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MV aktuell „Fat Rat“-Alarm: Warum ich mich fast wie die arme dicke Ratte fühlte
Nachrichten MV aktuell „Fat Rat“-Alarm: Warum ich mich fast wie die arme dicke Ratte fühlte
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10:43 28.02.2019
Katharina Rumschkowski (36) aus Greifswald möchte einen Marathon laufen. Während Redakteurin Juliane Schultz sich noch sortiert, trainiert sie schon mal. Quelle: privat/Montage OZ
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Rostock

Kennen Sie das Foto von der dicken Ratte, die neulich in Hessen bis zum Bauchnabel in einem Gullideckel steckengeblieben ist? Es kursiert gerade im Internet. Das Tierchen wurde von netten Feuerwehrleuten aus dem Loch gedrückt, und sie rannte sofort weg. Dieses Bild kam mir in den Sinn, als über mein Projekt „Los! Laufen!“ nachdachte: Ich stecke auch fest und zwar im Startblock.

Aus dem Tritt geraten

Dabei begann das Jahr vielversprechend. Ich hatte Lust endlich fit zu werden. Als Laufpartner habe ich gleich 60 OZ-Leser aus ganz MV gefunden. Ein messbares, realistisches Ziel habe ganz nach Lehrbuch auch definiert: Zwölf Kilometer will ich im Oktober schaffen, die Zeit ist egal. Und dann ... Ja, dann kam ich aus dem Tritt. Erst durch eine gemeine Bänderdehnung im Knie. Nein, kein Verletzung vom Lauftraining. Es passierte beim Skifahren. Also, jetzt nicht direkt beim Fahren. Eher so vor dem Skiverleih – als ich die Bretter abgeben wollte. Nachdem ich mit dem Humpeln aufhörte, begann auch schon die Grippewelle, dann wartete ein Stapel liegengebliebener Arbeit und plötzlich war der Februar zu Ende. Über meine großen Fitness-Pläne ist der Alltag wie eine Welle hinweggerauscht.

Dieses arme Tierchen hing am Sonntag in einem Gullydeckel fest und musste in einer gemeinsamen Aktion der Berufstierrettung Rhein-Neckar und der Freiwilligen Feuerwehr befreit werden. Quelle: Michael Sehr/Berufstierrettung Rhein-Neckar/dpa

Werde ich versagen?

Während ich am Schreibtisch sitze, beobachte ich, wie sich meine Sportskollegen in WhatsApp-Gruppen gegenseitig motivieren. Sie senden einander Fotos von Laufstrecken, wunderschöne Sonnenuntergänge oder ihre Rundenzeiten. Langsam kriecht mir die Panik den Nacken hoch, und ich frage mich: Werde ich versagen?

Alle Artikel zur Serie

Zu Jahresbeginn hatte die OSTSEE-ZEITUNG alle Leser aufgerufen, sich zur Teilnahme an der Aktion „Los! Laufen“ zu bewerben. Ziel des OZ-Teams ist es, im Oktober über die Rügenbrücke zu laufen oder zu walken – jeder auf seiner Distanz und in seinem Tempo. Mehr als 60 Leser und OZ-Mitarbeiter haben sich qualifiziert. Alle Mitstreiter werden öffentlich von ihren Fortschritten berichten. Den Beteiligten werden Experten an die Seite gestellt, die ihnen Trainings- und Durchhaltestrategien vermitteln. Die Serie wird ihr Augenmerk auf das Weitermachen legen. Warum ist es so schwer, jeden Tag den ersten Schritt zu tun? Wie gelingt es, an dem Vorhaben dranzubleiben?

Alle Artikel und Infos online unter: www.ostsee-zeitung.de/laufen

Darauf gibt es selbstverständlich nur eine vernünftige Antwort: Auf gar keinen Fall! Sportwissenschaftler Matthias Weippert findet beruhigende Worte: „Nach zwölf Wochen Training, kann man 30 Minuten durchlaufen.“ Er muss es wissen, der ehemalige Leistungssportler trainiert in seiner Freizeit Laufanfänger in einer Laufgruppe des TC Fiko, ein Triathlonclub in Rostock. Und er ergänzt: „Es ist realistisch nach einem halben Jahr zwölf Kilometer am Stück zu laufen.“ Ein halbes Jahr hat 26 Wochen – bis zum 19. Oktober bleiben mir etwa 33. Alles noch machbar, ich bin erleichtert.

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Auf den Schreck habe ich mich nun mit Maren Marlow (56) verabredet. Sie wohnt in meiner Nähe ist Anfängerin wie ich und hat dasselbe Ziel. Sonntagvormittag laufe ich los. Vielleicht schaffe ich nur ein paar Meter. Das Knie tut noch weh. Aber es werden die ersten Meter meines Neustarts sein.

Aus der Kolumne zur Serie:  Licht-Geschwindigkeit

Juliane Schultz

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