es bei der Reederei.

Gerald Kleine Wördemann

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